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Hoyerswerda
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Bröthener Bahnteiche werden Ziel einer Extremwanderung

Ein Radeburger Wanderfreund wurde auf das Biotop unweit von Bröthen aufmerksam gemacht.

Von Ralf Grunert
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Zu den Bröthener Bahnteichen gehört Schwausches Teich. Das Foto zeigt ihn im Sommer mit Zwiebelbinsen, Schwimmblattgesellschaften und Röhricht.
Zu den Bröthener Bahnteichen gehört Schwausches Teich. Das Foto zeigt ihn im Sommer mit Zwiebelbinsen, Schwimmblattgesellschaften und Röhricht. © Foto: Herbert Schnabel

Bröthen/Michalken. „Zwischen den Ortsteilen Bröthen und Schwarzkollm der Stadt Hoyerswerda, unmittelbar am Rande eines Grauwacke-Steinbruchs gelegen, befindet sich ein kleines Teichgebiet, das früher vom Anglerverband bewirtschaftet wurde. Die ersten 1,5 Hektar Teiche wurden 2002 vom Nabu gepachtet, weitere Teiche zwei Jahre später gekauft. Zu den 12 Hektar Eigentumsflächen gehören auch Felder, Wiesen und Wälder.“ So lauten die einleitenden Ausführungen zu den Bröthener Bahnteichen von Herbert Schnabel von der Nabu-Ortsgruppe Wittichenau im aktuellen Nabu-Report. Diesen Report hat auch Henry Lehmann aus Radeburg in die Hände bekommen und erfahren, dass es das Anliegen der Nabu-Ortsgruppe ist, durch eine naturschutzgerechte Pflege der Biotope die Entwicklung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt zu fördern.

„Seit 2003 steht die jährliche Teichpflege auf dem Arbeitsplan. Dazu gehört die abschnittsweise Schilfmahd mit Wathosen im Wasser oder im trockenen Teich, die Unterhaltung der Staueinrichtungen sowie die Pflege der Zu- und Abflussgräben. In den letzten Jahren wurden 30 Obstbäume gepflanzt und so die Entwicklung einer Streuobstwiese begonnen. Die Teiche haben auch eine wichtige Funktion im regionalen Biotopverbund zwischen Dubringer Moor und der Bergbaufolgelandschaft nördlich von Hoyerswerda“, dies weitere Einzelheiten aus dem Nabu-Report.

Der Radeburger interessiert sich nicht ohne Grund für die Bröthener Bahnteiche. Er ist überzeugt davon, mit diesen ein lohnenswertes Ziel für eine Wanderung gefunden zu haben. „Ich bin von einem Hoyerswerdaer Wanderfreund darauf aufmerksam gemacht worden“, ließ er TAGEBLATT wissen. Die von ihm ins Auge gefasste Wanderung wird allerdings eine der sehr anspruchsvollen. Ab 100 Kilometer am Stück ist von Extremwandern die Rede. Beim Start in Radeburg bis zu den Bröthener Bahnteichen und zurück wird die 100-Kilometer-Marke geknackt. Henry Lehmann hat vor, diese Tour für den Sächsischen Wanderkalender anzumelden. Der wird vom Sächsischen Wander- und Bergsteigerverband herausgegeben und erscheint jährlich im Dezember. In der nächsten Ausgabe soll auch die Wanderung zu den Bröthener Bahnteichen angeboten werden. Termin zur Durchführung: Juni 2023.Diese Popularität der Bahnteiche überrascht nicht nur Herbert Schnabel, sondern auch Hagen Rothmann, den Vorsitzenden der Nabu-Ortsgruppe Wittichenau. Durch TAGEBLATT erfuhren beide vom Vorhaben des Radeburgers. Die Wanderfreunde sind willkommen. „Das Gelände ist frei zugänglich. Das kann man sich gern anschauen“, sagt Hagen Rothmann, der voraussetzt, dass alles ordentlich wieder verlassen wird. Und Herbert Schnabel bremst allzu große Erwartungen. „Viel zu sehen gibt es da ja nicht, außer eben das Biotop.“