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„Die Lausitz braucht wieder Gründergeist“

Die Rückkehrerin Madeleine Matschke leitet das Stadtmarketing Hoyerswerda.

Madeleine Matschke vor den Kunstwerken unweit des SWH-Gebäudes. Die 37-Jährige engagiert sich für Hoyerswerda und für die Region. Seit Februar 2020 ist sie Leiterin für das Stadtmarketing im Marketingverein Familienregion HOY.
Madeleine Matschke vor den Kunstwerken unweit des SWH-Gebäudes. Die 37-Jährige engagiert sich für Hoyerswerda und für die Region. Seit Februar 2020 ist sie Leiterin für das Stadtmarketing im Marketingverein Familienregion HOY. © Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Mit vielfältigen Projekten will Madeleine Matschke Vereine, Firmen, touristische Einrichtungen und Leistungsanbieter erreichen. Die 37-jährige Dialogmarketing-Fachwirtin will sie im Marketing stärken und miteinander vernetzen. „Hoyerswerda ist eine solidarische, selbstbewusste, weltoffene, familienfreundliche Stadt mit Zukunft im Herzen des sagenhaften Lausitzer Krabat- und Seenlandes“, beschreibt sie ihr Leitmotiv. 

Seit Februar 2020 stellt sie sich im Marketingverein Familien-region Hoy e. V. als Leiterin Stadtmarketing den Herausforderungen, um das Image der Stadt zu verbessern. Im Gemeinschaftsbund wird der Marketingverein Familienregion HOY e. V. mit seinem Vorstand unterstützt und finanziert durch die Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda, die Wohnungsgenossenschaft LebensRäume Hoyerswerda eG, die AVI GmbH, die Firma HOY-REHA, die Stadt Hoyerswerda, die Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda GmbH (SWH) sowie durch die AWO Pflege- und Betreuungs gGmbH. Um noch mehr Strahlkraft für Hoyerswerda nach innen und außen zu erzielen, wirbt die Familienregion Hoyerswerda um weitere Vereinsmitglieder aus Sport, Kultur und Wirtschaft. Eng arbeitet Madeleine Matschke mit dem Lausitzer Technologie- und Gründerzentrum LAUTECH, mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Alexander Kühne und mit dem City-Management Hoyerswerda zusammen. Im Haus der SWH liegt ihr Büro. Anspruchsvoll und vielseitig sind die Inhalte und Aufgaben.

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Gründer und Rückkehrer locken

Aktuell führt Madeleine Matschke die neue Event-Serie „Idee sucht Gründer“ in Hoyerswerda fort. Die zweite Veranstaltung dieses Netzwerkforums für Rückkehrer und Gründungswillige soll voraussichtlich am 13. November stattfinden. Marketingverein und Wirtschaftsförderung laden als Initiatoren dazu ein. „Unsere Auftaktveranstaltung im August traf einen Nerv“, berichtet sie. Vier kurzweilige Impulsvorträge lieferten den mehr als 20 Teilnehmern spannende Einblicke, Hintergrundinformationen und Anregungen aus der Lausitz. „Eine unserer zahlreichen Gründungsideen für Hoyerswerda inspirierte auf Anhieb zwei junge Hoyerswerdaerinnen. Der anschließende Erfahrungsaustausch wurde fleißig zum Kontakte-Knüpfen genutzt. Unser Start war ein Erfolg“, resümiert sie. Stück für Stück gestaltet und optimiert die gelernte Grafik-Designerin und Online-Marketing-Managerin derzeit die Internetseite des Marketingvereins www.familienregion-hoy.de.

„Das Hauptaugenmerk liegt anfangs unter anderem auf der Rubrik ‚HOYERSwer(lebt)da?‘ “, erläutert sie. „Darin stellen wir aus dem Leben gegriffene Geschichten beeindruckender Persönlichkeiten, Familien und Rückkehrer vor. Wir zeigen ihr Engagement für die Stadt Hoyerswerda sowie ihre Verbundenheit zur Lausitz.“ Auf der Internet-Seite des Marketingvereins stoßen Familien, Unternehmen und „Pioniere“ auf wesentliche Standort-Vorteile der Region. Die Website soll eine erste und wichtige Anlaufstelle für Rückkehrer, Familien, Unternehmen und Investoren werden. Sie sollen einen Rundum-Blick auf die Familienregion Hoyerswerda erhalten, so Madeleine Matschke. Für Rückkehrer kann die Internet-Seite durchaus ein „Einstieg“ sein.

Ein Kalender für die Vereine

Auf Initiative des Marketingvereins Familienregion HOY e. V. entsteht auch der Kalender „Hoyerswerdaer Vereine 2021“. Darin werden zwölf Vereine hochwertig in Bild und Text präsentiert. „Sinnbildlich stehen sie für die Lebendigkeit und Vielfalt unserer Stadt. Doch auch dieser Kalender ist erst der Anfang“, erläutert Madeleine Matschke ihre Initiative. „In Hoyerswerda gibt es heute mehr als 150 Vereine…“

