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Die neue Heimatstube im Bürgerhaus

Jede Menge Freizeit und Geld aus dem Bürgerhaushalt der Stadt flossen in die Umgestaltung des Kleinods in Bröthen/Michalken.

Von Ralf Grunert
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Mit Brot und Salz und „Herzlich willkommen“ auf Sorbisch begrüßten Malina Winter (v. l.), Tessa Pasora und Cathrine Melcher die Gäste zur Wiedereröffnung der neu gestalteten Heimatstube im Bürgerhaus von Bröthen/Michalken. Eine knappe Stunde hat
Mit Brot und Salz und „Herzlich willkommen“ auf Sorbisch begrüßten Malina Winter (v. l.), Tessa Pasora und Cathrine Melcher die Gäste zur Wiedereröffnung der neu gestalteten Heimatstube im Bürgerhaus von Bröthen/Michalken. Eine knappe Stunde hat © Foto: Ralf Grunert

Bröthen/Michalken. Aufgeräumt, übersichtlich, hell und behaglich. Diesen Anblick bietet die Heimatstube im Bürgerhaus von Bröthen/Michalken nach der Renovierung sowie Neu- und Umgestaltung. In dieser Woche gab es einen kleinen Empfang aus Anlass der Wiedereröffnung. Es war die zweite Wiedereröffnung der Heimatstube, die 1993 vom bereits verstorbenen damaligen Dorfclub-Chef und Ortschronisten Max Donath aufgebaut wurde und 1998 im fertiggestellten Bürgerhaus einen neuen Platz bekommen hatte. Seither sind mehr als 20 Jahre vergangen. Und es war an der Zeit für eine „Neukonzeption der Heimatstube“. Das Projekt mit dieser Bezeichnung wurde daraufhin vom Ortsteil Bröthen/Michalken für den Bürgerhaushalt angemeldet.

Jens Wackermann aus den Reihen der Ortschaftsräte nahm die Dinge in die Hand. Bei der Wiedereröffnung erinnerte er an den nicht so einfachen Werdegang. So fiel zwar im März 2020 die Entscheidung, dass der Vorschlag für den Bürgerhaushalt umgesetzt werden kann. Es folgte aber der erste Corona-Lockdown. Im Sommer wurde der Kontakt zum Hoyerswerdaer Museum geknüpft. „Leider konnte die Zusammenarbeit nicht vertieft werden“, bedauert Jens Wackermann. Später folgte dann der zweite Lockdown. Diese Zeit konnte immerhin genutzt werden, um das Konzept für die Heimatstube auszuarbeiten. „Im März dieses Jahres ging es dann endlich los.“ Jens Wackermann spricht von vielen fleißigen Helfern, die mit anpackten – beim Beräumen, beim Stellen einer neuen Trockenbauwand, beim Schleifen des Fußbodens, bei der Erweiterung der Beleuchtung. Über den Daumen gepeilt sind in das Projekt neben rund 5.000 Euro aus dem Bürgerhaushalt etwa 250 Arbeitsstunden eingeflossen, sagt er und schätzt ein: „Was daraus geworden ist, dafür hat sich die Arbeit gelohnt.“

Beginnend im September wurde die Heimatstube eingeräumt. Zwar ist noch etwas an der Gestaltung zu tun. Das soll aber in der kalten Jahreszeit erledigt werden.

Nach der Begrüßung mit Brot und Salz nahmen die Ortschaftsräte, Helfer und Gäste, darunter die in der Hoyerswerdaer Stadtverwaltung für den Bürgerhaushalt zuständige Mitarbeiterin Korina Jenßen, erstmals auf rustikal anmutenden Stühlen und den ebenfalls neu angeschafften Tischen Platz, um bei einem kleinen Imbiss mit einem Glas Sekt auf das Geschaffene anzustoßen. Ortsvorsteher Lothar Kujasch freute sich über die neue Ordnung im Sammelsurium der Exponate. „Entscheidend ist, dass der Charakter der Heimatstube erhalten geblieben ist“, findet er. Der Raum kann zu Workshops und Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft in kleineren Kreisen genutzt werden. Auch für Ortschaftsratssitzungen bietet er sich an. „Wichtig ist, dass die Heimatstube genutzt wird und nicht verstaubt“, betont Jens Wackermann.

Denkbar sind zudem Führungen für Besuchergruppen, die an der Geschichte des Dorfes, der landwirtschaftlichen Vergangenheit und den sorbischen Traditionen interessiert sind, zum Beispiel Schulklassen oder auch Radtouristen. Hierfür ist aber eine Voranmeldung nötig, heißt es.

Kontakt: Ortsteilverwaltung Bröthen/Michalken; Sprechzeiten sind Montag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr; die Telefonnummer lautet 03571 600997