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Corona-Drama in zwei Wellen

Die erste Covid-19-Infektion im Raum Hoyerswerda wurde Anfang März registriert – mitgebracht aus Südtirol.

Passend gekleidet: Zwerg am Knappensee.
Passend gekleidet: Zwerg am Knappensee. © Foto: Elvira Hantschke

Hoyerswerda. Ebenso wie die Spanische Grippe nach dem Ersten Weltkrieg geht auch die Corona-Pandemie in die Geschichtsbücher ein. Sie war im Jahr 2020 das beherrschende Thema auf der ganzen Welt, hat viel Leid und das öffentliche Leben zeitweise fast zum Stillstand gebracht. Bis zum Jahreswechsel wurden im Landkreis Bautzen 311 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Und so nahm die Pandemie hier ihren Lauf:

Der erste Corona-Fall im Landkreis – in Hoyerswerda

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Am 7. März vermeldete das Sächsische Sozialministerium die ersten Corona-Fälle im Landkreis Bautzen. Eine Frau aus dem Raum Hoyerswerda hatte sich nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub in Südtirol aufgrund von Erkältungssymptomen beim Gesundheitsamt gemeldet. Sie war positiv getestet worden, aber schon auf dem Weg der Besserung. Bei der Testung von etwa 20 Kontaktpersonen der Frau gab es drei weitere positive Resultate.

Besuchsstopp im Klinikum und in Seniorenheimen

Nach Bekanntwerden, dass eine mitarbeitende Person mit dem Coronavirus infiziert ist, haben das Haus Rosengarten und das Laurentius-Haus in Hoyerswerda am 9. März als erste Senioreneinrichtungen den Besucherverkehr gestoppt. Mitarbeiter und Bewohner gingen in Quarantäne. Das Lausitzer Seenland Klinikum hat anfangs gebeten, auf Besuche bei Angehörigen zu verzichten. Ab dem 16. März waren Besuche im Seenland-Klinikum komplett untersagt. Ausnahmen gab es nur im Bereich der Palliativstation und der Kinderstation.

Veranstaltungen abgesagt, Punktspielbetrieb eingestellt

Das Jugendnetzwerktreffen #mission2038 im Bürgerzentrum und das Frauenfrühstückstreffen im Visavis waren am zweiten März-Wochenende die ersten in Hoyerswerda abgesagten Veranstaltungen. Betroffen waren danach viele andere Veranstaltungen, darunter der Ostermarkt in der Lausitzhalle. In diversen Sportarten wurde der Punktspielbetrieb Mitte März eingestellt.

Kitas, Schulen, Rathäuser und andere Einrichtungen zu

Mitte März haben sämtliche Rathäuser im Hoyerswerdaer Land den Besucherverkehr eingestellt. Sie blieben aber telefonisch und per E-Mail erreichbar. Untersagt wurde die Nutzung von Sportstätten, Jugendclubs und Dorfgemeinschaftshäusern. Ab 18. März blieben alle Schulen und Kitas geschlossen. Eine Not-Betreuung wurde auf Antrag angeboten. Im Lessing-Gymnasium Hoyerswerda musste wegen mindestens einem Corona-Fall später auch die Notbetreuung eingestellt werden. Ende April öffneten die Schulen – anfangs nur für die Abschlussklassen.

Zwei Drittel der Läden im Center geschlossen

Ab 19. März mussten sämtliche Geschäfte geschlossen bleiben. Die Allgemeinverfügung des Freistaates ließ Ausnahmen zu, insbesondere im Bereich der Lebensmittel und der Waren des täglichen Bedarfs. Für das Lausitz-Center Hoyerswerda zum Beispiel bedeutete das, dass um die 70 Prozent aller Geschäfte geschlossen blieben. Abgesagt wurde auch der am 29. März geplante verkaufsoffene Sonntag. Per 19. März hat das Landratsamt Bautzen 48 bestätigte Corona-Infektionen vermeldet.

Der erste Corona-Todesfall in Hoyerswerda

Der erste Todesfall im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung wurde am 20. März in einem Pflegeheim in Hoyerswerda registriert.

