merken
PLUS Hoyerswerda

Elternbeiträge in Bernsdorfer Kitas steigen

Flexiblere Betreuungszeiten bieten die Möglichkeit, die Mehrbelastung zu kompensieren. Kein Kita-Neubau in Wiednitz.

© Symbolfoto: Uwe Schulz

Wiednitz. Die Elternbeiträge für die Betreuung der Kinder in den Bernsdorfer Kindereinrichtungen kennen nur eine Richtung: nach oben. Am 1. Januar 2021 tritt eine weitere Erhöhung in Kraft. Das hat der Stadtrat jetzt mit einer knappen Mehrheit von acht gegen fünf Stimmen beschlossen. Und das konnten auch mahnende Worte aus Elternkreisen nicht verhindern. 

Um die zehn Mütter und Väter waren zur Stadtratssitzung gekommen. „Es wären heute noch mehr Eltern hier, wenn sie nicht um diese Zeit (abends 18.30 Uhr – Anm. d. Red.) ihre Kinder betreuen würden“, meinte Nadine Tanner, die Elternratsvorsitzende in der Kita „Kinderland“. Sie machte dem allgemeinen Unmut über die jedes Jahr steigenden Beiträge Luft. „Es brodelt“, sagte sie. Gerade auch in der gegenwärtigen Situation. „Die Leute sind durch Corona und Kurzarbeit gebeutelt.“ Hier gehe es um private Gelder und keine Steuermittel, betonte Nadine Tanner und bat um mehr Transparenz, wie die Beiträge zustande kommen. „Wir wollen es verstehen.“

Anzeige
DDV Lokal: Gesunde Vitalöle
DDV Lokal: Gesunde Vitalöle

Die Vitalöle von Franz & Co. tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels bei. Das gesunde Extra für Genießer!

Bürgermeister Harry Habel griff diesen Vorschlag auf und regte an, die Elternbeiräte mal einzuladen. „Das ist kein Problem. Wir machen nichts im stillen Kämmerlein“, versicherte er und kam auf die zur Debatte stehenden Elternbeiträge zu sprechen. „Es erhöht niemand gern Gebühren oder Steuern.“ Aber trotz der Erhöhung der Beiträge für die Eltern muss auch die Stadt selbst ab dem kommenden Jahr 210.000 Euro mehr beisteuern. Die Zuschüsse zu den Kitas seien die größte Position im Haushalt der Stadt. Diese Position ist in den letzten Jahren ebenfalls sprunghaft angestiegen. 2015 betrugen die Ausgaben der Stadt für die Kitas 1,5 Millionen Euro. In diesem Jahr sind es schon 2,5 Millionen Euro.

Im gleichen Zeitraum sind die Elternbeiträge schrittweise von 168,70 Euro monatlich für die 9-Stunden-Krippenbetreuung auf 219 Euro gestiegen, hat die Stadt allerdings auch rund 900.000 Euro in die Sanierung der Kitas investiert.

Es gibt mehr Handlungsspielraum

Um die jetzt ins Haus stehende Erhöhung der Elternbeiträge etwas abzumildern, hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, den Eltern mehr Spielraum bei der Entscheidung über die Betreuungszeit zu geben, um auf diese Weise auf die Kosten Einfluss zu nehmen. Neben der bisherigen Betreuungszeit von neun Stunden in der Krippe und der Kita gibt es ab Januar die Möglichkeit, das Kind nur acht oder sogar nur sieben Stunden betreuen zu lassen. Wer sich für sieben oder acht Stunden entscheidet, für den würde der Beitrag unter die derzeit für neun Stunden fällige Summe fallen (siehe unten stehende Tabelle).Christian Schulze, dessen Kind die Kita „Kinderland“ besucht, kann diesem Angebot nichts abgewinnen. Er habe eine 40-Stunden-Woche, sei also täglich acht Stunden auf Arbeit, schilderte er. Mit Hin- und Rückfahrt kommt er nicht unter neun Stunden. Mit einer Erhöhung der Elternbeiträge sei er nicht einverstanden, machte er deutlich. „Mit noch höheren Kita-Kosten werden wir Bernsdorf nicht attraktiv machen“, gab er zudem zu Bedenken.

Die Stadträte hatten vor der Abstimmung so gut wie keinen Diskussionsbedarf. Während Dr. Konstanze Höhne (CDU) das Zustandekommen der Beiträge erläuterte und Markus Neumann (Freie Wähler/BKC) den Zeitpunkt für die Beschlussfassung als ungünstig bezeichnete, merkte Wolfgang Miertschink (Die Linke) an, dass man fairerweise sagen müsse, dass die Stadt Bernsdorf von Land und Bund viel Förderung erhalten habe. „Das haben wir genutzt, um unsere Kitas und Schulen auf den jetzigen Stand zu bringen. Dazu braucht es aber immer auch Eigenmittel der Stadt und die kann man nur ansparen.“ Einen Anteil auf die Schultern der Eltern zu verlagern, hält er für angemessen. „Wir wollen auch die restlichen Kitas in Schuss bringen und einen neuen Hort errichten, damit den Kindern Wege erspart bleiben“, blickte er voraus. Was das Letztere angeht, so hatte der Bürgermeister zuvor schon erstmals öffentlich gesagt, dass die Stadt plane, einen neuen Hort an der Grundschule zu errichten. „Deshalb haben wir die Idee vom Bau einer neuen Kita in Wiednitz fallengelassen.“

Mehr zum Thema Hoyerswerda