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Das Kleine Schwarze jetzt aus Hoyerswerda

An der Krabatmühle wird exklusiv Schwarzer-Müller-Eis vertrieben – nicht mehr aus Berlin, sondern von Eis-Uli

Premiere: „Schwarzer-Müller-Eis“ in den Geschmacksrichtungen Schoko, Vanille und Erdbeer hergestellt bei Eis-Uli in Hoyerswerda. Mary Rose Hübler, Virginia Avendanio Gbureck, Eis-Uli-Geschäftsführer Henry Gbureck und Nikki Lorraine Mengote (v.l.)
Premiere: „Schwarzer-Müller-Eis“ in den Geschmacksrichtungen Schoko, Vanille und Erdbeer hergestellt bei Eis-Uli in Hoyerswerda. Mary Rose Hübler, Virginia Avendanio Gbureck, Eis-Uli-Geschäftsführer Henry Gbureck und Nikki Lorraine Mengote (v.l.) © Foto: Uwe Jordan

Schwarzkollm. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren; am 18. Mai 2011, fand das Schwarze Eis erstmals seinen Weg in die Presse: TAGEBLATT berichtete, das Experiment der Krabatmühle; schwarzes Eis „Vanille“ und „Schoko“ anzubieten, sei von den Gästen begeistert aufgenommen worden. Richtig schwarzes Eis; nicht kakaobraun, sondern pechkohlrabenschwarz; gefärbt mit Pflanzenkohle.

Jetzt endet(e) diese Ära – aber nur, um eine neue zu eröffnen. Denn fortan wird das Kleine Schwarze nicht mehr in Berlin hergestellt, sondern bei Eis-Uli in Hoyerswerda. Es ist, Gäste-Wünschen entsprechend, ein neues Aroma hinzugekommen: Erdbeer. Der Farbstoff ist Pflanzenkohle geblieben und im Eis nicht minder intensiv, doch genießerfreundlicher: langanhaltend schwarze Lippen und Zähne wie beim Hauptstadt-Eis sind jetzt Geschichte.

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Der Suezkanal stand im Wege

Aber nicht deshalb haben sich Berlin und Schwarzkollm getrennt. Sondern, wie Krabatmühlen-Geschäftsführer Tobias Zschieschick bei der Markt-Einführung der kühlen Köstlichkeit betonte, habe man regional produzieren; umweltfreundlicher die langen Wege aus Berlin vermeiden wollen – und Eis-Uli sei ja eine Erste Adresse.

Doch gab’s Misslichkeiten zu überwinden, wie Eis-Uli-Geschäftsführer Henry Gbureck anekdotenhaft mitzuteilen wusste. Man habe das Original-Rezept nicht gehabt (Berliner Firmengeheimnis!), aber Ehefrau Virginia, Eisprinzessin des Hauses, habe das Eis nicht nur neu, sondern, wie eine Geschmacksprobe aller Beteiligten bestätigt habe: besser geschaffen. Dann kam der Suez-Kanal. Der havarierte Container-Super-Frachter „Ever Given“ blockierte ab dem 23. März sechs Tage lang den Handelsweg – und damit auch das Schiff mit fast der kompletten Ladung Eisbecher fürs Schwarze: Nur 10 % der 40.000 Behältnisse waren durchgekommen; immerhin genug, um den Saisonstart zu retten. Der Rest ist vom Lieferanten hoch und heilig für diese Woche versprochen worden. Die Löffel, die zum Eis gehören und von Eis-Uli mitgeliefert werden, erwiesen sich trotz langfristiger Bestellung und leichtfertiger Zusage, die später einfach zurückgenommen wurde, als Mangelware; sind aber nun auch aus Restbeständen aufgetrieben worden.

Eis-Uli ist ja Spezialist fürs Möglich-Machen. So hat man schon für die Lausitzer Ölmühle probehalber Quark-mit-Leinöl-Eis samt Zwiebelring obenauf hergestellt; für eine Biker-Party Bier-Eis mit kräftiger Hopfennote – und auf Kundenwunsch Milchreis-Eis: 15 Liter, die weggingen wie warme Semmeln (nein: wie köstliches Eis in der Sommerhitze). 15 Liter sind etwa die Minimalmenge für Anfertigungen nach Maß.

Das Schwarze-Müller-Eis aber gibt’s ausschließlich an der Krabatmühle Schwarzkollm. 2,20 Euro kostet der Becher mit dem von Ringo Kloß neu designeten Deckel. 2- bis 10.000 Stück hofft die Krabatmühle („wetter und corona-abhängig“) pro Jahr umsetzen zu können: magische Konkurrenz oder Ergänzung für die legendären Buttermilch-Plinsen der Mühle.

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