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Borkenkäfer im Wald bei Geierswalde

Es besteht „Ansteckungsgefahr“! Auch im benachbarten Privatwald ist der Schädling zu finden. Den Besitzer ärgert noch was anderes.

Immer mehr Bäume färbten sich in den zurückliegenden Monaten braun. In diesem Sachsenforst-Waldstück im Bereich des Koschendamms bei Geierwalde wüten Borkenkäfer. Erst in dieser Woche begann die Schadholz-Beseitigung.
Immer mehr Bäume färbten sich in den zurückliegenden Monaten braun. In diesem Sachsenforst-Waldstück im Bereich des Koschendamms bei Geierwalde wüten Borkenkäfer. Erst in dieser Woche begann die Schadholz-Beseitigung. © Foto: Ralf Grunert

Geierswalde. Wie viele andere Waldbesitzer hat es auch Karl-Heinz Radochla aus Geierswalde mit der Borkenkäfer-Plage zu tun. Seit vorigem Jahr musste er schon viermal zur Säge greifen und rund 20 Bäume aus seinem Kiefernbestand entfernen. Und erst vergangene Woche hat er fünf weitere Bäume entdeckt, die ebenfalls von Borkenkäfern befallen sind. 

Woher die Schädlinge kommen, kann er nicht mit Gewissheit sagen. Er kann allerdings auch nicht ausschließen, dass diese aus einem im Eigentum von Sachsenforst befindlichen Waldstück auf dem Koschendamm stammen.

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Dieses und seinen Wald, der sich zwischen dem Spremberger Weg und der Kreisstraße befindet, trennen nur rund 200 Meter. Borkenkäfer überwinden eine solche Entfernung mit Leichtigkeit. Und sollte der Sachsenforst-Wald tatsächlich die Quelle sein, so wäre das Problem hausgemacht, stellt Karl-Heinz Radochla klar.

Denn schon seit dem Frühjahr beobachtet er, wie sich immer mehr Bäume an mehreren Stellen im Sachsenforst-Wald braun färben. Das ist ein Indiz für den Borkenkäfer-Befall. Aber während private Waldbesitzer per „forstaufsichtlichem Hinweis“ vom Kreisforstamt aufgefordert werden, innerhalb von zwei Wochen die befallenen Bäume aus ihren Wäldern zu entfernen – mindestens zehn anderen Privatleuten im Raum Geierswalde geht es wie ihm, weiß Karl-Heinz Radochla – passierte bislang im Sachsenforst-Wald nichts. „Hat der Sachsenfort nicht die gleichen Pflichten? Warum passierte bisher nichts? Wann soll etwas passieren?“, so die Fragen des Ex-Bürgermeisters von Geierswalde.

Peter Muster ist der Revierleiter des Reviers Seidewinkel und somit auch verantwortlich für die landeseigenen Waldflächen um Geierswalde. Die Problematik des Borkenkäfer-Befalls in diesem Gebiet sei ihm hinlänglich bekannt, erklärte er auf TAGEBLATT-Anfrage. Und ja, der „Staatsbetrieb Sachsenforst hat bei der Bekämpfung von Borkenkäferkalamitäten die gleichen gesetzlichen Pflichten wie jeder andere private Waldbesitzer auch“, stellt er klar. Zum konkreten Fall ließ er wissen: „Leider kam es angesichts urlaubsbedingter und forsttechnischer Probleme zu Verzögerungen des vorgesehenen Unternehmereinsatzes, welche nach Auskunft des gebundenen Forstunternehmers zeitnah behoben sein werden und die Aufarbeitung des Schadholzes vollzogen wird.“ Am Montag haben nunmehr die Fällungen im betroffenen Waldstück begonnen. Etwa eine Woche werden sie dauern, schätzt der Revierleiter.

Hinsichtlich der Bedenken von Karl-Heinz Radochla, dass die geschädigten Sachsenforst-Bestände die Quelle des aktuellen Borkenkäfer-Befalls in seinem eigenen Wald sein könnten, erklärt Peter Muster: „Eine Gefährdung zur «Ansteckung» weiterer Bäume geht grundsätzlich von jedem befallenen Baum aus. Daher ist jeder Waldbesitzer angehalten, zeitnah den Befall zu erkennen und aufzuarbeiten. Im Bereich des Befallsherdes auf dem Koschendamm sind fast ausschließlich landeseigene Waldflächen angrenzend.“ Aber eben auch Privatwald von Karl-Heinz Radochla ...

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