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„Der einfachste Weg ist: über die Freude“

Doris Kasper aus Zeißig ist „dieideengeberin“ – mit ihren Gedanken will sie Mut zum Selbstvertrauen machen.

Doris Kasper, zu diesem Zeitpunkt noch „Hoffrau“ in Zeißig.
Doris Kasper, zu diesem Zeitpunkt noch „Hoffrau“ in Zeißig. © Foto: Mandy Decker (Archiv)

Für jeden stellt sich Corona anders dar. Aber in einem Punkt haben wohl alle eine gemeinsame Schnittmenge, nämlich zwei Fragen: Wie kann man in dieser Situation seinen Optimismus bewahren; woraus kann man seine Motivation ziehen? Und das gilt ja nicht nur in Corona-Zeiten. Die gebürtige Zeißigerin Doris Kasper versucht, als Mastercoach for vision unter dem Motto „erLebe Leben in Dir“ (man kann einfach sagen: „Ideengeberin“; so auch der Titel ihrer Website), darauf individuelle Antworten zu finden. Da Seminare und Treffs, also Programme im „wahren Leben“ ja zur Zeit kaum oder gar nicht möglich sind, nutzt sie Podcasts (genannt „Hexellenty“) und ihre Internet-Präsenz.

Lebens-Erfahrung statt Theorie pur

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Doris Kaspers Angebote sind keine Schulbuchweisheiten oder abgehobenen Theorien, sondern zu einem Gutteil Lebens-Erfahrung. Sie hatte sich ja 2010/2011 einen Traum erfüllt, besser gesagt, erarbeitet: nämlich den ererbten Vierseithof im Hoyerswerdaer Ortsteil Zeißig zum Erlebnishof um-, auf- und auszubauen. Zu einem lebendigen Museum mit Café und Pension; mit einem hübsch gestalteten Außengelände samt Tieren und einer Scheune, die zum Teil zum Veranstaltungsort umgestaltet wurde. Alles stand unter dem Motto: „Lassen Sie sich um 150 Jahre zurückversetzen“. Das Konzept ging auf. Allerdings zog sich Doris Kasper jetzt aus der Bewirtschaftung des Hofes zurück, vermietete ihn an den Komponisten, Chorleiter und Musiker Norbert Binder. Für sie selbst war es eine Neu-Orientierung – eben als Ideengeberin. Wir sprachen mit ihr.

Frau Kasper – was hat Sie bewogen, das Leben als „Hoffrau“ in das einer Lebens-Ratgeberin zu wandeln?

Auf den Hof sind viele Menschen gekommen, weil sie mit mir reden wollten. Das war für mich ein Zeichen: es ist Bedarf da nach einer freudigeren Lebensform.

Hat das etwas mit Corona zu tun?

Aktuell ist die Lage vielleicht sehr ernst, vielleicht auch eher ein Konstrukt. Das mag ich nicht beurteilen, denn es wird Ebenen geben, wo die Lage ernst ist. Doch das „Außen“ ist nicht das, worauf wir reagieren sollten. Es geht viel mehr darum, zu erkennen, das wir diejenigen sind, die das „Außen“ machen. Die Welt funktioniert nach Ursache und Wirkung. Deshalb liegt in dieser Krise eine große Chance für sehr viele Menschen, endlich in die Unabhängigkeit und Freiheit zu kommen. Ohne Revolution, ohne Kämpfen, ohne Streik und Ärger. Es ist die einfachste Lösung. Denn wir entscheiden, wie wir die Situation betrachten und was wir daraus machen.

Haben Sie bei dieser Erkenntnis Ihre Erfahrungen mit dem Werden und Wachsen des Erlebnishofes bestärkt?

