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Drei Mediziner starten gemeinsam im WK II

Das Ärztehaus „Polymed“ hat dieser Tage den ersten Monat hinter sich – der erste Neubau für so einen Zweck in einem der Wohnkomplexe.

An der Frederic-Joliot-Curie-Straße zu finden sind seit dem Jahreswechsel die Praxen von Diplommedizinerin Marina Köstler-Grzelak, Dr. Paul Jesche und Dr. Viera Donovalova (von links nach rechts).
An der Frederic-Joliot-Curie-Straße zu finden sind seit dem Jahreswechsel die Praxen von Diplommedizinerin Marina Köstler-Grzelak, Dr. Paul Jesche und Dr. Viera Donovalova (von links nach rechts). © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Eine Reihe neuer Nutzungen ist in Hoyerswerdas Neustadt mittlerweile auf Abriss-Flächen zu finden: Park-Anlagen zum Beispiel, Wald, aber auch Einfamilienhäuschen. Nun ist im WK II ein Ärztehaus hinzugekommen. „Polymed“ steht an dem Neubau. Er ist über das vergangene Jahr dort entstanden, wo 2004 der Block Frederic-Joliot-Curie-Straße 39 bis 43 abgerissen worden ist. Hier praktizieren nun zwei Medizinerinnen und ein Mediziner. Die drei Punkte im Polymed-Logo deuten die Gemeinschaft der eigenständigen Praxen an.

„Ich wusste, ich muss irgendwann umziehen“, sagt Dr. Viera Donovalova. Vor knapp drei Jahren übernahm sie die Praxis von Eva-Sabine Elfers im Ärztehaus an der Weinertstraße im WK IV. Das Gebäude ist nicht unbedingt in einem Zustand, den man zeitgemäß oder schick nennen würde. Also fing die Hausärztin, Internistin und Diabetologin damit an, sich in Hoyerswerda umzuschauen. Sie fand aber keine Räumlichkeiten, die ihren Anforderungen gerecht werden konnten. Der Gedanke an Neubau reifte, und das von der Wohnungsgesellschaft angebotene Grundstück in der Nachbarschaft der Grundschule „An der Elster“ schien passend.

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Nun ist Ausbildung möglich

Die Wittichenauer Wobau machte sich zuerst nach den Vorstellungen von Viera Donovalova ans Planen und dann ans Bauen. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt die Bauherrin über das Ergebnis. Als Mieter mit eingezogen sind eine Kollegin und ein Kollege, die sich ebenfalls gern verändern wollten. Diplommedizinerin Marina Köstler-Grzelak hat drei Jahrzehnte lang an der Weinertstraße praktiziert und fand, dass es nun länger nicht zumutbar sei. Mehrfach habe es zum Beispiel Wasserrohrbrüche gegeben, berichtet sie. Dazu kommt, dass das Ärztehaus im WK IV sich ohnehin über die letzten Jahre merklich geleert hat. Und ohne die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Medizinern in der Nähe möchte Marina Köstler-Grzelak nicht arbeiten.

Der Dritte im Bunde ist Dr. Paul Jesche, der mit seiner Praxis bisher im Gebäude der Hoy-Reha eingemietet war. An und für sich war er dort auch zufrieden. Aber sowohl die Hoy-Reha als auch er hätten sich schon länger über mehr Platz gefreut. An der Curiestraße 39 ist nun unter anderem so viel Raum, dass er sich bei der Ärztekammer als Weiterbildungspraxis anmelden kann. Er findet, die Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzte sei auch im Hinblick auf den Ärztemangel in der Region eine wichtige Sache. „Und da Dr. Donovalova auch Ultraschall anbietet, müssen meine Patienten mit einer Überweisung keine langen Wege mehr zurücklegen“, nennt Jesche einen weiteren Vorteil des Umzugs.

Im Auto bis vor die Tür

„Polymed“, sagt Dr. Donovalova, biete nicht nur optimale Arbeitsbedingungen für die insgesamt zehn Kolleginnen und Kollegen in den drei Praxen. Auch für die – in Hoyerswerda nicht überraschend – vielen älteren Menschen unter den Patientinnen und Patienten hätten sich die Verhältnisse verbessert. So können sie dank Parkplatz mit mehr als 20 Stellflächen im Auto direkt bis vor die Tür fahren. Und da das Gebäude nur eine Etage hat, gibt es keine Treppen – ein Plus für Personen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Aktuell kommt ein weiterer großer Vorteil hinzu: Das Haus ist von der Anlage her so eingerichtet, dass alle drei Praxen während der Infektionssprechstunden von potenziellen Sars-Co-V-2-Patienten ohne Probleme kontaktlos zu betreten und auch wieder zu verlassen sind.

Die Patienten sind begeistert

Die Pandemie hat nun allerdings die für den 6. Januar geplante Eröffnungsfeier verhindert, die Gäste mussten wieder ausgeladen werden. Einzig für Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) gab es eine Ausnahme und – natürlich mit Abstand – eine kurze Führung. Er hatte unter anderem einen tönernen Krabat-Raben als Einweihungsgeschenk mitgebracht. Mittlerweile können Donovaloa, Köstler-Gzelak und Jesche auch die Reaktion ihrer Patientinnen und Patienten ganz gut beschreiben. Sie seien begeistert, aber auch erstaunt. Denn irgendwie finden alle, das Gebäude sei von innen beträchtlich geräumiger, als es von außen auf den ersten Blick wirkt.

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