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Borkenkäfer in der Stadt

Befallene Bäume werden gefällt, mit Baumaßnahmen hat dies nichts zu tun.

Ein Forstunternehmen hat im Auftrag des Lausitzer Seenland Klinikums vom Borkenkäfer befallene Kiefern gefällt. Das Holz wird jetzt nach und nach abtransportiert. Das Wäldchen soll Wald bleiben. Vor allem die Laubbäume blieben stehen.
Ein Forstunternehmen hat im Auftrag des Lausitzer Seenland Klinikums vom Borkenkäfer befallene Kiefern gefällt. Das Holz wird jetzt nach und nach abtransportiert. Das Wäldchen soll Wald bleiben. Vor allem die Laubbäume blieben stehen. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wenn in einem Krankenhaus die Säge angesetzt wird, dann verortet man das am ehesten wohl für die Chirurgie. Am Lausitzer Seenland-Klinikum wählte man jetzt allerdings das ganz große Besteck und das auch noch unter freiem Himmel – es wurden Bäume gefällt. Im vergangenen Jahr wurden schon die meisten Bäume, darunter 60 Kiefern, im kleinen Wäldchen im Bereich der Klinikumszufahrt gefällt, um Platz für den Bau eines neuen Ärztehauses zu schaffen.

Anfang dieser Woche wurde nun maschinell im kleinen Wäldchen südwestlich des Krankenhauses neben der Weinertstraße auch gefällt. In einer Hoyerswerdaer Facebook-Gruppe mutmaßte eine Frau sofort, dass es sich dabei um Vorbereitungen für den Bau der Kühnichter Spange, also dem umstrittenen Straßenbau (siehe Seite 13) handelt. Doch die Wahrheit sieht etwas anders aus, wie die TAGEBLATT-Anfrage beim Klinikum ergab. Denn auch wenn das Wäldchen zwischen Weinertstraße, dem ehemaligen Y-Hochhaus und dem Klinikums-Zaun steht, so gehört es doch dem Krankenhaus. Der Waldbesitzer Klinikum lässt sein Eigentum turnusmäßig begutachten, was vor allem etwas mit der Verkehrssicherungspflicht zu tun hat. Doch jetzt wurde festgestellt, dass es rindenbrütende Insekten, im konkreten Fall Borkenkäfer, auch in die Stadt gezogen hat. Dieses Wäldchen und ein zweites bewaldetes Flurstück an der südöstlichen Grundstücksgrenze sind betroffen.

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„Entsprechend der geltenden Allgemeinverfügung des Landkreises Bautzen sind wir als Waldbesitzer verpflichtet, den Käferbefall unverzüglich und wirksam zu bekämpfen“, schildert Kliniksprecher Gernot Schweitzer. „Aus diesem Grund wurde in dieser Woche damit begonnen, großflächige Baumfällarbeiten sowohl im Waldstück vom Klinikumsgelände zur Erich-Weinert-Straße hin, als auch im Waldstück hinter der Hoy-Reha durchzuführen.“ Allerdings wurden nur die betroffenen Nadelbäume entfernt. In Abstimmung mit den zuständigen Ämtern sind einzelne Bäume mit dem Schriftzug „Nest“ gekennzeichnet um Vogelbrutstätten zu schützen. Diese Bäume werden nun voraussichtlich im Herbst gefällt. Das Holz wird abtransportiert und der Verwertung zugeführt.

Ähnliche Fällarbeiten, die aber nichts mit dem Klinikum zu tun haben, sind an der Thomas-Müntzer-Straße neben dem Dänischen Bettenlager zu beobachten. Hier ist TAGEBLATT zwar nicht der Eigentümer bekannt, doch da hier ebenfalls die Laubbäume stehen bleiben und nur die Kiefern entnommen werden, ist ebenfalls von einem Borkenkäferbefall auszugehen. Gut möglich, dass in der Stadt künftig noch mehr dieser Nadelbäume gefällt werden müssen.

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