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Dieser Mediziner behandelt ganz Kleine sowie Betagte

Seine ersten Tage am Seenland-Klinikum Hoyerswerda hat Chefarzt Dr. Thomas-Peter Ranke hinter sich.

Dr. Thomas-Peter Ranke, der aus dem Vogtland stammt und in Bautzen lebt, ist seit Monatsanfang Chefarzt am
Seenlandkinikum.
Dr. Thomas-Peter Ranke, der aus dem Vogtland stammt und in Bautzen lebt, ist seit Monatsanfang Chefarzt am Seenlandkinikum. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Kinder sind in der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie am Seenland-Klinikum bisher eher selten gesehene Patienten. Nun ist jedoch Dr. Thomas-Peter Ranke, der sich seit dem Monatsbeginn die Leitung der Klinik mit Dr. Stefan Domanja teilt, unter anderem ein ausgebildeter Kinderorthopäde. „Genau das soll hier auch in Zukunft ein Thema sein“, sagt der neue Chefarzt.

Der 60-Jährige berichtet zum Beispiel, dass im ostsächsischen Raum statistisch bei neugeborenen Kindern eine Häufung von Fehlstellungen des Hüftgelenks auftritt. Es gibt zwar eine routinemäßige Ultraschalldiagnostik, aber künftig will Ranke auf der Neugeborenenstation auch zu Visiten unterwegs sein. Und für ältere Kinder mit sogenannten Dysplasien, die im Normalfall konservativ, also ohne OP behandelt werden können, ist eine ambulante Sprechstunde bei der Kassenärztlichen Vereinigung beantragt. So etwas bot Ranke schon in der auf Orthopädie spezialisierten Hohwaldklinik in Neustadt/Sachsen an, wo er bisher Chefarzt war (TAGEBLATT berichtete). Ranke erzählt, dass Dr. Dietrich Lorenz, mit dem er befreundet ist, ihn nach Hoyerswerda gelotst habe. Der langjährige Chefarzt kümmert sich bisher noch als sogenannter Seniorarzt vor allem um Endoprothetik, also das Implantieren künstlicher Gelenke. Allerdings, so Ranke, wolle Lorenz sich nach und nach zurückziehen.

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Also hat der Neuzugang den Fachbereich Endoprothetik übernommen, während Dr. Domanja den Fachbereich für Wirbelsäulen-Operationen leitet. „Meine Hauptmission“ nennt Ranke die Beschäftigung mit Gelenk-Prothesen. Immerhin ist die Klinik in Hoyerswerda ebenso wie Hohwald als Endoprothetikzentrum zertifiziert. Es sei gut möglich, sagt Ranke, dass diesbezüglich die Zahl der Operationen steigen wird. Allerdings sei das mitnichten ein Auftrag der Geschäftsführung. Das ist nicht ganz unwichtig, muss sich doch die Medizin immer mal des Verdachts erwehren, zum finanziellen Vorteil der Kliniken häufiger zu operieren als nötig. „Das könnte ich mit dem Eid, den ich geleistet habe, nicht vereinbaren“, sagt Ranke, der einst in Leipzig studiert hat. So weit es gehe, müssten Gelenk-Erhalt und konservative Behandlung den Vorrang haben.

Nur könne man heute mit länger haltbaren Prothesen auch jüngere Menschen operieren, die man früher auf später vertröstet hätte. Und der medizinische Fortschritt sorge dafür, dass auch bei betagten Patienten ein Implantat-Wechsel gefahrloser in Angriff genommen werden könne.

Hinzu kommt sicherlich auch noch, dass ein Arzt nach 27 Jahren an einer Spezialklinik gut und gern als Kapazität gelten darf, für die Patienten vielleicht auch mal weitere Wege auf sich nehmen. In Neustadt, sagt Ranke, sei er zuletzt doch an Grenzen gestoßen. Nach dem Weggang eines Internisten und eines Radiologen wären bestimmte Dinge nicht mehr möglich gewesen: „Und hier ist alles vorhanden, was Zusammenarbeit auf ganz kurzem Wege möglich macht.“ Zwar ist Hoyerswerdas Orthopädie mit 50 Betten nicht ganz so groß wie die Hohwaldklinik mit 105. Aber auch hier gibt es Spezialisten wie Handchirurgin Dr. Gina Gosch oder den auf Endoprothetik spezialisieren Chefarzt-Stellvertreter Frank Heublein. „Der Erfolg verteilt sich auf viele Schultern“, sagt Dr. Thomas-Peter Ranke über das Ärzte- und Pflegeteam der Orthopädie.

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