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Covid-19 sorgt regional für mehr Sterbefälle

Die damit verbundenen Schwierigkeiten sind jedoch nicht überall dieselben.

Auch auf dem Waldfriehof in
Hoyerswerda
werden dieser
Tage vermehrt Menschen
bestattet, die an oder mit Covid-19 verstorben sind.
Auch auf dem Waldfriehof in Hoyerswerda werden dieser Tage vermehrt Menschen bestattet, die an oder mit Covid-19 verstorben sind. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wer Interesse an Todesanzeigen hat, der muss dieser Tage in der Lausitz leider sehr viel lesen. Von Hoyerswerdaer Ärzten ist entsprechend zu hören, sie könnten sich nicht erinnern, binnen kurzer Zeit so viele Totenscheine ausgestellt zu haben. Grund: Infektionen mit Sars-Cov-2-Viren und folgende Komplikationen.

Laut aktueller Studienlage sterben durchschnittlich zwischen 0,6 und zwei Prozent aller Infizierten, schreibt das Wissenschaftsmagazin „Spektrum“. Im Kreis Bautzen lag die Zahl am Mittwoch bei rund 16.200 Infektionen seit März 2020 bei 2,5 Prozent, also etwas höher. Das lässt sich damit erklären, dass die Sterblichkeit mit steigendem Alter dramatisch zunimmt. Liegt sie bei Unter-60-Jährigen unter einem Prozent, steigt sie ab diesem Alter auf vier bis sechs Prozent. Bei Über-80-Jährigen sind es dann sogar 13 Prozent, so „Spektrum“. Und bekanntlich ist das Durchschnittsalter in der Region allgemein recht hoch.

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Die Krankenhäuser haben es dabei sogar mit noch deutlich höheren Prozentzahlen zu tun. Das Krankenhaus in Spremberg meldete vorige Woche für das vergangene Jahr insgesamt 135 Covid-19-Patienten. Davon verstarben 31 – 23 Prozent. Ähnliche Angaben macht das Seenland-Klinikum in Hoyerswerda. Von den im Jahr 2020 hier betreuten 382 Personen mit Covid-19 starben 104 – 27 Prozent.

Mehr als 400 Tote im Kreis Bautzen

Am Mittwoch überstieg die Zahl der seit März gezählten Covid-19-Toten in der Amts-Statistik des Kreises Bautzen die 400er-Marke. Dabei waren hundert der Betroffenen, also ein Viertel, erst seit dem Jahreswechsel, also innerhalb der letzten zwei Wochen verstorben. Am Donnerstag kamen weitere fünf Tote hinzu, sodass nun insgesamt 409 Todesfälle registriert sind.

Vertreter der Stadtverwaltung Spremberg und des dortigen Krankenhauses schildern die mit den erhöhten Sterbezahlen verbundenen Schwierigkeiten wie folgt: Da über Weihnachten und Neujahr die sechs Leichen-Kühlzellen im Hospital nicht mehr ausreichten, musste eine seit langem nicht mehr benutzte Kühlanlage auf dem Spremberger Friedhof wieder in Betrieb genommen werden. Und: Für Januar seien alle Bestattungstermine ausgebucht, während es im Februar bereits eng werde. Die Verwaltung warnte sogar, dass es mit dem Winterdienst schwierig werden könnte, weil dafür dieselben Mitarbeiter zuständig sind wie für die Beerdigungen – und diese nun einmal Vorrang hätten.

In Hoyerswerda reichen die Termine

In Hoyerswerda dagegen ist die Friedhofsverwaltung bisher nicht überlastet. Das Rathaus sagt, pro Woche könnten allein auf dem Waldfriedhof (also ohne die Friedhöfe der Ortsteile) bis zu 23 Bestattungstermine zur Verfügung gestellt werden. Mit Stand vom Montag dieser Woche waren für den Januar noch 32 Termine frei. Für den Februar waren es rechnerisch 72. „Dabei handelt es sich zwar häufig um Termine am Morgen um 8.30 Uhr, allerdings könnten selbst an Samstagen noch Termine vereinbart werden. Wunschtermine können aber nicht immer berücksichtigt werden“, erklärt das Hoyerswerdaer Rathaus. Im Vergleich mit Spremberg macht sich hier eine andere Struktur bemerkbar. Denn um das Präparieren der Gräber kümmern sich in Hoyerswerda anders als in der Nachbarstadt andere Leute als jene, die Straßen und Wege vom Schnee zu räumen haben.

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