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Das Preisgeld aus dem Mitmachfonds ist verplant

Die Schul- und Heimatstube Tätzschwitz bekommt eine Info-Tafel und einen neuen Ausstellungsraum – im Jubiläumsjahr.

Der Tätzschwitzer Ortsvorsteher Maik Zschiesche (v. l.), Martina Petschick als Leiterin der Schul- und Heimatstube und Wolfgang Siegel, Inhaber der gleichnamigen Werbefirma aus Lauta, beim Sichten von Vorschlägen für die Gestaltung eine Info-Tafel.
Der Tätzschwitzer Ortsvorsteher Maik Zschiesche (v. l.), Martina Petschick als Leiterin der Schul- und Heimatstube und Wolfgang Siegel, Inhaber der gleichnamigen Werbefirma aus Lauta, beim Sichten von Vorschlägen für die Gestaltung eine Info-Tafel. © Foto: Christine Primpke

Von Christine Primpke

Tätzschwitz. Die Schul- und Heimatstube Tätzschwitz ist ein Ort der Begegnungen und der Pflege des sorbischen Brauchtums im Herzen des Lausitzer Seenlandes. Sie wurde am 9. September 2001 im Gebäude der alten Volksschule in Tätzschwitz eröffnet. Hier besteht die Möglichkeit, eine Ausstellung zu mehr als sechs Jahrzehnten Schulgeschichte sowie zum Leben in der sorbischen Großfamilie von einst zu besichtigen. Ein großer Schatz ist der eigene Trachtenfundus.

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In der alten Schulchronik, die der langjährige Lehrer und Kantor Artur Winkler von 1910 bis 1943 schrieb, haben schon zahlreiche Besucher geblättert. Ausstellungsstücke wie Fotos, Schulaufsätze aus verschiedenen Epochen und Möbelstücke erinnern an vergangene Schulzeiten. Zudem findet sich im Hof ein Flachszimmer mit einem im Jahr 2009 originalgetreu aufgebauten Webstuhl, der seither zu Schaupräsentationen genutzt wird.

Die Freunde der Heimatstube organisierten in den zurückliegenden Jahren Themen-Sonntage für große und kleine Besucher. Auch Urlauber nutzen gern diese Angebote. Beliebt sind zum Beispiel Puppenspiel-Aufführungen mit dem Seenlandkasper. Vorträge rund um das Leben der Bienen mit Hobbyimker Dieter Bruck aus Tätzschwitz stießen ebenfalls auf Interesse. Verschiedene Veranstaltungen befassen sich mit der Pflege des sorbischen Brauchtums. Ein besonderer Höhepunkt ist der deutsch-sorbische Trachtengottesdienst zum Erntedankfest, der in den zurückliegenden Jahren mit der Krönung des Kürbiskönigs der Gemeinde Elsterheide verbunden wurde.

Im Jahr 2016 entstand auf dem Außengelände der alten Schule ein Brotbackhaus. Hier werden nicht nur knusprige Brote gebacken, sondern auch Weihnachtsstollen. Ein Hobbybäcker aus Berlin bot seine Unterstützung beim Stollenbacken an und befähigte die Freunde und Helfer der Heimatstube dazu, eigenständig diese Backkunst auszuüben. Und das mit viel Erfolg. Die knusprigen Landbrote werden gern gekauft, und die Stollen zur Weihnachtszeit sind sehr schmackhaft und beliebt.

Zunehmend richtet sich das kleine Dorfmuseum auf die sorbischen Wurzeln der Vorfahren aus. Hierzu findet zurzeit eine Umgestaltung statt. Möglich wurde diese durch den Sächsischen Mitmachfonds. In der Kategorie Zweisprachigkeit wurde die Schul- und Heimatstube im September 2020 mit einem Preisgeld von 5.000 Euro bedacht. Dieses Geld kommt zum Einsatz, um das Museum zweisprachig auszurichten sowie den Trachtenfundus künftig ansprechend zu präsentieren und zu lagern.

Konkret geht es darum, eine Info-Tafel auf dem Außengelände aufzustellen und einen neuen Ausstellungs- und Versammlungsraum herzurichten. In diesem Raum sollen künftig Vitrinen aus dem Schloss Hoyerswerda als Dauerleihgaben eine würdige Präsentation der sorbischen Trachten ermöglichen. Damit wird der jetzige Ausstellungsraum des Heimatmuseums entlastet. Das sorbische Leben und die Zeitzeugen der Schulgeschichte können besucherfreundlicher präsentiert werden.

Mit Blick auf die Umsetzung der Zweisprachigkeit fand Ende Januar das erste Arbeitsgespräch mit Wolfgang Siegel von der gleichnamigen Werbefirma aus Lauta statt. Es ging um die Gestaltung einer Info-Tafel mit Informationen über das Dorfmuseum aber auch über Tätzschwitz selbst in deutscher und sorbischer Sprache. Wenige Tage später präsentierte Wolfgang Siegel eine außergewöhnliche Gestaltungsvariante, nämlich eine Tafel in Form der Silhouette des Gebäudes der Heimatstube. Dieser exzellente Lösungsvorschlag fand bei den Organisatoren des Projektes Zustimmung. Über den exakten Stellplatz der Info-Tafel und das finale Design wird in der Sitzung des Ortschaftsrates am 22. Februar beraten.

Bis Ende Mai soll die Tafel errichtet werden. Bis dahin ist auch vorgesehen, den neuen Ausstellungsraum in Nutzung zu nehmen. Und dann wird in diesem Jahr auch noch ein Jubiläum zu feiern sein, nämlich das 20-jährige Bestehen der Schul- und Heimatstube. Aus diesem Anlass sollen am 10. Oktober um 14 Uhr – wenn es Corona zulässt – ein deutsch-sorbischer Trachtengottesdienst und eine anschließende Feierstunde mit vielen Gästen stattfinden.

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