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Hoyerswerda

Branitzer Parkleiter wechselt nach Dresden

Schubkarrenschlagzeug und Gartenschlauchtrompete werden künftig in Branitz fehlen und nach Sachsen umziehen.

Parkleiter Claudius Wecke am Branitzer Hermannsberg mit Blick zur Pückler’schen Landpyramide; hier „der Chef“ mit einer Zeichnung aus Pücklers Zeit.
Parkleiter Claudius Wecke am Branitzer Hermannsberg mit Blick zur Pückler’schen Landpyramide; hier „der Chef“ mit einer Zeichnung aus Pücklers Zeit. © Foto: Thomas Klatt

Von Beowulf Kayser

Cottbus. Die Uhr tickt unaufhörlich. Ende September ist die fruchtbare Zeit des Branitzer Parkleiters Claudius Wecke leider vorbei. Der Fachbereichsleiter Park & Gartenpflege des Fürst-Pückler-Parks in Branitz und „frischgebackene“ Dr.-Ing. sucht nach knapp 13 Jahren eine neue berufliche Herausforderung in Dresden. Hier soll er nach eigenen Angaben ab 1. Oktober 2021 bei der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH die Leitung der Gartenabteilung mit 16 Anlagen und etwa 80 MitarbeiterInnen übernehmen. Dazu gehören unter anderem Schloss und Park Pillnitz, der Barockgarten Großsedlitz, der Große Garten, der Zwinger, die Brühlschen Terrassen und die Moritzburg.

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„Der Wechsel kommt zu einem günstigen Zeitpunkt, kann ich mit meinem Branitzer Gärtnerteam doch bis dahin noch lang vorbereitete Projekte abschließen“, sagte der 1982 in Görlitz geborene Wecke. Etwa die Restaurierung der Landpyramide, der Rehgarten, das Venusbeet am Pückler-Schloss und der Hermannsberg. Die mit 15 Metern höchste Parkerhebung am Schlangensee, die auch als Pücklers vermeintlich dritte Erdpyramide gilt, sollte nach zehnjähriger, behutsamer Restaurierung im Jubiläumsjahr „175 Jahre Branitzer Parklandschaft“ ins Blickfeld rücken.

Bereits mit 25 Jahren übernahm Wecke im Jahr 2008 als jüngster Parkleiter Deutschlands den Posten in Cottbus. Zuvor hatte er das Studium der Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität Dresden erfolgreich abgeschlossen und absolvierte danach ein Volontariat in der Gartenpflege bei der sächsischen Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“. Besondere Meriten verdiente sich der Träger der „Sonja-Bernadotte-Medaille“ der Insel Mainau und das Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V. auch bei der Wiederbelebung der Branitzer Baum-Universität.

Seine im Juni erfolgreich verteidigte Dissertation beschäftigte sich mit dem Thema „Von einer hochadligen Herrschaft zum öffentlichen Denkmal. Park und Schloss Branitz nach Fürst Pückler“. –„Die Doktorarbeit schließt aus Branitzer Sicht eine elementare Forschungslücke in der Aufarbeitung der Geschichte der deutschen Schlösserverwaltungen“, hieß es in der fachlichen Einschätzung.

In Branitz wird sicher auch Claudius Weckes musikalische Seite als Trompeter und Schlagzeuger künftig vermisst werden: Das ehemalige Mitglied des Posaunenchores Horka und der Finalist des internationalen Schlagzeugwettbewerbs von 2006 gab vor zwei Jahren mit seinem älteren Bruder Conrad als Profimusiker für ein ungewöhnliches Konzert-Duo ab. Bei zahlreichen Gastspielen der „Aufgeweckten Gartenklänge“ spielte Claudius Wecke in Gärtnerschürze das Schubkarrenschlagzeug und blies die Gartenschlauchtrompete.

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