Damals habe ich den Hof zu einem kleinen Paradies verändern wollen ... – und gesehen: Es geht! Das war eine wichtige Erkenntnis: Alles, was wir wollen, können wir umsetzen. Heute sehe ich noch so viele Menschen, die nicht ihre Träume leben, sondern funktionieren und fast schon wie Roboter reagieren. Sie lassen sich von Medien, Meinungen und eigenem psychologischem Drama steuern. Vielleicht haben wir vergessen, wirklich zu leben, statt nur zu „überleben“. Haben vergessen, wie frei wir sind, weil wir glauben, dass wir unser Kopf sind. Dabei sind wir das nicht. Wir haben einen Kopf (bestenfalls mit Gehirn;-)).

Aber wusste nicht schon Brecht „Der Mensch lebt durch den Kopf ...“?

Ja, aber das Lied setzt ja auch fort „... der Kopf reicht ihm nicht aus“. Wenn wir erkennen, wer oder was wir sind, dann können wir lernen, wie unser wichtigstes Werkzeug, eben der Kopf funktioniert und wie wir diesen nutzen. Und der einfachste Weg ist: über die Freude. Für mich ist das aktuell die Brücke in eine neue Zeit: die Zeit des Miteinanders und des Verbindens. Aber nicht mehr aus dem Leid heraus, sondern aus der Stärke. Die Zeit der Konkurrenz ist vorbei. Und es wird höchste Zeit, dass unsere Kinder in der Schule nicht mehr beurteilt und bewertet werden, denn das Leben will nicht bewertet, sondern gelebt werden. Und es ist eine Reise. Eine verdammt kurze, was die meisten vergessen.

Corona hin oder her – eine Hauptsache ist dabei doch das Bestreben, gesund zu bleiben. Gibt es da, die Pandemie mal ausdrücklich außen vor gelassen, eine „Goldene Regel“?

Da ist es wichtig zu klären: Wieso der Gedanke, dass Krankheit ausschließlich schadet? Was, wenn die Krankheit das Signal ist, dir auf körperlicher Ebene etwas mitzuteilen? Heute wird uns Angst vor Corona gemacht – und wissen wir, ob morgen nicht irgendwas anderes kommt? Es gibt eine einzig wahre Sicherheit – und die liegt in dir selbst. Richte dich aufs Leben aus! Es geht nicht zuerst darum, „alt“ zu werden, sondern darum, heute zu leben – und dann werden es viele intensive Lebensjahre werden. Richte dich auf deine Freude aus, deine Ziele, deine Visionen. Lege Samen für das, was DU ernten willst. Die Entscheidung, glücklich zu sein, trägt jeder in sich. Dazu braucht es keine bessere Regierung, bessere Politiker, bessere Medizin, bessere Menschen ... es braucht lediglich Dich.

Nun lebt man aber nicht für sich allein – wir sind ja gesellschaftliche Wesen und kommen schlecht ohne einander aus. Muss man angesichts dessen nicht auch versuchen, ständig in Wechselwirkung mit anderen das eigene Leben zu verändern?

Es gibt Menschen, die wollen alles kontrollieren, doch das Leben ist nicht kontrollierbar. Du kannst dein Konto kontrollieren, doch wenn du Angst hast, dass es zu wenig ist, wirst du vergessen zu leben. Du wirst in der Angst einfach nur jeden Tag „überleben“. Vielleicht erkennst du am Ende oder auch schon eher, dass du alles an Möglichkeiten, an Potenzial in dir zurückgehalten hast aus Angst oder Sorge ...

Gibt es da auch ganz konkrete, handlungs-praktischere Ansätze?

Wenn man das Ziel verinnerlicht hat, kann man Wege suchen und wird sie finden. Dabei möchte ich helfen. Mein Podcast (Adressen siehe gleich unten, d. A.) gibt jeden Montag einen neuen Impuls, leichter durchs Leben zu gehen.

Gespräch: Uwe Jordan

Podcast über i-tunes:https://apple.co/3IFRnt7
oder auf der Internetseite von Doris Kasper
www.dieIdeengeberin.de

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