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Bojen & Drohnen überwachen Knappensee

Im Herbst 2022 beginnt die Sanierung des Friedersdorfer Strandes am Silbersee. Die soll eineinhalb Jahre dauern.

Einen Riesen-Trichter im Ostufer des Knappensees hinterließ die Rutschung am 11. März. Dieses Ereignis machte der Seefreigabe 2022 einen Strich durch die Rechnung.
Einen Riesen-Trichter im Ostufer des Knappensees hinterließ die Rutschung am 11. März. Dieses Ereignis machte der Seefreigabe 2022 einen Strich durch die Rechnung. © Foto: Gernot Menzel

Lohsa. Dass es mit der Freigabe des Knappensees für die Badesaison im Jahr 2022 nichts werden wird, war am 11. März dieses Jahres klar. Rund eine Million Kubikmeter Erdmassen waren am Ostufer in den See gerutscht. Die dadurch ausgelöste Flutwelle sorgte auf der gegenüberliegenden Uferseite für gehörige Schäden. Die Sanierungsarbeiten auf dem gesamten Gewässer wurden sofort gestoppt.

Die Ursache der Rutschung ist inzwischen ermittelt. Ausgelöst wurde sie von Vorbereitungsarbeiten im Rahmen der laufenden Ufersanierung, hat das Sächsische Oberbergamt vor wenigen Tagen informiert. Von „Profilierungsarbeiten am Böschungsfuß“ sprach Karsten Handro, Abteilungsleiter Projektmanagement beim Bergbausanierer LMBV, vergangene Woche in der Sitzung des Gemeinderates Lohsa, wo er zu Gast war, um über die Aktivitäten der LMBV am Knappensee und auch am Silbersee zu berichten. Eine Handvoll Bürger nutzte diese Gelegenheit, um sich zu informieren und Fragen zu stellen.

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Sanierungsarbeiten werden planmäßig enden – mit einer Ausnahme

So erfuhren die Anwesenden unter anderem, dass im betroffenen Abschnitt am Ostufer des Knappensees aufgrund der Rutschung die Arbeiten bis auf weiteres ruhen. In den anderen Bereichen wurde der Baustopp aufgehoben. Dort zeichnet sich ab, dass die Sanierung im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden kann. Es hätte also tatsächlich mit der in Aussicht gestellten Seefreigabe für die bevorstehende Badesaison klappen können.

Ein Sanierungsende am Knappensee ist derzeit nicht absehbar

„Es wird keine Gewähr dafür übernommen, dass nicht weitere Abbrüche stattfinden könnten“, erklärte der LMBV-Abteilungsleiter. Zur Sicherheit wurde entlang des Strandes in Groß Särchen ein Wall aus Bigbags errichtet, der das Ufer vor den Auswirkungen einer möglichen Schwallwelle schützen soll. Auf dem Gewässergrund im Bereich des entstandenen Rutschungstrichters wurden Bojen eingebracht, um zu sehen, ob sich der Seeboden noch bewegt. Mittels Drohnen wird das Ufer beobachtet. Bis zum kommenden Frühjahr soll nach Auskunft von Karsten Handro nun erst einmal eine Planung vorgelegt werden, wie die Sanierung der Ostböschung erfolgen kann. Daher sei ein Sanierungsende am Knappensee derzeit auch nicht absehbar, antwortete er auf eine Bürgeranfrage.

Fertiggestellte Rütteldämme begrenzen den Rutschungstrichter

Wurden Fehler gemacht, die Auslöser der Rutschung waren? So etwas war vermutet worden, da seit Jahren beobachtet wurde, wie schwere Technik auf dem unsanierten Bereich unterwegs war. „Die Sachverständigen sagen, dass das nicht der Fall ist“, erklärte Karsten Handro. „Es wurde nach den Vorgaben der Sachverständigen gearbeitet.“ Diese hätten zum Beispiel unterbunden, dass land- und seeseitig gleichzeitig gearbeitet wurde und wird. Die Rutschung zeigt allerdings eindrucksvoll die Wirkung der bereits erfolgten Sanierungsmaßnahmen. Der Rutschungstrichter wird nämlich zu beiden Seiten begrenzt durch die bereits eingebrachten Rütteldämme, so der Hinweis von Kasten Handro.

