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Eine Hälfte neu, die andere geschminkt

Hoyerswerdas Wohnungsgesellschaft beendet die Umgestaltung des ehemaligen Nahversorger-Areals im WK III.

Fotos, die die Veränderungen im WK III dokumentieren, zeigen WH Chef Steffen Markgraf (links), seine für Außenanlagen zuständige Kollegin Petra Bräsel und ihr wegen baldiger Rente designierter Nachfolger Colin Wierick.
Fotos, die die Veränderungen im WK III dokumentieren, zeigen WH Chef Steffen Markgraf (links), seine für Außenanlagen zuständige Kollegin Petra Bräsel und ihr wegen baldiger Rente designierter Nachfolger Colin Wierick. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Eine ganze Stange Geld sind 120.000 Euro. So viel hat allein die städtische Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda (WH) in die Umgestaltung einer zuletzt freundlich gesagt recht angeschmuddelten Ecke im WK III investiert. Dazu muss man nun noch regelmäßige Pflege in Rechnung stellen.

„Jeder Park verursacht uns Kosten. Aber das ist es uns wert an dieser Stelle“, sagt WH-Geschäftsführer Steffen Markgraf. Peter Herrmann pflichtet bei. Am Donnerstag, als Markgraf gerade im Begriff war, gemeinsam mit Kollegen der Presse den (vorläufigen) Abschluss der Verschönerungsarbeiten an der Johann-Gottfried-Herder-Straße zu erläutern, kam Herrmann zufällig mit dem Fahrrad vorbei und bremste. „Das haben Sie echt gut gemacht, ein bisschen was fürs Auge“, lobte der Hoyerswerdaer.

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Spätere Vergrößerung denkbar

2018 begann hier der Abriss der leerstehenden Gaststätte „Freundschaft“. Die WH hatte sie zuvor erworben. Ihre umliegend wohnenden Mieter sollten von einem Schandfleck befreit werden. Es folgte die Anlage des „Mini-Findlings-Parks Klein Nochten“ auf der verbliebenen Brache von vielleicht 500 Quadratmetern Größe. Wo noch bis 2013 Bier ausgeschenkt wurde, wachsen nun Kornelkirsche, Edelginster, Kiefern und Mahonien, aber auch Heide- und Ziergras. Nicht nur Peter Herrmann ist zufrieden. Die Passanten haben so viel Respekt, dass kaum mal jemand den eigens angelegten Pfad durch die Anlage nutzt.

Parallel zur Neugestaltung liefen Verhandlungen mit dem Eigentümer und Bewohner der einstigen Kaufhalle gleich nebenan. „Er hat uns aber verbal und nonverbal deutlich signalisiert, dass er nicht ausziehen will“, berichtet Markgraf.

Also habe man die Strategie geändert und mit dem Mann über eine Verbesserung der Zustände gesprochen. Ein Sichtschutzzaun wurde gebaut, zerstörte Fenster wurden gegen Spanplatten ausgetauscht, lindgrüne Farbe kam an die Wände. Der Kaufhallen-Bewohner beteiligte sich finanziell. „Es lag uns sehr am Herzen, hier Gefahren für Anwohner, Besucher sowie Nutzer des angrenzenden Gehweges einzugrenzen“, begründet die Wohnungsgesellschaft.

Allerdings versucht Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD), der findet, so ein Objekt sei kein Platz zum Leben, den Mann weiterhin zum Umzug zu bewegen. Sollte das irgendwann fruchten, so Markgraf, könne man die Pflanzen- und Findlingsfläche dann immer noch vergrößern.

Auch anderweitig hat das Areal noch, wie es in solchen Fällen regelmäßig etwas wattig heißt, Potenzial. Die WH schweigt zwar zurückhaltend. Aber die angrenzende, städtische Fläche in Richtung Johannes-R.-Becher-Straße ist nicht eben gut gepflegt, und Martin Wetzels Plastik „Mutter und Kind“ ist halb eingewachsen.

Die WH sagt, es gehöre zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, Flächen im Unternehmenseigentum ebenso wie das Wohnumfeld so zu gestalten, dass eine Wohlfühlatmosphäre entstehen könne. Allerdings ist die eingangs erwähnte Summe eben kein Pappenstiel und auch die Kasse der Wohnungsgesellschaft hat einen Boden. „Wenn andere sich auch solche Projekte vornehmen, dann kommen wir aber voran“, ermutigt der WH-Geschäftsführer potenzielle Nachahmer. Selbst hatte die Gesellschaft zuletzt das Gelände der früheren Gaststätte „Zum Elsterstrand“ ins Visier genommen. Das auch als „Schlachteplatte“ bekannte Gebäude am Elsterbogen brannte nach längerem Leerstand 2017 nieder. Der Eigentümer hat aber wohl selbst Pläne für das Areal. Auf einen Verkauf ließ er sich jedenfalls nicht ein.

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