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Endlich wieder Münzbörse

Nach langer Zwangspause seit Februar ging es wieder um Münzen, Medaillen, Geldscheine, Orden und Sammlerzubehör in der Lausitzhalle.

Numismatiker-Präsident Wilfried Duy (links) und Börsengast Manfred Grüneberg mit einer Kiste Ehrenmedaillen aus dem BKW Welzow. Die wurden nie ausgereicht, zierten keine Arbeiterbrust.
Numismatiker-Präsident Wilfried Duy (links) und Börsengast Manfred Grüneberg mit einer Kiste Ehrenmedaillen aus dem BKW Welzow. Die wurden nie ausgereicht, zierten keine Arbeiterbrust. © Foto: Angela Donath

Von Angela Donath

Hoyerswerda. Wilfried Duy, der Präsident des numismatischen Vereins Hoyerswerda, konnte sich am Sonnabend freuen – und nicht nur er: Zahlreiche Münzsammler aus der Stadt und der Region hatten sich im Forum der Lausitzhalle eingefunden und konnten wieder ihrem Hobby nachgehen. Nicht nur Münzen waren zu bestaunen und zu erwerben, auch historische Dokumente wechselten den Besitzer. 

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„Ja, unser Wilhelm hat heute ganz schön abgestaubt“, resümiert Torsten Vogel und schaut auf den Sohnemann herunter. Der schaut fragend auf ein ausweisähnliches Papier anno 1940. „Reichskleiderkarte“ steht darauf. Vater Vogel erklärt, was es damit auf sich hatte und dass es auch Reichsfettkarten für den Einkauf von Butter gab – und wir sind froh, dass wir heute leben dürfen. „Die Münzbörsen in der Lausitzhalle sind immer auch eine besondere Form von Geschichtsunterricht“, sagt Vogel weiter.

Am nächsten Stand treffen wir auf Karl-Heinz Seitz. Aha, nicht nur Zoofreund, Ehrenfeuerwehrmann und Schütze; Münzsammler auch noch. „Wenn ich kann, komm’ ich immer vorbei“, sagt der agile Mann. Gekauft hat er diesmal nichts, aber wie gewohnt erzählt er schnell noch eine Geschichte: „Mitunter schmeißen die Leute ja aus Unkenntnis ihr altes Zeug weg, auch Münzen. Ich kriege ab und an welche geschenkt, weil man weiß, dass ich mich dafür interessiere. Da waren schon Schätzchen dabei; das kann ich dir sagen.“

Keinen Wert haben dagegen all jene Münzen, die, oft in bunten Zeitungen, als vergoldet angeboten werden, erklärt Wilfried Duy gerade einem jungen Mann, der sich zu Anlagemöglichkeiten informieren möchte. „Kaufen Sie nie Geld, das bearbeitet ist – das wird wertlos. Wenn Sie anlegen wollen, beginnen Sie mit Silber. Eine Unze bleibt eine Unze – der Wert kann sich zwar verändern, aber es bleibt ein Wert.“

Trotz Mundschutz und Abstand herrschte interessiertes Treiben in der Lausitzhalle. Kein Wunder, die letzte Münzbörse vor Corona fand im Februar statt. Präsident Duy hofft, dass solche langen Abstände der Vergangenheit angehören. „Wir haben ein Hygienekonzept, wir wissen jetzt, wie es geht – und wir passen auf.“

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