Der Schließungsreigen zieht immer weitere Kreise

Ab 22. März mussten Gaststätten, Friseure, Baumärkte, Behindertenwerkstätten und Handwerksbetriebe mit direktem Kundenkontakt geschlossen bleiben. Daraufhin haben auch in Hoyerswerda verschiedene Gaststätten – aber längst nicht alle – einen Außer-Haus-Verkauf eingerichtet. Von Schließung betroffen war auch der Zoo Hoyerswerda.

Eine schrittweise Rückkehr zur Normalität beginnt

Ab 20. April durften Einzelhändler und Baumärkte wieder öffnen, ab 4. Mai auch die Friseurgeschäfte und Einrichtungen wie der Zoo Hoyerswerda – aber nur unter speziellen Auflagen. Mitte Mai folgten die Gaststätten. Menschenmassen waren am 21. Mai zum Himmelfahrtstag unterwegs. In den Kultureinrichtungen lief der Betrieb an. Im Juni öffnete das Waldbad Bernsdorf wieder, Anfang Juli nach 169 außerplanmäßigen Schließtagen das Lausitzbad.

Stiller Bürgerprotest an der B 96 in Hoyerswerda

Beginnend am 1. Mai fanden sich längere Zeit immer sonntags von 10 bis 11 Uhr an der B 96 nahe der Spremberger Brücke in Hoyerswerda Bürger zum stillen Protest gegen die Corona-Einschränkungen ein. Bis zu 100 Personen haben sich dort versammelt. Zwischenzeitlich gab es diesen Protest auch an der B 96 am Storchennest in Schwarzkollm.

Kaum noch Neuerkrankungen im Landkreis

Ende Mai tendierte die Anzahl der täglich neu registrierten Covid-19-Infektionen gegen null. Dieser Trend setzte sich fort. Am 19. Juni standen in der amtlichen Statistik nur noch drei Personen mit einer Covid-Infektion. Ende August laborierten fünf Personen im Landkreis an Covid-19.

Rummel als Ersatz für Hoyerswerdas Stadtfest

Das Stadtfest in der Hoyerswerdaer Neustadt fand zwar Anfang September nicht statt, aufgrund der geringen Infektionszahlen wurde aber ein Rummel zugelassen. So gab der „Lausitzer Jahrmarkt“ mit 30-Meter-Riesenrad ein viertägiges Gastspiel. Zugelassen waren maximal 1.000 Besucher zur selben Zeit auf dem Festgelände am Lausitz-Center.

Zweite Corona-Welle in Hoyerswerda angekommen

Ende September wurden zwei Corona-Patienten stationär im Klinikum behandelt. Zudem wurden mehrere Beschäftigte positiv auf Covid-19 getestet. Das Klinikum erlässt am 28. September erneut ein generelles Besuchsverbot. Anfang Oktober gab es mehrere Corona-Fälle am BSZ „Konrad Zuse“. Am 8. Oktober überstieg die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis die 50er-Marke, bei der verschärfte Einschränkungen greifen. Die Zahlen stiegen fortan dramatisch.

Ungebremst geht es auf den zweiten Lockdown zu

Seit dem 2. November sind Gaststätten wieder geschlossen. Die Karnevalisten in Wittichenau, Bernsdorf und Hoyerswerda sagten im November die Faschingssaison ab. Im Malteserstift „Sankt Adalbert“ in Wittichenau werden 35 Bewohner und Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Im Awo-Altenzentrum in Hoyerswerda sind 29 Bewohner und elf Mitarbeiter betroffen. Im Awo-Pflegeheim in Lohsa wird bei 51 Bewohnern und 23 Mitarbeitern eine Covid-19-Erkrankung festgestellt. Elf Bewohner starben binnen 14 Tagen. In der Asylbewerber-Unterkunft an der Müntzerstraße in Hoyerswerda haben sich fünf Bewohner mit Covid-19 infiziert. 20 Personen kommen in Quarantäne. Am 27. November erreichte die 7-Tage-Inzidenz im Kreis mit 393 einen Negativ-Rekord. Mitte Dezember liegt die Inzidenz bei fast 700. Damit gehört der Landkreis zu den Corona-Hotspots in Deutschland. Seit dem 10. Dezember gelten im Landkreis verschärfte Corona-Einschränkungen. Es gilt unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre sowie Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Das Lautaer Rathaus ging aufgrund vieler Corona-Fälle am 21. Dezember in Betriebsruhe. Zu diesem Zeitpunkt galt bereits: Lockdown!

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