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Das Kinolino war in Hoyerswerda zu Gast

Sogar die Kinderjury hat den Weg in die KuFa gefunden. Nun stehen Preisträger fest.

Dieser Anblick war neu in Hoyerswerda. Insgesamt neun Filmvorstellungen liefen während des Kinolino im Saal des Bürgerzentrums.
Dieser Anblick war neu in Hoyerswerda. Insgesamt neun Filmvorstellungen liefen während des Kinolino im Saal des Bürgerzentrums. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda/Dresden. In den beiden Wochen der sächsischen Herbstferien fand wieder das Kinderfilmfest Kinolino statt. Das aus Dresden stammende Format wurde mittlerweile zum 27. Mal veranstaltet. Seit 1994 werden so jährlich mehrere tausend junge und alte Besucher in die Dresdener Kinos und Säle gelockt. Doch eine Neuerung gab es diesem Jahr: Erstmals war mit der KulturFabrik eine Spielstätte außerhalb der Landeshauptstadt mit dabei.

Die Filmauswahl hat für junge Zuschauer im Alter von vier bis 14 Jahren etwas bereitgehalten. Zum Beispiel sind Kurzfilmprogramme speziell für die Jüngsten konzipiert. So kann der Erstkontakt mit dem Kino gelingen, wenn gemeinsam mit Eltern und Großeltern Filme gesehen werden.

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Das Festival stand in diesem Jahr unter dem Thema „weltweit“. Davon war das Programm geprägt. Der Film „Zu weit weg“ greift sowohl lokale Themen als auch globale auf und schafft eine neue Verknüpfung. Der Junge Ben steht vor der Herausforderung, sich in einer neuen Stadt und Schule einzuleben, weil sein Heimatdorf dem Braunkohlebagger weichen muss. Dem syrischen Flüchtling Tariq geht es ähnlich mit dem neuen Umfeld. Auf dem Fußballplatz stehen sie sich jedoch als Konkurrenten gegenüber. Was unterscheidet die beiden voneinander? Und was eint sie?

Dieser Film lief unter anderem in der KuFa. Und sogar die Kinderjury des Kinolino sah diesen Streifen in Hoyerswerda. Dieses Gremium aus jungen Kinobegeisterten ist eine Besonderheit des Festivals. In diesem Jahr gehörten neun Kinder der Jury an.

Uta Quietzsch ist Medienpädagogin und betreut die Kinderjury. Sie kamen nach Hoyerswerda, um gemeinsam „Zu weit weg“ zu sehen und anschließend zu bewerten. Denn am Ende des Kinolino steht eine Preisverleihung.

In drei Kategorien werden Preisträger gesucht. Dafür sah die Kinderjury insgesamt zehn Filme. Auf diese verantwortungsvolle Tätigkeit wurden die Kinder im Alter von 10 bis 13 in einem Workshop während der vergangenen Sommerferien vorbereitet. Es geht darum, „genauer zu betrachten und zu analysieren“, wie es Uta Quietzsch beschreibt. Welches Thema wird behandelt? Wie wird es filmisch bearbeitet? Was macht das mit dem Zuschauer? Sind die Figuren glaubwürdig? All das findet neben den Gesichtspunkten Kamera, Schnitt und Ausstattung Beachtung. Auf einem Bewertungsbogen wird alles festgehalten und Punkte vergeben. Auf dieser Grundlage kam die Jury vergangene Woche ein letztes Mal zusammen. Die feierliche Preisverleihung fand am 1. November im Zentralkino in Dresden statt. „Das Glaszimmer“ wurde als spannendster Film ausgezeichnet, „Die Adern der Welt“ in der Kategorie emotional berührendster Film und als abenteuerlustigster Film wurde „Jim Knopf und die Wilde 13“ gewählt. Die Kinder hielten die Laudationen und überreichten die „Goldenen Hechte“.

Zwei Aspekte sind für Uta Quietzsch besonders wichtig: die Kinder der Jury fanden sich als Gruppe und konnten sich gegenseitig bereichern und weiterhin die Idee, dass Filme nicht nur blind konsumiert werden, sondern eine Auseinandersetzung stattfindet. Von dem Besuch in der KuFa, als „kreativem Ort“, zeigte sie sich begeistert und weiß auch um die Schwierigkeiten, „im ländlichen Raum etwas neben dem Mainstream zu etablieren“.

Der KuFa-Verantwortliche für Filmprojekte, Karsten Held, hätte sich mehr Zuspruch gewünscht, aber möchte das gerne im nächsten Jahr wiederholen.

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