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Der etwas andere Montags-„Spaziergang“

Weniger laut, weniger Polizei und eine Premiere: Ein Teilnehmer durchwatet die Schwarze Elster.

Von Uwe Schulz
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An der Spremberger Brücke verwehrte die Polizei am Montagabend den Hoyerswerdaer „Spaziergängern“ den Übergang zur Altstadt, den sich mehrere Personen später dennoch suchten.
An der Spremberger Brücke verwehrte die Polizei am Montagabend den Hoyerswerdaer „Spaziergängern“ den Übergang zur Altstadt, den sich mehrere Personen später dennoch suchten. © Foto: HoyFoto

Hoyerswerda. Auf der Werbetafel der Lausitzhalle flimmern auch am Montagabend die Botschaften der Hoyerswerdaer Toleranz-Initiative. Gegen 18 Uhr formiert sich der achte Protestmarsch gegen die geltenden Corona-Maßnahmen, der zum sechsten Mal vom Lausitzer Platz aus startet. Diesmal ist die Polizei mit einem vergleichsweise kleinen Aufgebot in der Stadt präsent.

Die „Spaziergänger“ ziehen ohne Polizeisperre die Bautzener Allee nach Nordwesten. Nicht nur das ist anders, auch der Zug ist leiser als sonst, das Skandieren von Losungen wie „Frieden. Freiheit. Keine Diktatur“ erfasst nur einen kleinen Teil des Zuges. Der biegt an der Spremberger Chaussee Richtung Altstadt ab und kommt an der von der Polizei komplett gesperrten Spremberger Brücke zum Stehen. Die Polizei spricht von zunächst 150 Teilnehmern und in der Spitze von bis zu 300 Personen, andere Schätzungen gehen von maximal 250 Leuten aus. An der Brücke Diskussionen mit den Einsatzkräften, ein Mann durchquert schließlich das bis zu hüfthohe Wasser der Schwarzen Elster und gelangt so ans andere Ufer. Die Polizei lässt den klitschnassen Mann ziehen.

Ein Großteil des Zuges bewegt sich dann entlang des Elsterdeiches auf der WK II-Seite zur Bautzener Brücke, wo die Polizeisperre deutlich kleiner ausfällt und dann weiter am King-Haus-Park entlang zur Külzstraße, weiter zur Congresshotel-Kreuzung bzw. zum Lausitzer Platz, wo sich der Zug auflöst. Polizei ist zu diesem Zeitpunkt hier so gut wie nicht mehr präsent, dafür in der Altstadt. Teilnehmer des Aufzuges haben sich in die Altstadt begeben, wo nach Polizeiangaben etwa 20 Personen kurzzeitig einen neuen Aufzug bilden, der aber offenbar im Bereich der Sparkasse/des Bürgerzentrums gestoppt wird. Von mehreren dieser Personen nehmen die Einsatzbeamten Personalien auf. „Eine männliche Person wurde zur Durchsetzung der Personalienfeststellung kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Er befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. Gegen sechs Teilnehmern der nicht genehmigten Versammlungen und Aufzüge wurden Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen der Verstöße gegen die Corona-Notfallverordnung erstattet“, teilt Katrin Wita von der Pressestelle der Polizeidirektion in Görlitz mit.

Im Revierbereich Hoyerswerda versammelten sich zudem in Bernsdorf nach Polizeiangaben 94 Personen. Im gesamten Direktionsbereich, also den Landkreisen Bautzen und Görlitz, sind es in 19 Orten insgesamt über 6.500 Personen gewesen. Schwerpunkt dabei ist Zittau mit geschätzten 1.000 Teilnehmern, gefolgt von Löbau mit 900 Teilnehmern. Für Görlitz werden 600 Teilnehmer gemeldet und für Bautzen 800. Hier kam es wiederum zu Zusammenstößen zwischen einigen wenigen gewaltbereiten „Spaziergängern“ und der Polizei. Drei Beamte und ein Protestteilnehmer wurden dabei verletzt.