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Die Senak hat der Geschichte ein Denkmal gesetzt

Mit dem Jahresende wird der Verein aufgelöst – im 25. Jahr seines Bestehens.

Der 17. Oktober 2018 war ein denkwürdiger Tag in Lauta: Siegfried Erler (r.), der Vereinsvorsitzende der Senak, und Bürgermeister Frank Lehmann enthüllten eine Stele, die an den ersten Aluminium-Guss vor 100 Jahren erinnert.
Der 17. Oktober 2018 war ein denkwürdiger Tag in Lauta: Siegfried Erler (r.), der Vereinsvorsitzende der Senak, und Bürgermeister Frank Lehmann enthüllten eine Stele, die an den ersten Aluminium-Guss vor 100 Jahren erinnert. © Archivfoto: Gernot Menzel

Lauta. Eigentlich sollte in diesem Jahr am 28. April das 25. Gründungs-Jubiläum der Seniorenakademie (Senak) Lauta gefeiert werden. Die Vorbereitungen gemeinsam mit dem Lausitzer Technologiezentrum, in dem die Senak ihr Zuhause hat, waren auch schon sehr weit gediehen. Die erste Welle der Corona-Pandemie ließ die Feierlichkeiten allerdings nicht zu. Auch im weiteren Jahresverlauf wurde das nicht nachgeholt.

Zu diesem Zeitpunkt stand allerdings auch schon fest, dass die Tage des Vereins gezählt sind. Im Dezember 2019 hatte er seine Auflösung beschlossen. Woraufhin im Lautaer Stadtanzeiger im April zu lesen war: „Ohne die uns im Technologiepark eingeräumten Möglichkeiten wäre es uns sicher schwer gefallen, unser reges Vereinsleben über so lange Zeit zu organisieren und zu gestalten, das zum Jahresende 2020 der Geschichte angehören soll.“

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Ende November ist nunmehr die öffentliche Bekanntmachung erfolgt, dass der Verein zum 31. Dezember 2020 aufgelöst wird. „Leider fand sich bei der Überalterung der meisten Mitglieder kein Nachfolger für den Vorsitz“, bedauert der langjährige Vereinsvorsitzende Siegfried Erler in einer Anmerkung zur Bekanntmachung der Vereinsauflösung, wobei er auch deutlich macht, dass dieser Schritt nicht leicht gefallen ist. „Uns werden die regelmäßigen Exkursionen, Gesprächsrunden, Wanderungen, Radausflüge und Ausflüge, zu denen wir uns mit dem eigenen Auto trafen, mächtig fehlen.“ Von den zuletzt rund 30 Mitgliedern des Vereins sind alle 75 Jahre und älter, ließ Siegfried Erler wissen. Das machte sich natürlich auch bei der Beteiligung an solchen Veranstaltungen bemerkbar.

Gemeinschaft Gleichgesinnter

Der Vereinsvorsitzende, der 2001 dieses Amt als damals jüngstes Vereinsmitglied übernommen hat, und seine Frau Angelika haben gemeinsam in einer Veröffentlichung im Stadtanzeiger Rückblick auf die Geschichte der Senak gehalten. Unter anderem auch auf den eigentlichen Tag der Vereinsgründung: „Als am 26. April 1995 im Beratungsraum des Rathauses eine kleine‘ Gruppe Vorruheständler, Mitarbeiter des Lausitzer Technologiezentrums sowie der damalige Bürgermeister Rainer Rischer zur Gründungsversammlung der Senak zusammen kamen, war der Wunsch nach einer Gemeinschaft Gleichgesinnter der ehemaligen Mitarbeiter ortsansässiger Betriebe nach ihrem sehr abrupten Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsprozess riesengroß.“ Anfangs waren es vor allem ehemalige Aluminium- und Kraftwerker, die in der Arbeit der Seniorenakademie eine gute Möglichkeit sahen, sich auch weiterhin geistig fit zu halten, indem sie den Kontakt miteinander behielten und nicht zuletzt die Umgestaltung und Neuprofilierung der regionalen Wirtschaftsunternehmen vor Ort kennenlernten. Vordenker bei alledem, so erinnern Erlers, war der ehemalige Aluminiumwerker Günter Bolle, der erste Vorsitzende der Seniorenakademie Lauta.

Die Aktivitäten der Senak waren in all den Jahren breit gefächert. Das reichte von Computerlehrgängen und Englisch-Kursen in der Anfangszeit über Buchlesungen und Reiseberichte bis hin zu Seminaren, Vorträgen und Exkursionen. Letztere führten unter anderem auch in Unternehmen in Lauta selbst und in der Nachbarschaft.

Sammlung von Ausstellungsstücken

Ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit wurde von Beginn an der Bewahrung der Traditionen des Industriestandortes Lauta gewidmet. „Mit anfangs wenigen Ausstellungsstücken entstand ein Industriekabinett in der unteren Etage des Lautech-Gebäudes. Mit dem Umzug unter das Glasdach wurde eine Erweiterung möglich.“ Eine Dauerausstellung zur Industriegeschichte gehörte zuletzt zur festen Einrichtung im Gebäude.“ Auch an das 90-jährige Kraftwerks-Jubiläum im Oktober 2008 erinnern Angelika und Siegfried Erler in ihrem Rückblick. Aus diesem Anlass ist seinerzeit eine Ausstellung mit Fotos zur Kraftwerksgeschichte entstanden. Ergänzt wurde diese mit Kraftwerksaggregaten als Leihgaben der ehemaligen Kraftwerker.

Zehn Jahre später folgte ein weiterer und unvergesslicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Am 17. Oktober 2008 und damit 100 Jahre nachdem der erste Aluminium-Barren in Lauta gegossen worden war, wurde auf der Grünanlage Am Ring in Lauta eine Stele enthüllt, die an diesen denkwürdigen Tag in der Geschichte von Lauta erinnert. Um die 150 Augenpaare ließen den Anblick auf sich wirken, nachdem Siegfried Erler und Bürgermeister Frank Lehmann das Tuch gelüftet hatten, unter dem die Stele bis dahin verborgen war.

Diese Stele war das letzte große Projekt der Senak. Angelika und Siegried Erler waren federführend daran beteiligt. Spenden von Bürgern, darunter auch ehemalige Lautawerker, von den seinerzeit rund 40 Senak-Mitgliedern selbst und vor allem auch von einigen ortsansässigen Unternehmern, die teilweise auch Sachleistungen beisteuerten, trugen dazu bei, dass diese Erinnerungsstätte Realität wurde.Mit der nun bevorstehenden Auflösung des Vereins gehen die Ergebnisse seines Wirkens nicht verloren, das ist Siegfried Erler sehr wichtig. Zwar wurden bis auf den Inhalt einer Vitrine alle Exponate und Dokumente im Lautech eingelagert. Die Senak und das Lautech haben bereits 2019 eine Vereinbarung getroffen, dass diese Dinge im Technologiepark verbleiben und zu gegebener Zeit präsentiert werden.

Idee für ein Aluminium-Museum

Darüber hinaus, so ließ Siegfried Erler vorsichtig durchblicken, liegt dem Rathaus auch schon ein Konzept für die Errichtung eines Aluminium-Museums vor. Das Gemeinwesenzentrum in Lauta-Nord, könnte dafür ein denkbarer Standort sein.

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