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Brauchwasser-Leitung soll langfristig erhalten bleiben

Lohsaer Siedler kämpfen wie viele Vereine mit Nachwuchssorgen.

Der Lohsaer Siedlerverein ist mit 114 Mitgliedern der größte Verein in Lohsa. Wichtigste Aufgabe ist der Erhalt der Brauchwasserleitung. Dafür setzen sich Vorsitzender Jürgen Bomsdorf (rechts) und sein Stellvertreter Dirk Schulz (links) ein.
Der Lohsaer Siedlerverein ist mit 114 Mitgliedern der größte Verein in Lohsa. Wichtigste Aufgabe ist der Erhalt der Brauchwasserleitung. Dafür setzen sich Vorsitzender Jürgen Bomsdorf (rechts) und sein Stellvertreter Dirk Schulz (links) ein. © Foto: Andreas Kirschke

Lohsa. An jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr findet im Lohsaer Siedlerheim eine Verbraucherberatung statt. „Sie ist offen für alle“, meint Jürgen Bomsdorf (73), seit 2010 Vorsitzender des Vereins Siedler Lohsa e. V.. „Es geht um Fragen der Eigenheime, der Gärten, der Brauchwasserleitung, ebenso geht es um rechtliche Themen.“ Rege nehmen die Einwohner in Lohsa Siedlung die Beratung wahr. Vor allem im Bereich Siedlung Forst, Siedlerstraße, Schlesische Straße und Alte Bahnhofstraße leben sie. Der 114 Mitglieder starke Verein gibt ihnen Rückhalt im Alltag.

„Unsere wichtigste Lebensader ist die Brauchwasser-Leitung für die Gärten. Damit steht und fällt der Verein“, sagt der Vorsitzende. Mit dem Bau der Siedlung entstand die Leitung 1937. Hier wohnten Arbeiter des Braunkohlen-Tagebaus Werminghoff. Im Auftrag des Braunkohlenwerks Glückauf errichteten sie die rund zehn Kilometer lange Leitung. Die Gärten der Siedler sollten je nach Bedarf aus der Spree Gießwasser erhalten.

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„Für die Entnahme des Wassers sind wir heute sehr dankbar“, meint Jürgen Bomsdorf. „Wir zahlen regelmäßig Gebühren an die Untere Wasserbehörde Chemnitz. Jeder Garten, der Gießwasser braucht, erhält Gießwasser.“

Von Mai bis September nimmt der Verein Jahr für Jahr die Brauchwasser-Leitung in Betrieb. Wasser gibt es (bis auf Sonntag) täglich eine Stunde. Inzwischen kommt die Leitung in die Jahre. Der Verein tauscht Rohre gezielt aus, ersetzt sie durch robuste stabile PE-Plastik-Rohre. Am dringendsten ist die Erneuerung der oberirdischen äußeren Ringleitung vom Bereich Kartbahn entlang der Spree in die Siedlung. „Wir haben schon einige hundert Meter erneuert. Und das alles mit eigenen Kräften, nur mit eigenen Mitteln. An die 10.000 Euro hat der Verein bereits investiert“, sagt Dirk Schulz (46), stellvertretender Vorsitzender. „Allein voriges Jahr gaben wir für Reparatur, Wartung und Instandhaltung rund 1.500 Euro aus. Rund 50 Prozent der Ringleitung sind bereits erneuert.“

„Corona hat unseren Verein zurückgeworfen“, sagt Jürgen Bomsdorf nachdenklich. „Im Moment herrscht Flaute bei den Veranstaltungen.“ Die regelmäßige Fahrt des Vereins zur Ostermesse nach Dresden entfiel 2020 und 2021. Ebenso entfielen größere Versammlungen, Feiern, Vorträge und sogar die Vorstandssitzungen 2020.

Der Verein mit seiner langen Vorgeschichte und Geschichte soll weiterleben. Dafür braucht er dringend Mitstreiter. Die Erfahrenen können die Jungen anleiten. Davon sind Viola Blümel, Heidrun Brocke, Jürgen Bomsdorf und Dirk Schulz fest überzeugt. Sie hoffen auf ein Wieder-Aufleben der Vereinsarbeit: „Unser Verein steht und fällt mit der Brauchwasser-Leitung. Sie soll langfristig erhalten bleiben.“

Siedlerverein Lohsa

1937 entstand Lohsas „Alte Siedlung“ mit 16 Doppelsiedlungshäusern (heute Käthe-Kollwitz-Straße).
1943 entstand die „Neue Siedlung“ (Schlesische Straße, Neidaer Weg).
1971 entstand aus der „Brettelbude“ eine Gaststätte mit Saal durch die Siedler als Vereinsheim.Größtes Projekt der Siedler war der Bau und die Erweiterung der über 10 km langen Brauchwasserleitung mit Unterstützung des BKW (Braunkohlenwerkes) Glückauf.
1990 wurde der Verein „Siedler Lohsa e. V.“ gegründet.
1997, 2001 und 2009 wurde Lohsas Siedlung „Schönste Siedlung Sachsens“. Im folgenden Bundeswettbewerb wurde man jeweils Zweiter.

Verein Siedler Lohsa e. V.: Jürgen Bomsdorf, Gartenweg 2, Lohsa, Tel. 035724 50650.

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