Gebürtig in Bad Muskau, wuchs Madeleine Matschke im Neubaugebiet in Weißwasser auf. Schon in der Schulzeit entdeckte sie ihre kreative Ader. Außer Mathematik und Biologie interessierten sie auch Bereiche wie Gestalten, Kunstgeschichte und Archäologie besonders. Bewusst entschied sie sich nach dem Abitur dafür, zunächst einen Beruf zu erlernen. Dank Unterstützung der Eltern startete sie ihre Karriere an der privat zu finanzierenden TÜV Akademie Dresden. Werbepsychologie, Rhetorik, Kunstgeschichte, Dramaturgie, Kommunikationsdesign und Betriebswirtschaftslehre standen ebenso auf dem Stundenplan wie Video- und Tontechnologie, Fotografie und 3D-Animationen. „Mich reizte die enorme Bandbreite und der anwendungsorientierte Schwerpunkt dieser, auf zwei Jahre komprimierten, Ausbildung“, so die Frontfrau des Marketingvereins. Nach kurzen Zwischenstationen in der Heimat zog es die damals 23-Jährige nach Franken in eine Agentur nahe Nürnberg. „In einem sehr kleinen Team mitten auf dem Land lernte ich das Handwerk einer Online- und Dialogmarketing-Agentur von der Pike auf kennen – von der Kundenakquise und -pflege, über die Projektrealisierung bis zur Rechnungsstellung“, so Madeleine Matschke. „Unsere Kunden aus Nürnberg, Weiden bis Aalen stammten aus sämtlichen Bereichen der Wirtschaft. Das waren Versicherungsgesellschaften, Bankinstitute und Großkonzerne ebenso wie Online-Händler, Handwerker, Städte und Gemeinden.“ Diese Zeit prägte die junge Lausitzerin. Berufsbegleitend erwarb sie den Abschluss „Dialogmarketing-Fachwirtin“.

Zurück in die Lausitz

Wie sie stammt auch ihr Mann aus Weißwasser. Kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes zogen sie in die Lausitz zurück. Madeleine Matschke wollte ihr erlerntes Marketing-Wissen in der Lausitz einbringen und ihre Heimat tatkräftig voranbringen. Sie arbeitete zunächst für eine Tochtergesellschaft von Bertelsmann. Dort baute sie die Abteilung Interne und Externe Kommunikation auf. Sie leitete erfolgreich Marketingkampagnen zur Mitarbeitergewinnung sowie Mitarbeiterbindung an 21 Standorten bundesweit. „Häufig pendelte ich zwischen Gütersloh, dem Hauptstandort des Mutterkonzerns, und Cottbus hin und her. Innerpolitische Entscheidungen rationalisierten dann meine Abteilung, welche nicht zum Kerngeschäft zählte“, sagt Madeleine Matschke nüchtern.

Nahtlos begann sie 2014 im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Augenmedizin Lausitz in Hoyerswerda als PR- und Marketing-Managerin. Damals gehörten zum MVZ drei Standorte, sechs Ärzte und knapp 20 Mitarbeiter. Innerhalb eines halben Jahres baute Madeleine Matschke das Marketing routiniert auf. Schnell galt sie als die Schnittstelle zwischen den Ärzten, der Geschäftsführung, den Gesellschaftern und Behörden. Sie packte Herausforderungen an, statt sie wegzuschieben. Erneut bildete sie sich berufsbegleitend weiter, diesmal zur Referentin Arbeitsrecht. „Meine Zeit im Augen-MVZ stand ganz im Zeichen der Expansion. Innerhalb von nur drei Jahren verdoppelten mein Team und ich das ärztliche Personal, statteten fünf zusätzliche Praxis- und OP-Standorte aus und führten Einstellungsgespräche für weitere 80 Mitarbeiter durch.“ Madeleine Matschkes vielfältige Tätigkeit passte in keine Stellenbeschreibung. Es war für sie selbstverständlich, Ärzte bei der Suche nach Wohnraum, Kitas, Schulen und Deutsch-Kursen ebenso tatkräftig zu unterstützen wie bei organisatorischen oder zwischenmenschlichen Herausforderungen. „Viele enge Freundschaften sind daraus entstanden. Ich möchte diese Zeit in meinem Leben nicht missen“, erzählt sie.

Mit Krabat nach Hoyerswerda

2018 wurde sie ein zweites Mal Mutter. Anfang 2020 entschloss sie sich, als Leiterin Stadtmarketing Hoyerswerda erneut durchzustarten. Die Entscheidung für diese Stelle, so unterstreicht sie, war eine Herzens-Entscheidung. Zugleich war und ist es eine große Chance. Kurz vor Antritt der Stelle, entdeckte sie im Urlaub bei Freunden in Franken das Buch „Krabat“ von Otfried Preußler. „Ich kannte das Buch vorher nicht“, erläutert sie. Die gewünschte Ausrichtung des neuen Marketingvereins Familienregion HOY e. V. im sagenhaften Lausitzer Krabat- und Seenland ging aus den Vorstellungsgesprächen deutlich hervor. „Dieses Buch zu diesem Zeitpunkt zu entdecken, war für mich wie ein Wink des Schicksals und absolute Bestätigung meiner Entscheidung. Ich las das Buch gleich in einer einzigen Nacht durch“, so die heutige Leiterin Stadtmarketing. Im Jahr 2030, so ihre Vision, ist Hoyerswerda eine lebendige, kreative, familien-, jugend- und seniorenfreundliche Stadt – mit Lebensqualität für alle Generationen, Nationalitäten und Identitäten. „Die Lausitz braucht wieder Gründergeist“, meint die Rückkehrerin. „Wir haben in Hoyerswerda eine vielfältig aufgestellte Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. All diese Potenziale unserer Stadt, gilt es jetzt, in die Welt zu tragen.“ Dafür will sie nach Kräften mit beitragen.

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