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Das sorbisch-wendische Spektakel ist Samstag in Burg zu erleben

In über 50 Dörfern rund um Cottbus und im Spreewald wird wieder die niedersorbische Fastnacht „Zapust“ gefeiert.

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Dieses Bild entstand bei einem früheren Fastnachtsumzug in Werben.
Dieses Bild entstand bei einem früheren Fastnachtsumzug in Werben. © Foto: Möbes/Amt Burg

Von Beowulf Kayser

Cottbus/Burg/Peitz. Die Suche der Kreuzworträtsel-Freunde nach der Niedersorbischen Fastnacht mit sechs Buchstaben wird auch in diesem Jahr sicher wieder erfolgreich sein. „Zapust“ heißt das Zauberwort. Es treibt nach der Corona-bedingten Zwangspause erstmals wieder Tausende Jugendliche auf die Dorfstraßen und in die festlich geschmückten Säle. „In mehr als 50 Dörfern rund um Cottbus und auch im Spreewald wird jetzt wieder der fast 200 Jahre alte Brauch aus dem sorbisch-wendischen Arbeitsleben zwischen Ernte und Aussaat gefeiert“, sagte eine Sprecherin des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz. Mit der sorbisch-wendischen Fastnacht werden die winterlichen Arbeiten der Mädchen in den Spinnstuben („Spinte“) beendet. Und es wird – nachdem aller Flachs versponnen ist – kräftig gefeiert und Schabernack getrieben. Der wohl bekannteste sorbisch-wendische Brauch besteht aus drei Teilen: dem auch in der Oberlausitz bekannten „Zampern“ („Heischegang“), dem Fastnachtsumzug und dem abschließenden Eieressen der Jugend.

„Je höher man tanzt, desto größer wächst der Flachs im nächsten Jahr“, hat der Burger Kirchenälteste Heinrich Laurischa bereits 1931 über die sorbisch-wendische Fastnacht geschrieben. Auftakt ist traditionsgemäß immer das „Zampern“, bei dem die Dorfbewohner maskiert und in bunten Kostümen mit Musik und Rutenschlagen die „bösen Geister“ des langen Winters vertreiben. Als Dank erhalten die „Heischegänger“ Eier, Speck und ein kleines „Schärflein“ (Geldspende). Gewöhnlich eine Woche nach dem „Zampern“ erfolgt der „Zapust“-Umzug. Die Männer tragen meist einen schwarzen Anzug mit Hut und die Mädchen und Frauen ihre wunderschöne Festtracht. Mitgeführt wird fast immer ein Reisigbesen mit bunten Bändern, der den „letzten Rest des Winters“ wegfegt.

Das erste große sorbisch-wendische Spektakel gibt es in diesem Jahr am 21. Januar um 14 Uhr mit dem großen Fastnachtsumzug im Spreewaldkurort Burg (Beginn am Festplatz). „Hier wird von Jung und Alt die 130. Jubiläumsfastnacht gefeiert“, teilt die Burger Amtssprecherin Kerstin Möbes mit. Die rührigen Organisatoren wollen 130 Paare für den mehrstündigen Umzug mobilisieren. Die 183. Fastnacht wird am 28. Januar in Werben gefeiert. Zum 36. Mal veranstaltet das Niedersorbische Gymnasium in Cottbus am 26. Januar (ab 12 Uhr) den „Zapust“. Dabei werden rund 20 Paare der elften und zwölften Klassen in der niedersorbischen Festtagstracht mit Kapelle durch die Cottbuser Innenstadt ziehen. Eine der 15 Stationen ist auch das Rathaus, wo der Umzug vom neuen Cottbuser Oberbürgermeister empfangen werden soll. Noch bis zum 25. März gibt es jede Woche einen oder sogar mehrere Termine für den „Zapust“ in der Niederlausitz.

Infos und alle Termine: www.spreewald-info.de