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Ein Stadtrelief für Hoyerswerda

Der Lionsclub hatte große Pläne. Corona bremste vieles aus. Neue Ereignisse und Ziele gibt es dennoch.

Der Lionsfreund und Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda, Steffen Markgraf (links), und das Lionsclub-Vorstandsmitglied Michael Renner schauen trotz Corona-Pandemie optimistisch in die Zukunft.
Der Lionsfreund und Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda, Steffen Markgraf (links), und das Lionsclub-Vorstandsmitglied Michael Renner schauen trotz Corona-Pandemie optimistisch in die Zukunft. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Hoyerswerda. Eines der ersten Projekte des Lionsclubs Hoyerswerda, der sich im Januar 1994 gründet hatte, war der Aufbau eines Spielplatzes für geistig behinderte Kinder. Unter dem Motto „Wir dienen“ hatten sich damals 25 Mitglieder zusammengefunden, um Grundsätze mit hohen ethischen Ansprüchen auszuleben. So heißt es in der Satzung: „Ich werde meinen Mitmenschen helfen, indem ich den Unglücklichen mit Trost, den Schwachen mit Tatkraft und den Bedürftigen mit meinen wirtschaftlichen Mitteln beistehe. Ich werde behutsam sein mit meiner Kritik und freigiebig mit meinem Lob, ich will mich bemühen, aufzubauen und nicht zu verletzten.“

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Vielfältige Förderung

„Wir möchten der Gesellschaft gern etwas zurückgeben und etwas Gutes tun“, umschreibt Lionsfreund Steffen Markgraf, der Geschäftsführer der hiesigen Wohnungsgesellschaft, das Grundanliegen der Löwen. Einrichtungen wie die Hoyerswerdaer Kinder- und Jugendfarm des Christliche-Sozialen Bildungswerkes Sachsen e. V. (CSB), das ehemalige Hoyerswerdaer Frauenschutzhaus, das Sonderpädagogische Förderzentrum, der damalige Verein „Projektarbeit Mosambik“ und auch die Wohnstätte der Lebenshilfe kamen bereits in den Genuss einer Förderung durch die Lions.

Ganz besonders am Herzen liegt den Mitgliedern die Förderung von Kindern und Jugendlichen. So leitete beispielsweise Clubmitglied und Künstler Manfred Vollmert einen Zeichenzirkel an der Förderschule für geistig Behinderte. Und auch im Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrum (NATZ), bei der Kinder- und Jugendgalerie sowie beim traditionellen Wettbewerb „Jugend musiziert“ hat der Lionsclub mitgewirkt.

Herzenswunsch Diddl-Maus

An letzteren Förderwettstreit hat Lions-Vorstandsmitglied Michael Renner eine besonders schöne Erinnerung: Samira Dietze, ein musikalisches Talent (Violine), hatte einen großen Wunsch. Nicht etwa einen Geigenkasten, Notenständer oder Ähnliches. Es war eher der Traum eines ganz normalen Kindes, ohne ernsteren Hintergedanken. Die sehr erfolgreiche Musikschülerin wünschte sich eine große Diddl-Maus. „Diesen Traum haben wir dem Mädchen erfüllt. Sie strahlte über das gesamte Gesicht, als sie die Überraschung sah. Dieser Moment war sehr berührend und herzergreifend“, erinnert sich Lionsfreund Michael Renner zurück. Das ist schon ein paar Jahre her. Samira Dietze ist heute eine erwachsene Frau, die das Sächsische Landesgymnasium für Musik in Dresden erfolgreich abgeschlossen hat und nun im Musikbereich weiterstudiert.

Auch der Lionsclub Hoyerswerda ist zwar älter, aber deshalb nicht weniger aktiv geworden. Im 27. Jahr seines Bestehens hat er sich weiterhin die Unterstützung und Förderung anderer Menschen, Vereine und Institutionen auf die Fahnen geschrieben. „Auch unsere Benefizkonzerte gehören nun schon seit mehr als zwanzig Jahren zur «Grundausstattung» unseres Clublebens“, berichtet Michael Renner.

Eine sehr beliebte Aktion ist nach wie vor der Glühweinstand auf dem weihnachtlichen Teschenmarkt in der Hoyerswerdaer Altstadt. Hierfür stehen beispielsweise der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft und Lionsfreund Steffen Markgraf, Michael Renner, andere Mitglieder und der momentane hiesige Lionsclub-Präsident Bernd Bittroff hinter den Waffeleisen, um frische Teigwaren für Besucher zu backen. Der Erlös dieser Aktion kommt gemeinnützigen Zwecken zugute.

Hoffen auf den Teschenmarkt

„Es ist uns ein inneres Bedürfnis, dabei zu sein. Das ist eine sehr gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, unser Clubleben und unsere Grundsätze näher vorzustellen oder einfach mal nur nett zu plaudern“, erläutert Steffen Markgraf, der, wie viele andere, hofft, dass baldmöglichst wieder Normalität Einzug hält und auch Feste wie dieser Teschenmarkt wieder stattfinden können. „Auch wir mussten uns belehren lassen, dass wegen einer solchen Pandemie auf lange Sicht nichts wirklich planbar ist. Das ändert aber nichts an unseren Grundsätzen“, fügt Michael Renner hinzu. So sind demnächst Förderungen von kulturellen Projekten und Vorhaben, die sich mit Natur beschäftigen, sowie Kinder- und Jugendprojekte geplant.

Dreidimensional erfahrbar

Ein weiteres Ziel ist die Unterstützung von Blinden und sehschwachen Menschen. Dafür haben sich die Lionsfreunde etwas ganz Besonderes einfallen lassen: die Schaffung eines Stadtreliefs, das dreidimensional die Ansicht von Hoyerswerda mit ihren regionalen Besonderheiten zeigen soll. Mit dazugehöriger Blindenschrift sei das Angebot eine große Hilfe für Betroffene und ein Anziehungsmagnet für den Tourismus – da sind sich die Lionsfreunde sicher. Das Stadtrelief soll möglichst 2023 in Betrieb genommen werden können. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich nach derzeitigem Stand auf etwa 30.000 Euro. „Es gibt bei der Planung und Umsetzung sehr viel zu beachten. Aber wir werden das hinbekommen und freuen uns auf weitere Förderer, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen möchten“, so Markgraf.

Kontaktadresse Steffen [email protected] Tel. 03571 475400

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