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Die „Jednota“ warf am Sonntag Anker im WK VIII

Hoyerswerdaer Bürgerwiese führt Menschen in Harmonie zusammen – diesmal an der Schöpsdorfer Straße

Madya und Elias haben Spaß am Piratenschiff. Auf dem Schiff steht Thomas der Schreckliche (Thomas Stolle). Vor den „Bühnenvorhängen“ links tritt derweil das Duo „Leichtfuß und Liederliesel“ auf; Letztere ist hier mal von hinten zu sehen.
Madya und Elias haben Spaß am Piratenschiff. Auf dem Schiff steht Thomas der Schreckliche (Thomas Stolle). Vor den „Bühnenvorhängen“ links tritt derweil das Duo „Leichtfuß und Liederliesel“ auf; Letztere ist hier mal von hinten zu sehen. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Wer in Hoyerswerda engagierte Menschen treffen will, muss das Projekt Stadtteilanker-Bürgerwiesen der KulturFabrik besuchen. Am vergangenen Sonntag zog die Veranstaltung in der Parkanlage Schöpsdorfer Straße viele Besucher an: Familien und Senioren aus der Alt- sowie Neustadt, Alteingesessene, Geflüchtete und Feriengäste im Lausitzer Seenland haben bei schönem Wetter miteinander das Leben genossen.

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Einige Gäste, darunter eine Familie aus Zittau, durchstöbern auf dem Flohmarkt gut erhaltene Dinge, die Hoyerswerdaer Bürger gegen kleines Geld abgeben. „Da ist der Barbie-Film auf DVD. Kann ich den haben?“, fragt die sechsjährige Pia ihren Vater. „Ja“, sagt dieser. Nun kann die Kleine ihren Lieblingsfilm endlich zu Hause schauen. Unterhaltungselektronik vermisst Elias auf der eigentlichen Bürgerwiese nicht, denn am Stand der IG Kinderferien hat er beim Glücksrad-Drehen einen Luftballon gewonnen. Die Hüpfburg der Lebensräume findet er toll und natürlich interessiert ihn das bunt geschmückte Kulturschiff „Jednota“ („Einheit“). Neugierig nimmt der Schulanfänger den Fernsprecher/Hörer des überdimensionalen Dosentelefons zur Hand, spricht hinein und erhält von der Brücke des Schiffes Antwort vom Piraten Thomas (Thomas Stolle). „Das Dosentelefon ist die neueste Attraktion am Schiff. Auf jeder Wiese kommt über Spenden etwas zum Schiff hinzu“, freut sich der stellvertretende Bürgerwiesen-Organisator Christian Völker-Kieschnick.

Weiter spricht er vom Immigrants Network Hoyerswerda e. V., dessen Mitglieder das Fest mit Leckereien aus fernen Ländern bereichern. Einige von ihnen wohnen in den Flüchtlingsheimen und andere in Wohnungen, erklärt der Vereinsvorsitzende Khabat Ibo. Sie alle wollen aktiv in der Stadtgesellschaft mitwirken. Für Neuankömmlinge – derzeit sind das Menschen aus Syrien – ist das Netzwerk der erste Ansprechpartner. Schließlich können ihnen bereits hier lebende Syrer in ihrer Muttersprache am besten erklären, was im Alltag in Hoyerswerda wichtig ist, sagt Khabat Ibo. Der Verein lädt regionale Firmen in die Heime ein, damit die Bewohner wichtige Kontakte in die Arbeitswelt bekommen. Am 21. September findet während der Interkulturellen Woche des Landkreises Bautzen in der Volkshochschule Hoyerswerda ab „18 Uhr“ ein „kultureller Austausch am Herd“ statt: Die Teilnehmer kochen und verkosten syrische Gerichte, beschreibt Khabat Ibo anderen Facette der Vereinsarbeit. Die Bürgerinitiative „Hoyerswerda hilft mit Herz“ unterstützt diese Aktivitäten und will vor allem gegenseitige Vorurteile abbauen, sagt deren hauptamtliche Koordinatorin Birgit Radeck.

Lydia Renz von der Evangelischen Jugendarbeit Schwarzkollm beteiligt sich privat an dem Flohmarkt und wirbt für solch eine Veranstaltung am 11. September um 15 Uhr im Haus Engedi an der Schwarzkollmer Dorfstraße 82. Es werden einige Gegenstände aus der Einrichtung gegen Spenden angeboten, denn für das neue Projekt „Lebenshaus“ wird Platz gebraucht, erklärt Lydia Renz. Im Lebenshaus lernen Jugendliche aus Hoyerswerda und Umgebung einen christlich geprägten Alltag kennen, und Bundesfreiwilligendienstler können sich an dem Projekt beteiligen. Sie werden ab 2022 im Lebenshaus wohnen.

Ein anderes Ziel verfolgt Nicole Petrick vom Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda. Ihre Einrichtung will das letzte, nicht fertig gemalte Bild vom Tierpark-Gründer und Museumsleiter Günther Peters rahmen lassen und rechnet mit Kosten von 250 Euro. Um diese einzuspielen, bietet der Museumsverein – Gesellschaft für Heimatkunde vom Stadtmuseum aussortierte Bücher und Hefte zur Stadtgeschichte gegen Spenden an. Da die Summe noch nicht ausreicht, geht die Sammelaktion auf dem Weihnachtsmarkt weiter.

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