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Ein Monat bis zur neuen Energiefabrik

Die neue Dauerausstellung wird installiert, dann beginnt der Probebetrieb. Besucher werden ab 16.10. empfangen.

Die Empfangshalle der Energiefabrik wird gerade komplettiert. Der Industriecharme bleibt erhalten.
Die Empfangshalle der Energiefabrik wird gerade komplettiert. Der Industriecharme bleibt erhalten. © Foto: Uwe Schulz

Knappenrode. Als das Museum der Westlausitz in Kamenz eröffnet wurde, hat Kirstin Zinke die letzten Nächte im Büro geschlafen. Jetzt, vier Wochen vor der Wiedereröffnung der Energiefabrik Knappenrode mit der Einweihung der neuen Dauerausstellung, erlebt die Museumschefin die ganze Anspannung vor so einer Neueröffnung wieder. Aber es wird wohl beim Endspurt nicht so heiß werden wie damals in Kamenz.

Das liegt zum einen daran, dass die Eröffnung um einige Monate verschoben worden war. Coronabedingt konnten einige Firmen nicht fristgerecht liefern, was teilweise wiederum an Zulieferbetrieben lag, die nicht produzieren konnten. Solche Risiken bestehen nun wohl nicht mehr. Die Ausstellungsbauer montieren in der Fabrik die neuen Ausstellungsmöbel. Man sieht jetzt schon unglaublich viele Beamer und Mini-Projektoren, kann ausgesparte Öffnungen für Touchscreens erkennen. Ende September soll die Ausstellung fix und fertig und vor allem funktionsfähig stehen. Dann geht es an den Probebetrieb. Die Korrekturen für alle gedruckten Texte sind erfolgt, bei den digitalen Angeboten läuft noch der Feinschliff. Letztlich ist laut Kirstin Zinke aber alles so konzipiert, dass das Museum auch selbst Inhalte verändern kann. Jahrelange Vorarbeit münden jetzt in das Ergebnis: „Wir sind alle sehr gespannt, wie es ankommt.“ Draußen radeln derweil ältere Herrschaften auf der Werminghoffstraße vorbei. Ist zwar laut Beschilderung untersagt, aber die Leute sind neugierig, wollen sehen, was hier entstanden ist.

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Vorbereitung auf den scharfen Start

Im Freigelände vor und hinter der Fabrik laufen die Restarbeiten, werden Übergänge angepasst und gepflastert. Die Einzäunung wird geschlossen. Dabei wurden die großen Zaunelemente mit den eingelassenen Motiven von Lausitzer Tagebaugroßgeräten vom bisherigen Museumseingang wiederverwendet.

Anfang Oktober kommen dann die Grünanlagenpfleger aus der Kurzarbeit, haben zwei Wochen Zeit für den Feinschliff des riesigen Areals.

Für das gesamte Museumsteam gibt es vieles zu beachten und auch zu testen. Die Brandmeldeanlage muss ebenso funktionieren wie die Schließanlage des Geländes oder das Besucherzählsystem für die Aussichtsplattform, auf der nicht mehr als 30 Besucher zeitgleich sein dürfen. Die Mitarbeiter müssen sich in das neue Kassensystem und den Shop einarbeiten. Nichts ist wie früher, alles ist neu, modern. Aktuell laufen die Vorstellungsgespräche für die zwei neu zu besetzenden Besucherbetreuerstellen. Der Warenbestand für den Shop ist bereits elektronisch erfasst. Objekte werden aus dem Depot geholt, sind zum größten Teil schon grundgereinigt. In den nächsten Tagen wird schon die Küche im Besucherzentrum eingeräumt. Immerhin soll man hier eine kleine Stärkung zu sich nehmen können. Und das Museumsteam will nicht erst dann beginnen, sondern die Abläufe schon verinnerlicht haben. Aber wie das so ist – mit Problemen und nicht vorher gesehenen Dingen ist dann jederzeit zu rechnen. Zu Beginn wird der Kassenbereich daher mit bis zu vier Personen besetzt sein. Später, wenn alles läuft und vielleicht auch der erste große Besucheransturm vorbei ist, werden zwei Mitarbeiter die Standardbesetzung sein. Sie sind für Kasse, Shop und Cafeteria zuständig.

Hier können Besucher auch ihre Garderobe abgeben, sich informieren, und sie können sich einen Medienguide ausleihen. Entweder sie haben ein eigenes Smartphone dabei, dass sie benutzen können, oder sie bekommen eben ein Gerät in der Größe zwischen einem Smartphone und einem Tablet ausgehändigt. Das ist in dem Sinne kein klassischer Audioguide, der durch die Ausstellung leitet, sondern ein Abspielgerät, dass zusätzliche Informationen, darunter zahlreiche Videos, bereithält. 80 Stationen im gesamten Fabrikgelände sind so angereichert, davon allein 30 in der neuen Dauerausstellung. Die Informationen gibt es in Deutsch, Sorbisch und Englisch. Weitere Sprachen sind später durchaus denkbar.

Man kann ab dem 16. Oktober einfach so vorbeikommen in der Energiefabrik Knappenrode und sein Ticket lösen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann aber vorab auch ein konkretes Zeit-Ticket erwerben. Denn der Besucherrundgang beginnt mit einem sieben Minuten langen filmischen Intro, das jeweils nur einige Personen gleichzeitig erleben können. Das hatte schon bauliche Gründe, Coronaschutzmaßnahmen kommen jetzt noch dazu. Das Hygienekonzept ist erarbeitet und zur Genehmigung eingereicht. Aller Voraussicht nach wird in der Dauerausstellung das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes dazu gehören, auf dem Außengelände aber nicht.

Die neue Dauerausstellung wird ein multimediales Erlebnis. Eine Armada von Beamer gehört dazu.
Die neue Dauerausstellung wird ein multimediales Erlebnis. Eine Armada von Beamer gehört dazu. © Foto: Uwe Schulz
Die großen „E“ leiten in Knappenrode die Besucher bis zum Parkplatz an der Energiefabrik.
Die großen „E“ leiten in Knappenrode die Besucher bis zum Parkplatz an der Energiefabrik. © Foto: Uwe Schulz
In den neuen Zaun wurden die alten Elemente mit Motiven von Tagebaugroßgeräten integriert.
In den neuen Zaun wurden die alten Elemente mit Motiven von Tagebaugroßgeräten integriert. © Foto: Uwe Schulz

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