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Der andere Adventskalender macht Mut

Irene Hoffmann (79) unterstützt gern andere Menschen und Einrichtungen. Und sie gibt gern eine Botschaft weiter.

Irene Hoffmann freut sich über den „Anderen Adventskalender“, der ihr an jedem neuen Tag Mut, Hoffnung und Freude bringt. Im Hintergrund zu sehen: das Hoyerswerdaer Martin-Luther-King-Haus, in dem sie lange Zeit ehrenamtlich gewirkt hat.
Irene Hoffmann freut sich über den „Anderen Adventskalender“, der ihr an jedem neuen Tag Mut, Hoffnung und Freude bringt. Im Hintergrund zu sehen: das Hoyerswerdaer Martin-Luther-King-Haus, in dem sie lange Zeit ehrenamtlich gewirkt hat. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Unzweifelhaft gehört Irene Hoffmann zu den positiv denkenden Menschen. Die 79-Jährige gibt davon, also von ihrem Optimismus, auch gern etwas ab – wenn es gebraucht wird und gewollt ist. Kompass dabei ist ihre Empathie, verbunden mit dem Gefühl, genau an der richtigen Stelle zu erkennen, wann es hilfreiche Worte des Mutes und des Aufgefangen-Werdens braucht.

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Wer Irene Hoffmann näher kennt, weiß dass Müßiggang für die Seniorin ein Fremdwort ist. Per pedes oder mit dem Fahrrad – die Hoyerswerdaerin ist in ihrer Heimatstadt viel unterwegs. Die gelernte Kinderkrankenschwester war bis vor kurzem auch noch in mehreren Ehrenämtern tätig. Kein Wunder also, dass sie von vielen Menschen gekannt und angesprochen wird, wenn sie mal wieder unterwegs ist.

Lange ehrenamtlich im King-Haus

Es vergeht kaum ein Tag, an dem sie nicht einen Bekannten trifft. Seit den 80er-Jahren engagiert sich die 79-Jährige in der evangelischen Kirchgemeinde Neustadt im Martin-Luther-King-Haus. Irene Hoffmann sorgte viele Jahre dafür, dass am Altar immer frische Blumen standen. Sie half beim Frühjahrsputz mit, unterstützte Weltgebetstage, leitete die Frauengruppe und engagierte sich in weiteren Einrichtungen. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang dieses Jahres entschlossen sich die Frauen des Kreativ-Zirkels unter Leitung von Irene Hoffmann, Behelfs-Masken zu schneidern, um dem damaligen Engpass etwas entgegenwirken zu können.

Vom Innehalten-Können

Und wenn Irene Hoffmann seit einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht kürzertreten müsste, wäre sie wohl weiterhin nahezu täglich im Ehrenamt tätig. Doch das Schicksal wollte es anders. Aber so ganz loslassen mag die Hoyerswerdaerin nicht. Anderen Gutes zu tun – das liegt in ihrer Natur. Sie kann und will es nicht anders. Die Liebe zu ihrer Heimatstadt, der Kontakt zu vielen anderen Menschen, die Hilfe, die sie aufopferungsvoll leistet, aber nicht gern darüber spricht – all das verbindet und ist für die 79-Jährige ein wichtiger Eckpfeiler für ein glückliches und zufriedenes Leben. Gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit freut sich Irene Hoffmann deshalb auch über Dinge, die eher einen ideellen als einen finanziellen Wert für sie haben. Seit mehreren Jahren kommt sie in den Genuss eines besonderen Almanachs. Es sei jedes Mal ein Höhepunkt, den „Anderen Adventskalender“ aus dem Briefkasten zu holen. Der Kalender ist ein Geschenk von der damaligen leitenden Pfarrerin der Frauenhilfe in der Oberlausitz, Renate Salinger. Gestaltet und herausgegeben wird der Adventskalender vom Hamburger Verein „Andere Zeiten“. Der Kalender lebt von realistischen Lebensgeschichten, Gebeten und Bildern, die zum Nachdenken anregen, Mut machen und das Herz von Irene Hoffmann erfreuen. Viele Details, die die Seele der 79-Jährigen tief berühren. Getragen sind diese Details von ihrer Botschaft, in der schnelllebigen Zeit inne halten zu können, Kraft zu tanken und trotz der momentanen Ängste und Sorgen dankbar zu sein und jeden schönen Augenblick zu genießen. Morgens und abends zelebriert Irene Hoffmann eine Art Ritual, das sie zur Ruhe kommen lässt. Dabei helfen ihr bereits oben erwähnter Adventskalender und ein weiterer Almanach, den ihre Enkeltochter Annika in Handarbeit gestaltet hat.

Und weil Irene Hoffmann sich wünscht, dass besonders in dieser Zeit möglichst viele Menschen Ruhe und Frieden finden, hat die Hoyerswerdaerin eine Botschaft aus dem „Anderen Adventskalender“ von Giannina Wedde:

Nachtgebet

Leg deine Ängste nieder.
Für eine Nacht nur gib den Sternen, was dich sorgt.
Es kehrt die Ruhe wieder,
denn alle Dinge, die wir halten, sind geborgt.
Du darfst die Augen schließen,
du darfst vergessen, was dich eben noch gebeugt.
Das Blau der Nacht lass fließen,
dass eine namenlose Liebe treu bezeugt.
Du bist von ihr umgeben,
lass nun den Dingen ihren Lauf und schlafe ein.
Du bist beschenkt mit Leben.
Ein jeder Morgen lockt dich zärtlich, Licht zu sein.

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