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Der lange Weg zum Spezialisten

Der Hoyerswerdaer Niels Kciuk ist nach fünf Jahren Ausbildung Fachzahnarzt für Oralchirurgie.

Niels Kciuk (38), Fachzahnarzt für Oralchirurgie, in seiner Praxis im Ärztehaus am Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Für den Spätherbst 2021 ist der Umzug in den Praxiskomplex an der Einsteinstraße (am Lausitz-Center Hoyerswerda) geplant.
Niels Kciuk (38), Fachzahnarzt für Oralchirurgie, in seiner Praxis im Ärztehaus am Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda. Für den Spätherbst 2021 ist der Umzug in den Praxiskomplex an der Einsteinstraße (am Lausitz-Center Hoyerswerda) geplant. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Was ist der Unterschied zwischen einem „normalen“ Zahnarzt und einem Fachzahnarzt für Oralchirurgie? – Niels Kciuk erläutert’s an einem Beispiel: „Wenn ein Backenzahn ein «Loch» hat, fertigt der Zahnarzt eine Füllung an beziehungsweise eine Krone. Ist aber der Zahn abgebrochen und nur noch die Wurzel im Kiefer; muss diese also entnommen werden, etwa mit Schneiden am Zahnfleisch oder Knochen – dann ist das eine Sache für den Oralchirurgen.“

Auch das Entfernen von Zysten oder Weisheitszähnen ist oft ein Fall für den Oralchirurgen. Die Implantologie, also das Setzen einer künstlichen Zahnwurzel aus Titan oder Keramik, gehört ebenso zu seinem Aufgabengebiet.

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Zwar, das räumt Niels Kciuk sofort ein, sind Zahnärzte an sich durchaus befähigt, derartige Behandlungen vorzunehmen. Aber wenn sie keine vertiefende Zusatzausbildung haben und in der täglichen Praxis selten mit genannten Problemen konfrontiert sind, können sie Patienten für solche Spezial-Aufgaben an den Oralchirurgen überweisen. Das wird von den Krankenkassen befürwortet – vorausgesetzt, der so Hinzugezogene hat den verbrieften Nachweis einer entsprechenden Qualifikation.

Gelernt in Potsdam und Cottbus

Die ist nicht in einem Wochenend-Kurs zu erlangen, sondern nimmt mindestens vier Jahre in Anspruch: ein Jahr Arbeit in eigener Niederlassung; zwei Jahre in einer Fachklinik, eines bei einem Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen und dann die Prüfung vor der Landeszahnärztekammer (LZK). Bei Niels Kciuk waren es sogar fünf Jahre. Was ausdrücklich zulässig ist. Selbst sieben Jahre sind legitim. Nicht, weil die Bewerber nachlässig wären, sondern im Gegenteil: wenn sie neben der Ausbildung weiter praktizieren, was die Zeit streckt. Niels Kciuk betreute weiter Patienten in seiner Praxis im Ärztehaus am Lausitzer Seenland Klinikum Hoyerswerda – und lernte, wie Handwerksburschen „auf Walz“, sprich: in der Fremde, um andere Lehrmeinungen und Herangehensweisen kennenzulernen. „Lehrjahren“ im Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam und im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus folgte die mit Bravour bestandene Prüfung vor der LZK Dresden.

Nun ist Niels Kciuk wieder ganz und gar für seine Patienten da – allerdings schon bald nicht mehr am Klinikum. Im Spätherbst 2021 ist der Einzug in den Neubau-Trakt an der Albert-Einstein-Straße nahe des Lausitz-Centers geplant. Dort wird dann auch Behandlung unter Vollnarkose oder bei Teilsedierung (Medikamenten-Gabe per Infusion) angeboten, um zuzahlenden Patienten eine vollkommen schmerzfreie Behandlung oder eben oralchirurgische Operation zu ermöglichen.

P.S.: Es gibt außer Niels Kciuk nur noch einen weiteren Oralchirurgen in Hoyerswerda: Dr. med. Thomas Zitzelsberger, der in der Heinrich-Mann-Straße 6 ansässig ist. Dr. med. Dirk Ladig, der im Lausitz-Center Hoyerswerda am Lausitzer Platz 1-3 praktiziert hatte, ist nach Kamenz an die Oststraße 8 gegangen.

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