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Eine den Wissenschaften förderliche Atmosphäre

Hoyerswerdas Lessing-Gymnasium ist zum vierten Mal in Folge Mint-freundliche Schule geworden.

Auch Schüler Tom Hein ist Teil der Mint-Förderung bei Lessing‘s. Foto: Mirko Kolodziej
Auch Schüler Tom Hein ist Teil der Mint-Förderung bei Lessing‘s. Foto: Mirko Kolodziej © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Anfänglich, sagt Tom Hein, als er von der Grundschule auf Hoyerswerdas Lessing-Gymnasium wechselte, sei sein Interesse an Naturwissenschaften noch nicht sehr groß gewesen. „Es ist so etwa ab Klasse acht gewachsen“, erzählt der nunmehrige Zwölftklässler. Diverse Schulprojekte hätten durchaus geholfen. Sein Talent in dieser Hinsicht blieb an der Schule nicht unentdeckt.

Also wurde er einer der Teilnehmer des Programms zur Begabungsförderung. Schülerinnen und Schüler dürfen in bestimmten Stunden den Standard-Unterricht verlassen und währenddessen selbstständig wissenschaftlich arbeiten.

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Das Lessing-Gymnasium ist seit einigen Jahren erfolgreich beim Versuch, das Interesse an Naturwissenschaften und Technik zu wecken sowie eine den Mint-Themenfeldern förderliche Atmosphäre zu schaffen. Das Kürzel Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir jetzt zum vierten Mal in Folge Mint-freundliche Schule geworden sind“, sagt Schulleiterin Katharina Michelfeit.

Für den Titel können sich Schulen beim von Wirtschaftsunternehmen wie der Bahn, Google oder Bayer getragenen Verein Mint-Zukunft e.V. in Berlin bewerben. Sie müssen einen ganzen Kriterien-Katalog erfüllen, um die Auszeichnung zugesprochen zu bekommen – von einer Schwerpunktfestlegung im Schulprogramm über die Schaffung von Zusatzangeboten bis hin zur Pflege von Partnerschaften zu Hochschulen oder passenden Unternehmen. Zehn von insgesamt 14 Kriterien müssen zwingend erfüllt sein. Erstmals wurde das Lessing-Gymnasium im Jahr 2012 Mint-freundliche Schule. Der Titel gilt immer für drei Jahre. Die zuständige Jury vergab ihn also neu 2015, wieder 2018 und nun Mitte des Monats zum vierten Mal. Über ein gültiges Zertifikat verfügen aktuell in Sachsen lediglich 22 Schulen, im Kreis Bautzen neben dem Lessing-Gymnasium nur noch das Goethe-Gymnasium Bischofswerda.

Die beiden Schulen kooperieren in der Mint-Ausbildung. Dritter Partner ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau. Schülerinnen und Schüler der drei Schulen arbeiten regelmäßig gemeinsam an naturwissenschaftlichen Projekten. Hinzu kommt jetzt neu noch das Radeberger Humboldt-Gymnasium. Im Rahmen einer Netzwerk-Partnerschaft von Schulen aus Sachsen, Bayern und Hessen gibt es so eine Kooperation außerdem noch mit dem Kasseler Wilhelmsgymnasium und dem Comenius-Gymnasium in Deggendorf.

Dank einer Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Technischen Universität konnte zum Beispiel Tom Hein, während er sich intensiv mit Interferometrie beschäftigte, in einem BTU-Labor in Cottbus Messungen vornehmen. Barbara Schuster, bei Lessing‘s die Fachbereichsleiterin für den naturwissenschaftlichen Bereich, berichtet überdies von regelmäßigen Exkursionen. Am BTU-Standort Senftenberg geht es dann um Biotechnologie, in Cottbus um Physik. Und ebenso regelmäßig gibt es für Lessing-Schüler Praktika im technischen Bereich bei der BASF in Schwarzheide. Dass das Unternehmen auch noch Geld für Besuche im Schüler-Labor des Dresdener Hygiene-Museums zuschießt, ist ein Extra-Plus.

„Das ist natürlich auch ein Beitrag zur Studien- und Berufswahl“, sagt Katharina Michelfeit über die Kontakte zur Uni und zur BASF. Sie ist froh, dass solche und andere Anstrengungen dazu führen, dass sich jedes Jahr Elftklässler für die Leistungskurse in Chemie und Physik entscheiden. Nach ihren Worten gibt es Schulen, die die entsprechenden Ausbildungsgänge mangels Interesse der Schülerschaft gar nicht anbieten können. Freilich geht immer noch etwas mehr. Barbara Schuster etwa erzählt von der Beteiligung am Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Leistung macht Schule“ der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zur optimalen Begabungs- und Leistungsförderung. Der Lehrermangel bremst hier etwas. „Wenn wir personell besser aufgestellt wären, könnten wir uns bei Lemas noch viel stärker einbringen“, schildert die Fachbereichsleiterin.

Zwölftklässler Tom Hein strebt unterdessen nach dem Abitur im kommenden Jahr ein Physik-Studium an. Und wegen seiner guten Erfahrungen mit der BTU tendiert er aktuell zu Cottbus als Studienort. Seine Schulleiterin spannt den Gedankenbogen noch etwas weiter zu den kommunalpolitischen Bemühungen, Forschung in die Stadtregion Hoyerswerda zu holen. „In vielen Punkten stehen wir in den Startlöchern, um uns da mit einbringen zu können“, sagt Katharina Michelfeit.

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