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Blickfänge in der Vorweihnachtszeit

Fast überall setzen Orte zum Advent auf besondere Gestaltungselemente – Dörgenhausen hat ein neues.

Der Dörgenhausener Elektriker Daniel Kummer (links) und sein Mitarbeiter Robin Geisler kümmern sich noch um die Lampen für die Kerzen auf dem Schwibbogen. Ortsvorsteher Eugen Diesterheft (rechts) freut sich über das gelungene Werk.
Der Dörgenhausener Elektriker Daniel Kummer (links) und sein Mitarbeiter Robin Geisler kümmern sich noch um die Lampen für die Kerzen auf dem Schwibbogen. Ortsvorsteher Eugen Diesterheft (rechts) freut sich über das gelungene Werk. © Foto: Mirko Kolodziej

Dörgenhausen. Dörgenhausens ehrenamtlicher Ortsvorsteher Eugen Diesterheft hat eine lange Liste mit Leuten, denen er danken möchte. Denn: Der Schwibbogen am Dorfgemeinschaftshaus ist fertig und aufgestellt. Er spiegelt Dörgenhausener Charakteristika wieder: die Bockwindmühle, die Kapelle, einen Osterreiter, das älteste Haus des Dorfes sowie eine Sorbin mit Brot und Salz. Unten steht der Ortsname in Sorbisch und Deutsch: „Němcy – Dörgenhausen“.

In Schwarzkollm und in Bröthen werden seit einigen Jahren immer im Advent große Pyramiden aufgestellt. In Dörgenhausen hält die diesjährige Vorweihnachtszeit die Premiere für einen langgehegten Wunsch bereit. Es war, erzählt Eugen Diesterheft, wohl Konrad Noack aus Dubring, der mit seiner Kunstfertigkeit das Verlangen nach einem Schwibbogen mit Heimatmotiven beförderte. Noack fertigt seit Jahren Schwibbögen aus Holz – in handlicher Größe fürs Fenster. Und gut ein Dutzend seiner Erzeugnisse mit örtlichen Noten schmücken auch Dörgenhausen. So kam der Gedanke auf: Man könnte doch ...Silvia Scheibe und Bernd Graf meldeten den Schwibbogen schließlich zum Bürgerhaushalt 2019 an. Der Vorschlag bekam 70 Stimmen. Das war Platz 1 auf der örtlichen Abstimmungsliste. Dass es dann durchaus noch etwas dauerte, zeigt, dass die Einzelheiten von der Gestaltung über die Materialauswahl bis zu Details wie dem Aussehen der Schleife am Schwanz des Osterreiter-Pferdes unzählige Beratungen und Planungsrunden erforderten. „Es ist viel Zeit vergangen, bis alles saß“, stellt der Ortsvorsteher fest. Und jede Menge Leute wirkten mit, brachten sich ein.

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Nun: Der Schwibbogen ist aus Edelstahl, 3,76 Meter breit, 1,98 Meter hoch und wiegt tatsächlich fast 800 Kilo. Er stammt aus der früheren Zentralwerkstatt in Schwarze Pumpe. Die Leag hat sie unter dem Namen MCR Engineering ausgegründet, um sie für Dritt-Kunden zu öffnen. Unter anderem gibt es einen Plasmaschneider, der auch die Konturen von Dörgenhausener Ansichten zu formen versteht.

Und nun hat Eugen Diesterheft eben diese lange Liste. Sie beginnt mit Anwohner Benno Domanja, der aufpasste, dass der Schwibbogen so herum steht, dass sich die Motive geografisch in der richtigen Abfolge befinden, führt über Frank Zschorlich, der mit starker Technik den Granit-Ständer platzierte und hört bei Hoyerswerdas Sorbenbeauftragter Gabriela Linack nicht auf. Ihr Budget stockte jenes aus dem Bürgerhaushalt auf – ebenso wie die Leistungen anderer Sponsoren. Ganz billig ist so ein Schwibbogen nämlich nicht. Aber er ist schön. Als am Wochenende erstmals im Dunkeln die im Inneren zwischen den beiden Stahlplatten angebrachten Lampen angingen, gab es ein großes Oh und Ah. Es hätte, sagt Eugen Diesterheft, nicht nur der Schwibbogen geleuchtet, sondern auch die Augen vieler Dörgenhausener.

Nun muss man sich im Dorf nur noch darauf einigen, ob der Schwibbogen nach dem Januar bis zum Advent 2021 weggeräumt werden soll oder ob er ganzjährig stehenbleiben darf. Die Entscheidungsfindung ist noch nicht abgeschlossen und es gibt unterschiedliche Ansichten dazu. Und auch, ob die schwere Orts-Zierde vielleicht noch einmal etwas versetzt werden muss, ist offen. Der Planer, der an der Neugestaltung der Ortsmitte arbeitet, ist noch nicht ganz so weit. Für den Ortsvorsteher ist – gemäß den dieser Tage wieder verstärkt im Mittelpunkt stehenden Geschichten – „fast ein Märchen“ wahr geworden. Eugen Diesterheft wünscht Spaziergängern und Lenkern von Kfz auf der Dorfstraße „viel Freude am Dörgenhausener Wahrzeichen“.

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