Kanalbau ist keine Maßnahme zur Gefahrenabwehr

Ein anderer Bürger wollte wissen, ob der entstandene Rutschungstrichter nicht genutzt werden kann, um die Kanal-Verbindung zum Restloch D/F und weiterführend zum Silbersee in Angriff zu nehmen. Das ist ein Projekt, für dass sich nicht nur viele Lohsaer erwärmen können. „Durch das Ereignis ergeben sich Synergie-Effekt“, fand er. Die kann Karsten Handro allerdings nicht erkennen. Seine persönliche Meinung, wie er betonte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass mal ein Kanal gebaut wird.“ Er verwies auf sechs Meter Höhenunterschied, die sich nur per Schleuse überwinden ließen und auf die mit einer Kanalbewirtschaftung verbundenen Kosten. Und Kai Oliver Dammer vom Sächsischen Oberbergamt merkte an: „Die Sanierungsarbeiten am Knappensee zielen auf Gefahrenabwehr ab. In diesem Zusammenhang wird es nie einen Kanal geben.“

Die Knappensee-Inseln werden nicht saniert – trotz Rutschungsgefahr

Von den Sanierungsarbeiten am Knappensee ausgenommen sind die setzungsfließgefährdeten Inseln. Es sei schon vor der Rutschung entschieden worden, dass keine Sanierung der Inseln erfolgt, erklärte Kai Oliver Dammer. An diesem Standpunkt des Sächsischen Oberbergamtes habe sich nichts geändert. „Wenn es zu einer Rutschung kommt, kämen im schlimmsten Fall zehn Zentimeter Wasser auf dem Rundweg an.“ Klar sei aber auch, dass der Badestrand in Groß Särchen einer weiteren Sicherung bedarf. Welche Maßnahmen dazu zwischen den Inseln und dem Strand nötig sind, das ist noch nicht entschieden.

Eineinhalb Jahre dauert die Sanierung am Friedersdorfer Silbersee-Strand

Parallel zum Knappensee wird auch am Silbersee weiter saniert. Im Juli soll die Einsetzstelle für die Schwimmtechnik fertiggestellt sein, ließ Karsten Handro in der Gemeinderatssitzung wissen. Die Planung für den Friedersdorfer Strand soll im Herbst zur Genehmigung eingereicht werden. Von Herbst 2022 bis Frühjahr 2024 ist die Sanierung geplant. „Es ist mit der Gemeinde abgestimmt, dass nicht nur im Winter gearbeitet, sondern dass durchgearbeitet wird.“ Was in dieser Zeit zum Beispiel auf die Bewohner der Finnhütten oder die Camper zukommt, etwa durch die Fällung von Bäumen im betroffenen Uferbereich, dazu konnte der LMBV-Abteilungsleiter nichts sagen. In der Bürgerschaft, so hieß es in der Ratssitzung, gibt es allerdings die Befürchtung, dass es dem Silbersee ebenso ergehen wird wie dem Knappensee. „Der Knappensee ist nach der Sanierung nicht mehr so attraktiv wie davor. Und es wird noch lange dauern, bis das wieder so ist.“

Die Sanierungsarbeiten abseits des Rutschungsbereiches gingen nach kurzer Unterbrechung weiter – wie hier am Ufer zwischen Koblenz und Groß Särchen.
Die Sanierungsarbeiten abseits des Rutschungsbereiches gingen nach kurzer Unterbrechung weiter – wie hier am Ufer zwischen Koblenz und Groß Särchen. © Foto: Ralf Grunert

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