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Der Chor Seidewinkel probt wieder

Konzerte unter der Friedenseiche und in Zeißig stehen an.

Kerstin Lieder probt mit dem Chor Seidewinkel im Saal der Alten Schule im Ort.
Kerstin Lieder probt mit dem Chor Seidewinkel im Saal der Alten Schule im Ort. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Elsterheide. Ein ruhiger Sommerabend in Seidewinkel. Die Jugend spielt Volleyball, in der Alten Schule erklingt Gesang, weil der Chor Seidewinkel e.V. probt. Erst seit Mitte Juni lässt die Corona-Pandemie dieses eigentlich normale Szenario wieder zu. Nach der monatelangen Phase der Online-Proben ist endlich wieder richtiges gemeinsames Singen möglich, sagt Chorleiterin Kerstin Lieder voller Freude. Die jetzigen Proben sind besonders wichtig, denn die über 33 Sängerinnen und Sänger treten nächste Woche gleich zweimal auf.

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Am 21. Juli um 19 Uhr wird auf der Terrasse der Alten Schule wie schon 2020 eine öffentliche Probe unter Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln stattfinden, erklärt Vereinsvorsitzender Bernd Steinbach. Das ist die Corona-bedingte Ersatzvariante für den eigentlichen Höhepunkt in jedem Chorjahr, das Abendsingen unter der Friedenseiche. Bis 2019 hat daran immer ein sorbischer oder deutscher Gastchor aus der Region teilgenommen, bis zu 300 Gäste haben zugehört. Am 24. Juli um 19 Uhr gestaltet der Chor die erste Veranstaltung „Zeißiger offene Fenster“ nach dem Lockdown im Zeißighof mit. Der Hoyerswerdaer Uwe Jordan liest Texte des Zeißiger Ortschronisten Johann Kasper, der an dem Tag seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte.

In Vorbereitung dieser Auftritte erklingen nun im größten Raum der Alten Schule auf Abstand teils kraftvolle, teils ruhige, doch immer lebensfrohe deutsche, sorbische und internationale Lieder. Den Bässen gibt Kerstin Lieder den Hinweis: „Der Ton darf nicht steif und starr werden, um weiter damit arbeiten zu können.“ Der Sopran soll die Melodien einfach fließen lassen und sich öffnen, damit ein ausdrucksvollerer Gesamtklang entsteht.

Zur ersten Präsenzprobe war die Chorleiterin sehr gespannt, welchen Nutzen die wöchentlichen Übungseinheiten online gehabt haben, die der Klangkörper schon im ersten und auch im zweiten Lockdown durchgeführt hat. Alle Sängerinnen und Sänger haben die Anweisungen gehört, erklärt Kerstin Lieder, sie konnte aber am Bildschirm bestenfalls nur ahnen, wie diese von jedem Einzelnen umgesetzt wurden. Das erste Wiedertreffen des Chores nach der Corona-Pause war von Euphorie geprägt, erzählt Bernd Steinbach. Endlich wieder Singen dürfen und bald auftreten können – diese Perspektive beflügelt alle Mitglieder, ob aus Seidewinkel, anderen Dörfern der Elsterheide, Hoyerswerda oder Brischko. Niemand ist ausgetreten, weil der Zusammenhalt während der Lockdowns nur auf digitalen Wegen gepflegt worden ist. Kerstin Lieder freut sich, dass die meisten Chormitglieder geimpft sind, denn alle wollen weiter analog miteinander singen und nicht an Covid erkranken.

Sie teilt noch mit, dass der von ihr geleitete Große Chor Hoyerswerda im September die Choralsuite aus der Friedensmesse „The Armed Man – A Mass of Peace“ von Karl Jenkins in der Energiefabrik Knappenrode als Open Air aufführen will. Das Konzert fiel 2020 aus, wird nun nachgeholt.

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