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Bleibt der Lohsaer Strand dauerhaft sauber?

2018 begann die LMBV am Dreiweiberner See einen Test mit drei verschiedenen Technologien gegen Verockerung.

Winteridylle am Dreiweiberner See. Auch im Sommer gab es in den letzten Jahren keine Beeinträchtigungen durch Verockerungen.
Winteridylle am Dreiweiberner See. Auch im Sommer gab es in den letzten Jahren keine Beeinträchtigungen durch Verockerungen. © Foto: Uwe Schulz

Lohsa. Schnee bedeckt den Sand am Strand von Lohsa unterhalb der Pyramide. Im klaren Wasser des Dreiweiberner Sees sind am Ufer keine ockerfarbenen Sande oder sich rollende dreckige Knäule zu sehen. Die sind gesundheitlich nicht schlimm, aber eben unappetitlich und geeignet, helle Badesachen zu verfärben. An so einen Strand geht einfach niemand gern. Das war vor einigen Jahren noch so.

Dann ließ die LMBV Baufirmen anrücken, setzte vor drei Jahren hier direkt nebeneinander mehrere Modellvorhaben zur „Abwehr von Gefahren gegen austretendes saures und eisenhaltiges Wasser“ gleichzeitig um. Augenscheinlich funktioniert das, wenn man sich jetzt so vor Ort umschaut. Sieht man das aber auch bei den Sanierungsexperten so?

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Immerhin keine Baumängel

Dort ist man vorsichtig: „Auf Grund der in den letzten drei Jahren anhaltenden Trockenheit und den damit verbundenen niedrigen Grundwasserständen und auch Wassermengen im Dreiweiberner See kann bisher jedoch noch keine endgültige Aussage zur vollständigen Wirksamkeit getroffen werden. Das Monitoring der Anlagen wird fortgesetzt“, sagt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber nach Rücksprache mit der entsprechenden Fachabteilung. Immerhin hat man seit drei Jahren keine baulichen Mängel festgestellt.

Im Rahmen eines LMBV-Pilotvorhabens waren damals Lösungsansätze für das Ufer des Dreiweiberner Sees entwickelt und in drei Versuchsfeldern bzw. einem Vergleichsfeld umgesetzt worden. Geprüft werden mit dem Pilotvorhaben ein Drainagesystem, eine geosynthetische Dichtungsbahn sowie das Einbringen von kalkhaltigen Materialien. Diese werden zudem mit einem Referenzfeld verglichen. Dabei wurde für die Varianten eine ausreichende Auftriebssicherheit in Form von zusätzlichen Drainageschichten berücksichtigt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pilotvorhaben, bei denen die Varianten als unterschiedliche Betriebsregime nacheinander getestet werden, bot es sich im Strandbereich Lohsa an, die Varianten gleichzeitig an nebeneinander gelegenen Uferbereichen zu entwickeln, zu errichten, messtechnisch zu überwachen und gegebenenfalls die Erkenntnisse zu verallgemeinern. Dazu wurden unter anderem durch die LMBV 19 Messstellen errichtet, die von beauftragten Fachgutachtern überwacht und ausgewertet werden.

Im einzelnen wurden folgende drei Abschnitte gebaut: Ein 75 Meter breiter Bereich wurde mit Bentonitmatten auf Kieseln abgedichtet, beim zweiten (60 Meter breit) baute man eine strömungsbrechende Drainageschicht ein und beim dritten einen reaktiven Kalkteppich mit Rohdolomit/Kalkstein. Das unbehandelte Referenzfeld ist wiederum 50 Meter breit. Die Bentonitmatte besteht aus zwei Schichten Vlies, in die Tondichtungspulver eingewebt ist. Dazwischen befindet sich Drainagekies.

Zudem hat die LMBV vor dem Einbau der drei Varianten rund 14.000 Kubikmeter Sand vom Strand abgeräumt und neues Material aufgetragen, damit auf allen drei Versuchsfeldern die gleichen Bedingungen herrschen. Die abgetragenen Materialien wurden vor Ort im See verspült. Bis zur Saison 2018 baute man den Strand schließlich wieder auf. Seit Juli 2018 konnten Badelustige den wieder bekiesten Strand nutzen, nachdem zuvor die genannten Materialien in die Böschung eingearbeitet worden waren, um den Austritt von zuströmenden Eisenmineralien zu verhindern oder diesen stärker unterhalb der Wasserlinie zu erreichen. Damit würde es die Ockerverfärbungen zumindest nicht im Uferbereich geben. Ohnehin war nur die Lohsaer Seite des Dreiweiberner Sees davon betroffen, was mit der Richtung des anströmenden Grundwassers zu tun hat. Am Weißkollmer Strand auf der anderen Seeseite waren die Probleme mit der Verockerung erst gar nicht aufgetreten.

Mehr Wasser wäre gut

Wann nun Aussagen getroffen werden können, aus denen sich Schlüsse ableiten lassen, hängt maßgeblich von der weiteren Niederschlags- und Grundwasserneubildungssituation ab. Eigentlich bräuchte man jetzt ein oder zwei richtig feuchte Jahre mit oberflächennahem Grundwasser, um zu sehen, was passiert. Erzwingen kann man das nicht.

Auf einem der Versuchsfelder wurden 2018 solche Bentonitmatten ausgebracht. Ob es hilft, wird man sehen, wenn es ein paar richtig nasse Jahre gibt.
Auf einem der Versuchsfelder wurden 2018 solche Bentonitmatten ausgebracht. Ob es hilft, wird man sehen, wenn es ein paar richtig nasse Jahre gibt. © Archivfoto: Gernot Menzel

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