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Die „Cowboyhüte vom Kubitzberg“ sagen Goodbye

Der 1999 gegründete Country-Verein hört auf zu existieren. Privat wird das Hobby aber weiterhin gepflegt.

Das ist das erste Foto der „Cowboyhüte vom Kubitzberg“ nach der Vereinsgründung – aufgenommen natürlich auf dem Kubitzberg in Schwarzkollm.
Das ist das erste Foto der „Cowboyhüte vom Kubitzberg“ nach der Vereinsgründung – aufgenommen natürlich auf dem Kubitzberg in Schwarzkollm. © Foto: privat

Schwarzkollm. Eine Fahne der US-Südstaaten wurde am 18. März 2017 vor dem Haus mit der Nummer 66 an der Schwarzkollmer Dorfstraße gehisst. Zünftig machten die „Cowboyhüte vom Kubitzberg“ so auf ihr neues Vereins-Domizil aufmerksam. Wochenlang hatten die Vereinsmitglieder gewerkelt, um das lange leerstehende Gebäude her- und sich selbst darin einzurichten.

Steinbruch-Besitzer Paul Weiland hatte dem Verein ein neues Zuhause gegeben, nachdem dieser von seiner bisherigen Bleibe – rund 100 Meter entfernt – hat Abschied nehmen müssen. Das liegt nun fast genau vier Jahre zurück. Und wieder heißt es für die Cowboyhüte Abschied nehmen. Diesmal für immer. Der im Jahre 1999 gegründete Verein hörte am 31. März auf zu existieren.

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Schon im Herbst letzten Jahres wurde die Auflösung beschlossen. Aus Altersgründen und weil der Nachwuchs fehlt, erzählt Felix Bernd, der viele Jahre der Vereinsvorsitzende war. „Wir sind alle an die 60 Jahre alt und darüber. Nur einer ist noch in den 40ern.“ Das Werben um Nachwuchs war vergeblich. „Wer mal reinschaute, der wollte Spaß haben, scheute aber die Arbeit, die es macht, so einen Verein mit Leben zu erfüllen“, bedauert Felix Bernd. Die zuletzt etwas mehr als zehn Vereinsmitglieder haben sich lange Zeit einmal monatlich getroffen, in der Corona-Pandemie allerdings mehr und mehr aus den Augen verloren.

„Mir fällt es am schwersten“, meint Vorstandsmitglied Cornelia Maltan nachdenklich mit Blick auf die Auflösung des Country-Vereins, der ihr „aus vielen Tiefen“ herausgeholfen hat, wie sie sagt. Die Erinnerung an die „vielen guten und lustigen Dinge, die wir erlebt haben“, zaubert ihr aber sofort wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Los ging alles mit 18 Country-Freunden, die sich 1999 vom damaligen Laubuscher Club getrennt haben. Obwohl keiner von ihnen in Schwarzkollm zu Hause war, wurden sie im Dorf sesshaft. Die Braustube war ihr erster Treffpunkt. Später stellte ihnen der Wirt den Stall zur Verfügung, der zum ersten Vereins-Domizil ausgebaut wurde. Mit der Vereinsgründung ging es natürlich auch darum, einen passenden Namen zu finden, lassen Cornelia Maltan und Felix Bernd die Anfänge Revue passieren. „Alles hieß Western- und Countryclub. Wir wollten lieber einen Namen, der neugierig macht und eine Botschaft verbreitet.“ Der Cowboyhut als Symbol für Country und der Kubitzberg als markantes Merkmal von Schwarzkollm passten gut, fanden alle.

Bei den monatlichen Treffen wurden unter anderem Tänze einstudiert. Anfangs war auch Line-Dance aktuell, später dann nur noch Oldstyledance, erzählt Cornelia Maltanz. Hierbei bilden Frauen mit Reifröcken und Männer mit Zylinder die Paare. Wer sich möglichst originalgetreu kleiden wollte, der musste schon mindestens 300 bis 400 Euro für ein Ballkleid auf den Tisch legen, der Gehrock des Mannes startete bei einem Preis von 120 Euro. Die Melone für den Kopf gibt es ab 100 Euro. „Das ist ein teures Hobby. Das sind aber auch Sachen, die lange halten“, so ihre Erfahrung.

Als Tanzgruppe und mit Modenschauen hatten die „Cowboyhüte vom Kubitzberg“ in ihren Südstaaten-Outfits viele Auftritte. Zu erleben waren sie etwa bei den Weihnachts- und Ostermärkten sowie in der Krabat-Mühle in Schwarzkollm, bei Country-Treffen und Bällen in Sachsen, Brandenburg und Bayern. Sie unterstützten auch den Tag der offenen Tür im Seenland Klinikum Hoyerswerda. Besonders groß war das Publikum bei den Tagen der Sachsen.

Die Cowboyhüte, die ihre Mitgliederzahl im Verein von Beginn an auf maximal 19 Personen festgelegt hatten und deshalb sogar mal einen Aufnahmestopp aussprechen mussten, pflegten und pflegen nach wie vor Freundschaften zu vielen Country-Vereinen. Jährliche Höhepunkte waren die Chieftreffen, zu denen die Chefs von Country- und Westernclubs aus Sachsen und darüber hinaus nach Schwarzkollm kamen, um das Veranstaltungsjahr abzustimmen. Nicht zu vergessen das Bergfest, das immer im August auf dem Kubitzberg stattfand, zuletzt vor zwei Jahren zum 20-jährigen Bestehen des Vereins – und letztmalig.

Nun also hört der Verein auf zu existieren. „Wir werden aber nicht von der Bildfläche verschwinden“, versichert Felix Bernd. „Uns gibt es privat weiter. Wir wollen auch den Namen weiter repräsentieren.“ Und Cornelia Maltan ergänzt: „Wir bleiben Country-Freunde und werden uns weiter treffen. Das liegt einem im Blut. Das kann man nicht einfach aufgeben.“

Das ist das letzte Gruppenfoto der – unvollständigen – Vereinsmitglieder.
Das ist das letzte Gruppenfoto der – unvollständigen – Vereinsmitglieder. © Foto: privat

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