SZ + Hoyerswerda
Merken

Dann mal ran an die Töpfe und Pfannen

Das Hoyerswerdaer KuFa-Kochstudio hat viel vor. Die Gründungsveranstaltung überraschte mit dem spontanen Ergebnis: Komplett ausgebucht.

 4 Min.
Teilen
Folgen
„Gut Brät“ – ein Teil der Interessenten, die sich im KuFa-Kochstudio mit Ingo Lemmer (3.v.l.) engagieren wollen.
„Gut Brät“ – ein Teil der Interessenten, die sich im KuFa-Kochstudio mit Ingo Lemmer (3.v.l.) engagieren wollen. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Überrascht von der Reaktion auf ihre direkte Einladung am Tage welchem, waren die Hoyerswerdaer KulturFabrikanten: Ein kurzer Aufruf – und schon war das geplante KuFa-Kochstudio bei dessen Gründungsveranstaltung am vergangenen Mittwoch im Café „Auszeit“ innerhalb kürzester Zeit restlos ausgebucht. Dabei hatte Initiator Ingo Lemmer bis dahin im Vorfeld nur wenige Rückmeldungen von Interessenten erhalten.

Der „volle Schwung“ an Teilnehmern und Anmeldungen kam erst im Laufe des Abends zusammen. Aber dafür um so eindrucksvoller! Über zwanzig Hobbyköche, darunter auch einige Experten mit Küchen-Erfahrung weit über das Private hinaus, wollen zukünftig gemeinsam kochen, Speisen kreieren, Spaß haben, Erfahrungen austauschen – und dabei auch noch etwas Gutes leisten.

Ingo Lemmer, ehemaliger Betreiber des Cafés „Auszeit“, arbeitet seit einiger Zeit in Dresden als Leiter einer Kantine, die 750 Mitarbeiter beschäftigt. Neben seiner Freizeittätigkeit als Fußballtrainer an der Technischen Universität in Dresden möchte der 53-Jährige auch der KulturFabrik Hoyerswerda treu bleiben und diese auch unterstützen. Daher die Idee, ein Kochstudio gründen zu wollen. Was dem Wahl-Bernsdorfer bei dem Projekt sehr wichtig ist: „Ich möchte das Vorhaben nur anschieben und beim Kochen hilfreich zur Seite stehen. Ideen sollten wir alle gemeinsam planen und auch umsetzen.“

Stets mit Bravour bestanden

Der ehemalige KuFa-Gastronomieleiter hat vor einiger Zeit bereits Kinder-Kochkurse geleitet – unter anderem auch in der Hoyerswerdaer KulturFabrik. Seit Antritt des neuen Jobs in der Landeshauptstadt kann Ingo Lemmer freilich nur noch die Abendstunden für Kurse nutzen. Deshalb liegt der Fokus des 53-Jährigen nunmehr auf die (künftigen) Kochkünste der Erwachsenen.

Der Ex-KuFa-„Café-Auszeit“-Koch ist Voll-Profi: Ob nun Silvesterabende, Küchenduell, Quizveranstaltungen, Vorträge, Familienfeiern oder spezielle Aktionstage – Ingo Lemmer hat die kulinarischen Herausforderungen stets mit Bravour gemeistert.

Lieferservice „wie im Kino“

Einer seiner neuen „Schüler“ jetzt ist Toni Züchner. Der Hoyerswerdaer Kino-Chef half dem ehemaligen KuFa-Gastronomieleiter bereits Anfang des Jahres beim „mobilen Mittagstisch“, bei dem auch so manches neue Rezept probiert und getestet wurde. In Folge der Corona-Pandemie wurde das Mittagsangebot den Gästen direkt aus dem Bürgerzentrum in der Braugasse auf Wunsch nach Hause geliefert. Einen Bringe-Service mit dem Kino-Boss – das gab es wohl auch nicht alle Tage. Sowohl Ingo Lemmer als auch Toni Züchner nutzten die Pandemie, um neue Chancen zu ergründen. Sich in anderen Bereichen auszuprobieren, um nicht gelangweilt und frustriert zu Hause ’rumsitzen zu müssen.

Die beiden KuFa-Vereinsmitglieder stellten auch fest: Die gemeinsame Arbeit macht zusammen richtig Spaß!

Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass Toni Züchner zu den Mitgliedern des neuen KuFa-Küchenstudios gehört: „Mir macht das Kochen Freude – und ich habe festgestellt, dass da bei mir noch sehr viel Potenzial «nach oben» vorhanden ist“, schätzt der CineMotion-Leiter ein. Nun, da wird sich ja rasch Zuwachs schaffen lassen.

Auch von der Hoyerswerdaer Firma „Büro digital“ gibt es eine Zusage: Die mehr als zehn Mitarbeiter möchten das neue Vorhaben „KuFa-Kochstudio“ mit aktiver Beteiligung regelmäßig unterstützen. Auch die Ernährungs-Expertin Maja Lehmann und ihre Tochter Lucy freuen sich auf die neue Herausforderung. Für Holger Schulz schließt sich mit dem neuen Projekt ein Kreis: Der 64-Jährige hat einen Enkelsohn, der einst bei Ingo Lemmer im Kinder-Kochclub Mitglied war und nun eine Lehre zum Koch absolviert – während sein Großvater Holger im KuFa-Kochstudio weiterkocht.

Suppen für den Weihnachtsmarkt

Kerstin Blümel aus Weißkollm brachte die Idee ein, für Senioren zu kochen, um Vereinsamung entgegenzuwirken.

Apropos Ideen: Davon gibt es bei den Hobbyköchen reichlich. So schwebt den Mitgliedern vor, Besucher der KulturFabrik kulinarisch zu verwöhnen, Schüler für das Hobby „Kochen“ zu begeistern, sozial benachteiligte Menschen zu unterstützen und Suppen auf dem Weihnachtsmarkt anzubieten. Da braut (kocht) sich etwas sehr Positives zusammen.