Hoyerswerda
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Die Wächter über den Dorfgraben

Neuerdings ist in Zeißig ein neuer Stauwärter am Werk.

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Am Einlaufbauwerk des Zeißiger Dorfgrabens am Schwarzwasser übergibt der bisherige Stauwärter Johannes Stephan (li.) die Aufgaben an seinen Nachfolger Max Schubert.
Am Einlaufbauwerk des Zeißiger Dorfgrabens am Schwarzwasser übergibt der bisherige Stauwärter Johannes Stephan (li.) die Aufgaben an seinen Nachfolger Max Schubert. © Foto: Johann Tesche

Von Johann Tesche

Zeißig. „Ohne Wasser, merkt euch das, wär’ uns’re Welt ein leeres Fass“, heißt es in der Oper „Der Wasserträger“ von Luigi Cherubini. Auch die Zeißiger können ein Lied davon singen. Mit dem Aufschluss des Tagebaus Werminghoff im Jahr 1913 und der damit verbundenen Absenkung des Grundwasserspiegels wurde auch in Zeißig das Wasser knapp, das die Bewohner damals aus ihren hauseigenen Brunnen mit Schwengelpumpen förderten.

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Um die Not zu lindern, erhielt die damalige Landgemeinde Großzeißig am 27. Dezember 1929 vom Regierungsbezirk Liegnitz das Recht zur Nutzung des Dorfgrabens für die Brauchwasserversorgung. In der Antragstellung heißt es: „Seit unvordenklichen Zeiten dient das Wasser des Dorfgrabens den Einwohnern des Dorfes Großzeißig zum Feuerlöschen, zum Waschen, Schöpfen mit Handgefäßen, Viehtränken, sowie zur Entnahme von Wasser für die Haushaltung und Wirtschaft.“

Eine zentrale Trinkwasserversorgung des Ortes war erst mit Inbetriebnahme des Wasserwerkes Zeißig im Jahr 1952 möglich. Die Brauchwasserversorgung erfolgte weiterhin über den Dorfgraben und ab 1953 über eine Gefälleleitung aus dem Knappensee für den östlichen Teil des Dorfes. Zur Regulierung des Zuflusses für den Dorfgraben aus dem Schwarzwasser dient eine Wehranlage, die 1970 erneuert und seit 1996 von Johannes Stephan bedient wurde. Über die 26 Jahre, in denen er diese Aufgabe erfüllte, gibt es viel zu erzählen: So über genervte Anlieger, für die das Wasser im Sommer nicht mehr reichte oder die Diskussionen zur Einhaltung des Spritzverbotes in Zeiten akuter Wasserknappheit. „Aber ich habe es gern gemacht“, sagt Johannes Stephan und ergänzt: „Es gab natürlich auch dramatische Situationen, als bei Hochwasser ein Teil des heutigen Kinderbaumparks überflutete und wir uns um die Stabilität des Schwarzwasserdammes sorgten.“ Ein Wunsch aber blieb bisher unerfüllt: eine Sohlgleite im Schwarzwasser im Bereich des Einlaufes zum Dorfgraben, damit auch bei Niedrigwasser genügend Wasser in den Dorfgraben fließen kann.

Seit diesem Jahr nun hat Max Schubert die Aufgaben als Stauwärter übernommen. Der Ortschaftsrat dankt Johannes Stephan für seine langjährige Tätigkeit.

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