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Das „Modellquartier am Lausitzer Platz“ umfasst die halbe Neustadt

In Hoyerswerda werden weitere Pläne für den nötigen Ersatz der Fernwärmelieferungen aus Schwarze Pumpe geschmiedet.

Für den hier hervorgehobenen Teil der Stadt laufen Untersuchungen zu künftig möglichen Szenarien der Wärmeversorgung.
Für den hier hervorgehobenen Teil der Stadt laufen Untersuchungen zu künftig möglichen Szenarien der Wärmeversorgung. © Grafik: tilia GmbH

Hoyerswerda. Dass der Ersatz der Fernwärme für große Teile der Stadt bei der abzusehenden Abschaltung des Leag-Kraftwerkes in Schwarze Pumpe eine der größeren Herausforderungen ist, wurde über die letzten Monate mehrfach von verschiedenen Seiten herausgestrichen. 105 Gigawattstunden müssen demnach ersetzt werden.

Der Chef der Versorgungsbetriebe Wolf-Thomas Hendrich etwa sprach erst im März im Stadtrat von drei denkbaren Varianten: Für eine neue Fernwärmeleitung zur Müllverbrennungsanlage Lauta, erklärte er, gebe es schon einen möglichen Trassenverlauf. Außerdem haben die VBH sowie die gleichfalls betroffenen Stadtwerke Weißwasser und die Städtischen Werke Spremberg Ende Juli einen Fördergeldbescheid über 520.000 Euro bekommen, um mit den Mitteln eine sogenannte Transformationsstudie in Auftrag geben zu können.

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Nun teilt die Stadt Details dazu mit, wie Variante drei angegangen werden soll. Mit „klimaneutrale Quartierslösungen“ hatte Hendrich im Stadtrat den Gedanken umschrieben: lokale Wärmeerzeugung dezentral an mehreren Stellen im Stadtgebiet.

Es geht nach den Informationen aus dem Rathaus nun zunächst auch in diesem Zusammenhang um Untersuchungen und Planungen. Zwischenziel ist ein sogenanntes Quartierskonzept: „Im Mittelpunkt des Konzeptes stehen erneuerbare Energien und deren Speicherlösungen sowie die Reduzierung von CO2-Emissionen.“

Man hat sich gemeinsam mit dem Leipziger Beratungsunternehmen tilia, das die Stadt schon geraume Zeit in solchen Fragen unterstützt, als Gebiet für das Vorhaben etwas ausgesucht, das leicht missverständlich „Modellquartier am Lausitzer Platz“ heißt. Denn das Untersuchungsgebiet umfasst neben dem Stadtzentrum auch die WK I, II, III und VE sowie das Areal von Festplatz, Gondelteich und Lausitzbad. Insgesamt ist es rund 190 Hektar groß und von ungefähr 8.000 Menschen bewohnt.

Fertigstellung am Jahresende

„Das Konzept soll aufzeigen, welche technischen und wirtschaftlich umsetzbaren Einsparpotenziale zum Beispiel durch die Sanierung des Gebäudebestandes sowie bei der Neuordnung der Wärmeerzeugung im Quartier bestehen. Dafür wird eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse durchgeführt. Auf dieser Grundlage werden konkrete Szenarien und Maßnahmen entwickelt, die unterschiedliche Lösungsvarianten einer neuen Wärmeversorgung für das Quartier aufzeigen“, beschreibt die Stadtverwaltung das Vorhaben. Die Ergebnisse könnten dann auf andere Stadtteile übertragen werden. Einen Großteil der Kosten übernimmt der Bund über seine KfW-Förderbank. VBH und tilia haben sich bis Ende des Jahres Zeit gegeben. Dann soll das Konzept fertiggestellt sein und anschließend dem Stadtrat vorgelegt werden.

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