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Blaue Luft und 2-Takt-Klang

63 Fahrzeuge vom Typ Wartburg HT rollten am Wochenende an den Knappensee

Hier kann man förmlich Rot sehen. Aber es gab auch etliche HTs in anderen Farben.
Hier kann man förmlich Rot sehen. Aber es gab auch etliche HTs in anderen Farben. © Foto: Elvira Hantschke

Von Elvira Hantschke

Groß Särchen. Am Wochenende trafen sich zum 9. Mal die Liebhaber des Fahrzeugmodells Wartburg Hardtopcoupé (HT) 312-300 im Sunshinepark am Knappensee zum Fachsimpeln über ihre mobilen Schönheiten aus DDR-Produktion. Eine Ausfahrt über Land zum Karosseriebaubetrieb Waldmann in Liebenau bei Kamenz gehörte dazu.

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Sichtlich erfreut nickten sich Jürgen Haink und Hartmut Hinze am Samstag zu: „So viele kamen noch nie…“ Zu bestaunen waren letztes Wochenende bei Familie Gläser in Sunshinepark 63 Fahrzeuge vom gleichen Typ, dazu eine Ausstellung über alle hergestellten Wartburgtypen, einige weitere Oldtimer anderer Fabrikate und reichlich Zaungäste.

419 Fahrzeuge sind noch bekannt

Jügen Haink führt seit 2003 das HT-Register und organisiert gemeinsam mit Hartmut Hinze seit 2006 aller zwei Jahre das Typentreffen am Knappensee, welches 1999 seine Initialzündung mit der TV-Sendung „Außenseiter-Spitzenreiter“ hatte. Es ist ein rein privat geführtes Treffen, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Auf einer Landkartentafel wird mit kleinen bunten Pins angezeigt, wo immer sich ein Wartburg HT befindet, deutschlandweit aber auch in der Schweiz oder in Belgien. „Es sind genau 419 Fahrzeuge, die über die Jahre ausfindig gemacht wurden“, betont Jürgen Haink. Hergestellt wurden in den Jahren 1965/66 541 HT 312 und 168 HT 311.

Zehn werden gerade aufgebaut

Zu diesem Treffen waren auch zehn Autobesitzer gekommen, deren HT’s sich noch im Aufbau befinden. Es wurden viele Gespräche untereinander geführt, Detailfotos aufgenommen und Adressen ausgetauscht. Thomas Leberecht, Bürgermeister der Gemeinde Lohsa, ist selbst gelernter Kfz-Mechaniker und war sichtlich beeindruckt vom Engagement der Wartburgfreunde, als er einige herzliche Grußworte zur Eröffnung sprach.

Da in Vorbereitung der Treffen immer wieder alte Lebensgeschichten ausgegraben werden, übergab Hartmut Hinze beim Treffen das Mikrofon auch an den Magdeburger Gerald Hilliger. Dieser Wartburgfreund erzählte den erstaunten Zuhörern, dass es bereits zu DDR-Zeiten im Oktober 1988 ein 1. Wartburgtreffen über den ADMV in Magdeburg gab. Erwünscht waren damals nur Cabrios. In den Jahren danach wurde zu offenen Treffen eingeladen.

Jürgen Haink freute es, dass aus den ehemaligen Gläser-Werken bzw. dem Karosseriewerk Dresden der Betriebsdirektor Horst Mohaupt, der Konstrukteur Horst Tilp und Abteilungsleiter Michael Brandes wieder zum Treffen gekommen sind. „Unsere Herzen schlagen Wartburg“ war die einheitliche Antwort.

Ausfahrt zum Spezialisten

Der Höhepunkt der HT Treffen ist immer die Ausfahrt zu einem bestimmten Ziel. Dieses Mal ging es auf landschaftlich schönen Nebenstraßen hin zum Karosseriebaubetrieb Waldmann nach Liebenau bei Kamenz. In mehreren Gruppen wurde durch die Werkstatt geführt, wo es sehr viel Interessantes zu bestaunen gab.

Die Geselligkeit fehlte auch nicht, am Abend saßen die Wartburgfreunde noch lange zusammen, fachsimpelten weiter und schwelgten in vielen „Weißt Du noch“- Geschichten.

Das Jubiläums-Wartburg-HT-Treffen am Knappensee ist übrigens für das Jahr 2023 geplant.

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