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Eigenheim-Baupläne für Klein Neida gestoppt

Die Stadt Hoyerswerda zieht Überlegungen für die Zulassung weiterer Bebauung am Bröthener Weg zurück.

Diese Bäume am
Bröthener Weg dürfen jetzt erst einmal stehen bleiben. Denn
Pläne zum Fortführen der Wohnbebauung sind vom Tisch.
Diese Bäume am Bröthener Weg dürfen jetzt erst einmal stehen bleiben. Denn Pläne zum Fortführen der Wohnbebauung sind vom Tisch. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Die Stadt verfolgt eine ins Auge gefasste Erweiterung der Wohnbebauung in Klein Neida in westliche Richtung erst einmal nicht weiter. Einstimmig hat der Stadtrat am Dienstag einen erst im vorigen Herbst gefassten Beschluss dazu wieder aufgehoben. Es ging formal um eine sogenannte Ergänzungssatzung.

Vorgesehen war, die Reihe der vorhandenen Einfamilienhaus-Grundstücke am Bröthener Weg in Richtung des Flussmeisterei-Sitzes fortzuführen, allerdings auf der anderen Seite des Bröthener Weges. „Das städtebauliche Erfordernis ergibt sich aus dem ständig steigenden Bedarf der Stadt Hoyerswerda an Bauflächen zur Errichtung von Eigenheimen“, hieß es im September zur Begründung. Schon damals gab es bei einigen Stadträten Bedenken. Antje Naumann (Bündnis 90/Grüne) wies darauf hin, dass die vorgesehene Fläche von rund einem Hektar „nach außen führt“. Eigentlich, so ihre Argumentation, habe man sich doch vorgenommen, Innenstadt sowie Dörfer nicht weiter leer zu ziehen und vorhandene Bauflächen zu nutzen. Auf ihre Bitte hin legte die Verwaltung inzwischen eine Auflistung vor, laut der es innerhalb von rechtskräftig bestehenden Bebauungsplänen – Stand Oktober – Platz für fast 150 Einfamilien- und 16 Doppelhäuschen gibt; zumindest theoretisch. Denn mal können sich Grundstückseigentümer nicht über die Erschließung einigen, mal hat ein Eigentümer kein Interesse und schon Wald gepflanzt, mal sind aber auch schon Grundstücke reserviert. Am Adler etwa, wo auf dem früheren Sportplatz-Gelände 15 Häuser entstehen sollen, wird nach Kenntnis der Verwaltung ab dem Frühjahr gebaut.

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Jedenfalls stimmten schon im Herbst drei Stadträte gegen ein neues Baugebiet in Klein Neida, während drei weitere sich enthielten. Und auch von diversen Behörden gab es Bedenken. Nach Angaben des Rathauses sahen die Landesdirektion Sachsen, der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien und das Landratsamt Bautzen „wesentliche Hemmnisse“.

Einerseits wurde die Stadt darauf hingewiesen, dass die neue Inanspruchnahme von Freiflächen für eine Ausdehnung von Siedlungen nicht gewünscht ist. Im speziellen Fall sei wieder Wald betroffen, während man sich eigentlich vorgenommen habe, den Waldanteil generell zu erhöhen. „Aber es geht nicht nur um den Wald. Das hätten wir vielleicht noch hinbekommen“, meinte am Dienstag Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD). Man wisse überdies nicht so richtig, was am Bröthener Weg noch in der Erde schlummert.

Laut Stadtverwaltung ist das Gelände über Jahrzehnte gewerblich genutzt worden, zuletzt von der Großhandelsgesellschaft der DDR. Das GHG-Lager ist zwar vor 20 Jahren abgerissen worden. Allerdings beräumte man die Flächen damals nur oberirdisch. Es sei durchaus möglich, dass im Untergrund noch bauliche Überreste vorhanden sind. Die Rede ist zum Beispiel von einer noch vorhandenen Bunkeranlage. Obendrein gab es Gelände-Auffüllungen mit Bauschutt beziehungsweise Recyclingmaterial. Fazit: Zur Herstellung einer Wohnbaufläche wäre zuerst eine umfassende Altlastenuntersuchung notwendig. Man vermutet, dass die Entsorgungskosten die Erlöse eines Grundstücksverkaufs übersteigen würden. Andere Ideen kursieren freilich schon. Dr. Gitta Kaltschmidt (CDU) hat eine Freifläche im Bereich der Hoy-Reha zur Bebauung vorgeschlagen.

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