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Ein gutes Ende zum Jahresschluss

Jahre nach einem Betrug an einem jungen Mann aus Lauta ist dieser jetzt dafür entschädigt worden.

Steve Wendt mit dem Scheck, der inzwischen eingelöst ist. Aus Sicherheitsgründen haben wir einige Angaben wegretuschiert.
Steve Wendt mit dem Scheck, der inzwischen eingelöst ist. Aus Sicherheitsgründen haben wir einige Angaben wegretuschiert. © Foto: Mirko Kolodziej

Lauta. Vergnügungssteuerpflichtig war das zu Ende gehende Jahr für die meisten Menschen wohl nicht. Manche Geschichte aber kam doch zu einem guten Ende. Steve Wendt aus Lauta zum Beispiel hatte in einem ihn betreffenden Betrugsfall schon jede Hoffnung aufgegeben. Dann gab es eine Überraschung, an die sich wiederum ziemliches Zittern anschloss. Und vor ein paar Tagen ließ der junge Mann dann wissen: „Hat alles geklappt, bis jetzt.“

Es ist inzwischen acht Jahre her, dass man ihn über den Tisch zog. Übers Internet verkaufte er damals ein BMX-Rad – ins Ausland. 350 Euro sollte das gute Stück einbringen. Es kam ein Scheck – über 5.000 Euro – ausgestellt über den US-Geldtransferdienst Western Union. Steve Wendt nahm Kontakt zum Käufer auf, der ein Versehen meldete und darum bat, ihm die Differenz von 4.650 einfach zu überweisen. Der arglose Lautaer tat das sogleich. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass der 5.000-€-Scheck nicht gedeckt war. Steve Wendt erstattete zwar Anzeige, ging aber davon aus, dass das Geld verloren ist. Die EU-Polizeibehörde Europol stellte die Ermittlungen nach einem halben Jahr wegen Geringfügigkeit ein, berichtet Wendt.

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Rasch musste er lernen, dass er bei Weitem nicht der Einzige war, der auch aufgrund lascher Kontrollregeln von Western Union Opfer so eines Betruges wurde. „Mit einer Reihe von Lügengeschichten veranlassten Betrüger nichtsahnende Opfer zu hohen Geldzahlungen“, ließ die Verbraucherzentrale Anfang 2018 in einer Mitteilung wissen. Überschrift: „Betrugsopfer, die Geld mit dem Bargeldtransferdienst Western Union ins Ausland geschickt haben, können auf eine Rückzahlung hoffen.“ Denn inzwischen hatten sich das US-Justizministerium, die ebenfalls zuständige US-Postbehörde und der US-Verbraucherschutz eingeschaltet. Letzterer sagt, Western Union hätte sich für die über seine Dienste in Szene gesetzten Betrügereien blind gestellt. Es gab Ermittlungen, die letztlich in einer Art Vergleich endeten.

Vorsichtig gewordene Banken

Western Union akzeptierte seine Verantwortung und erklärte sich bereit, einen Entschädigungsfonds in Höhe von insgesamt 586 Millionen US-Dollar aufzulegen.

Und so traf Mitte Oktober dieses Jahres ein Scheck über 4.734 Dollar und 15 Cent bei Steve Wendt ein. Nach kurzer Freude stellte sich heraus, dass die Sache einen Haken hatte. Denn: Es handelte sich wiederum um einen Western-Union-Scheck. Und wegen der vergangenen Betrügereien sind eine ganze Reihe deutscher Banken nicht mehr bereit, auf solche Wechsel Geld auszuzahlen. Dazu kommt, dass Steve Wendts Hausbank eine Online-Bank ist. Was also tun? Weder Bundesbank noch Verbraucherzentrale noch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht wussten Rat. Das große Zittern hatte auch mit einem Datum zu tun, denn der Scheck sollte lediglich für 16 Wochen Gültigkeit besitzen.

Immerhin versicherte das US-Justizministerium, die 16-Wochen-Regel würde in diesem Fall außer Kraft gesetzt, und man werde sich eine Lösung überlegen. Zwischenzeitlich aber machte sich Steve Wendts Großvater in die Spur. Er sprach mit seiner Hausbank und konnte sie dazu bewegen, seinem Enkel aus der Patsche zu helfen. „Die Kohle ist jetzt da.“, konnte dieser nun kurz vor Weihnachten vermelden.

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