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Die Glocken läuten wieder

Mit einem Gottesdienst wurde der Abschluss der Sanierung der Laurentiuskirche und das Ende einer rund einjährigen „Stille“ in Lauta-Dorf gefeiert.

Die Lausitzer Hangfichten übernahmen die musikalischen Umrahmung während der Glockenturmeinweihung. Sie spielten klassische Albhornliteratur. Höhepunkt im Programm war „Die Abendglocke“ - passend zum feierlichen Anlass.
Die Lausitzer Hangfichten übernahmen die musikalischen Umrahmung während der Glockenturmeinweihung. Sie spielten klassische Albhornliteratur. Höhepunkt im Programm war „Die Abendglocke“ - passend zum feierlichen Anlass. © Foto: Christine Primpke

Von Christine Primpke

Lauta-Dorf. Der 20. Juni 2021 wird in die Chronik der Kirchengemeinde Lauta-Dorf eingehen. Nach vielen Jahren der Planung, intensiver Vorbereitungen, zahlloser Antragstellungen, Klärung der Finanzierung und eines unermüdlichen Engagements des Gemeindekirchenrates war es nun endlich soweit: Der Glockenturm der Laurentiuskirche wurde nach der denkmalgerechten Sanierung feierlich eingeweiht.

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Geplant war ein Dank-Gottesdienst im Freien direkt am frei stehenden Glockenturm, aber wegen der großen Hitze entschied sich der Gemeindekirchenrat, die Feierlichkeit in der Kirche durchzuführen. Für jeweils zehn Minuten vor und nach dem Gottesdienst läuteten die Glocken. Im Verlauf des Gottesdienstes selbst erklangen die Instrumente des Posaunenchores Geierswalde/Tätzschwitz, die unterstützt wurden durch Bläser aus Hoyerswerda. Die Predigt hielt Dr. Thomas Koppehl aus Niesky. Er war als neu zuständiger Superintendent für Lauta seit 2020 gern bereit gewesen, diese zu übernehmen. In seiner Ansprache nannte er historische Fakten zum Glockenturm, ging auf die zahlreichen Bemühungen aller Beteiligten ein und würdigte das Engagement des Gemeindekirchenrates.

Mit Förderung des Landratsamtes und Beihilfen kirchlicher Institutionen konnte die Sanierung realisiert werden. Der größte Anteil der Kosten, die ursprünglich mit 140.000 Euro veranschlagt waren, wird letztlich von der Kirchengemeinde selbst getragen, die durch sehr viele Spender aus Lauta, aus umliegenden Orte und auch aus der Ferne unterstützt wurde. Sie alle sind auf einer großen Dank- und Spendentafel erfasst, die in der Kirche aufgestellt ist und zum Baugeschehen informiert.

„Es ist schon ein sehr erhebender Moment, wenn nach langer und aufwendiger Arbeit wieder ein weiterer Meilenstein geschafft wurde“, erklärte Pfarrer Norbert Krüger. „Seit rund 10 Jahren war es kein schönes Geläute mehr, nur noch eine Art Gebimmel – mit einfachen Mitteln – eine ganz alte Anlage mit veralteter Technik. Viele Helfer hatten sich schon daran versucht, haben immer wieder repariert, bis es dann nicht mehr funktionierte. Etwa ein Jahr mussten wir ohne Geläut aus kommen. „Für mich ist es das Schönste, wenn nun wieder die Glocken klangvoll erklingen können“, freute sich der Pfarrer.

Auch Sigrid Roeser, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, ist froh, dass dieses große Bauvorhaben endlich abgeschlossen werden konnte. „Es war ein großer Zeitaufwand, der da schon allein verwaltungs-technisch zu leisten war. Aber nun kommt ja noch die große Abrechnung der Baukosten. Die Rechnungen einiger Gewerke, besonders die der großen Gewerke wie Zimmerer und Dachdecker liegen noch nicht vor, aber es ist jetzt schon abzusehen, dass der Sanierungsbau um mindestens 15.000 bis 20.000 Euro teurer wird als vor zwei Jahren geplant. Ob und inwieweit sich da die Gemeinde verschulden muss oder vielleicht doch noch weitere Spenden eingehen, werden wir in den kommenden Monaten sehen“.

Nach dem feierlichen Akt der Einweihung fand man sich draußen im Pfarrhof im Schatten zusammen, um bei Kaffee und Kuchen den feierlichen Höhepunkt in geselliger Runde ausklingen zu lassen. Am Abend um 18 Uhr haben die Glocken ihren regelmäßigen Dienst des dreimaligen Läutens am Tage wieder aufgenommen.

Das Spendenkonto: Evangelischer Kirchenkreisverband Lausitz; Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien eG; IBAN: DE51 8559 1000 4630 6100 07; Verwendungszweck: RT 6143 Spende Glockenturm Lauta-Dorf (oder: Spende Sanierung Kirche); vollständige Anschrift für die Erfassung und Spendennachweises.

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