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Dank Mitmach-Fonds feiert Geierswalde

Mit viel Eigeninitiative wurde im Ehrenamt die Erneuerung des Spielplatzes realisiert. Das freut nicht nur die Kinder.

Die Kinder des Ortes nahmen den Spielplatz umgehend ein. Der Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark schaute ebenfalls vorbei, um den Geierswaldern zu ihrer neuen Errungenschaft zu gratulieren und sich für das Engagement zu bedanken.
Die Kinder des Ortes nahmen den Spielplatz umgehend ein. Der Elsterheide-Bürgermeister Dietmar Koark schaute ebenfalls vorbei, um den Geierswaldern zu ihrer neuen Errungenschaft zu gratulieren und sich für das Engagement zu bedanken. © Foto: Gernot Menzel

Geierswalde. Nicht nur die Kinder aus Geierswalde und den anderen Elsterheider Ortsteilen können sich über die Neugestaltung des Spielplatzes freuen. Denn ebenso häufig halten sich auch Besucher des Seenlandes in Geierswalde auf, und Familien nutzen die Spielgeräte in ihrem Urlaub. Und weil so viel Eigeninitiative der Einwohner in der Realisierung des Projektes steckt, verwundert es nicht, dass viele Akteure zur Einweihung kamen.

Vergangenen Sonnabend lud die Arbeitsgruppe um Roswitha Rossmann, die Ex-Hauptamtsleiterin der Gemeinde Elsterheide, alle Helfer und Sponsoren zu einer kleinen Dankesveranstaltung ein. Zuvor wurde der Spielplatz freigegeben – begleitet von Kapellmusik.

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Der Spielplatz war stark in die Jahre gekommen, die Geräte in Mitleidenschaft gezogen und der Instandhaltungsaufwand entsprechend hoch. „Fast alles war aus Holz und musste immer wieder repariert werden“, erklärt Martina Schudack. Die Geierswalder Ortsvorsteherin verweist darauf, dass das bis zur Erneuerung der älteste Spielplatz in der gesamten Gemeinde war. Handlungsbedarf bestand schon lange. Sie spricht von der Errichtung Anfang der 1990er-Jahre.

30.000 Euro aus dem Mitmach-Fonds

Die Umgestaltung wurde beim Ideenwettbewerb Sächsische Mitmach-Fonds eingereicht, und es konnte erfolgreich eine Förderung in Höhe von 30.000 Euro akquiriert werden – in der neuen Kategorie „Kommune“. In diesem Bereich „werden Projektideen der kommunalen Ebene prämiert, welche die Vernetzung mit den Bürgern und somit die Lebensqualität sowie Mobilität in der Region verbessern“, heißt es dazu auf der entsprechenden Homepage. Generell werden dabei Ideen gesucht, die den Strukturwandel in den Braunkohleregionen positiv gestalten. Und so konnte das „dörfliche Zentrum von Geierswalde inmitten des Lausitzer Seenlandes“ neu hergerichtet werden.

Es wurde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Ortschaftsrates gegründet, die sich dieser Aufgabe angenommen hat. Zuerst gab es eine Begehung, um auszumachen, wie der Zustand wirklich ist. Eine Schaukel wurde erhalten, neu lackiert und umgesetzt. Alles andere – Wippe, Balancierpfad, Sandkasten, Federwippe und Rutsche – wurden gänzlich demontiert. Anschließend wurde das Ensemble veräußert. Über eine Auktions- und Verkaufsplattform gingen die Geräte weg und brachten sogar noch 400 Euro ein. Nach dem Kenntnisstand sollen die Spielgeräte andernorts aufgearbeitet und wieder aufgebaut werden.

Auch das alles war nur möglich, weil Einzelpersonen, Gruppen und Vereine, insgesamt etwa 45 Personen, sich stark einbrachten. Die Demontage, das Betonieren und letztlich der Aufbau wurden in vielen Arbeitsstunden selbst gestemmt. Martina Schudack schätzt, dass so um die tausend Stunden eingebracht wurden, die mit der Planung begannen und der Umsetzung endeten. „Durch Eigenleistung sind etwa 9.600 Euro erwirtschaftet worden“, so die Ortsvorsteherin, die dankbar ist für jede Art der Unterstützung. Überhaupt zeichnet das die Dorfgemeinschaft aus: „Wir haben viele Vereine, ein tolles Vereinsleben und eine Hand hilft der anderen.“

Auf anderen Spielplätzen umgeschaut

Bevor es an eine Auswahl neuer Spielgeräte ging, wurden durch Mütter auch andere Spielplätze in der Umgebung aufgesucht, um den Kinderwünschen zu entsprechen. Und Roswitha Rossmann brachte ihre Erfahrungen ein, die sie in ihrer beruflichen Laufbahn in der Verwaltung gemacht hat. Die Wahl fiel auf Elemente aus Edelstahl, das sei einfacher zu warten und zeichne sich durch eine gewisse Langlebigkeit aus, so die Begründung der Arbeitsgruppe.

Konkret begann im Oktober letzten Jahres der Abbau, im Januar wurden die Geräte angeliefert, die vorübergehend privat eingelagert werden konnten, und schließlich wurde die Anlage am 15. Mai durch den TÜV abgenommen, weiß Martina Schudack. Nun gibt es unter anderem eine Seilbahn, eine Wippe, die aufgearbeitete Schaukel, ein großes Klettergerüst mit Rutsche und Sandkastenbereich. Ebenso wurden Bäume und Sträucher gekauft, eine neue Anpflanzung ist erfolgt. Eine aus einem Maibaum angefertigte Bank wurde beigesteuert. Nun könnten mit dem restlichen Geld noch Müllbehälter ergänzt werden, so die Idee. Denn die Geräte allein kosteten um die 26.000 Euro. „Wir hätten das Geld auch komplett ausgegeben, aber durch die Unterstützung ist noch etwas übrig“, erklärt Martina Schudack. Auch der nötige Kies und Beton wurden gesponsert.

Die Einweihung sollte ursprünglich zum Kindertag am 1. Juni stattfinden, aber da gab es noch einige Beschränkungen, die das nicht möglich machten. So packten am letzten Sonnabend wieder viele mit an, um allen zu danken, die beteiligt waren: der Dorfclub, die Jagdgenossenschaft, die Kunterbunte Kinderwelt, die Freunde des Maibaumes und andere. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist ein Paradebeispiel für gelebte Gemeinschaft und gemeinsames Engagement im Dorf“, hat der Bürgermeister, Dietmar Koark, diesen Dank während der Veranstaltung am vergangenen Wochenende gegenüber allen Beteiligten zum Ausdruck gebracht.

Ein kleines Highlight soll künftig noch ein Zaun sein, der am Übergang zur „Grubenlampe“ aufgestellt werden wird. Einige Bretter wurden dazu schon von Kindern aus dem Ort bemalt und anschließend lackiert. Neun Holzbretter befinden sich derzeit in der Partnergemeinde Mühlhausen im Täle, nahe Stuttgart. Dort gestalten Kindergarten- und Grundschulkinder das Zaunholz. Bürgermeister Bernd Schaefer selbst hat sich dieser Aktion angenommen, weiß Martina Schudack und freut sich über dieses „Zeichen der Freundschaft“.

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