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Entdecken, was in der Region möglich ist

Ein digitales Informationssystem erleichtert Gästen den Zugang zu lokalen touristischen Angeboten.

Den Park der Nationen hinter sich, ist die Info-Stele nun als Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen gedacht, die sich über die Möglichkeiten in der direkten Umgebung und im gesamten Seenland informieren möchten. Tippen und schon geht es los.
Den Park der Nationen hinter sich, ist die Info-Stele nun als Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen gedacht, die sich über die Möglichkeiten in der direkten Umgebung und im gesamten Seenland informieren möchten. Tippen und schon geht es los. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Vor einigen Wochen wurde in der Nähe der Touristinformation Hoyerswerda in der Schloßstraße eine Info-Stele aufgebaut, die das Logo des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland e. V. trägt. Bis vor Kurzem war der Bildschirm dunkel. Probleme beim Aufbau verzögerten die Inbetriebnahme, aber nun lädt das Display mit einem großen „Hier tippen“ zum Probieren ein.

Die Startseite präsentiert gleich verschiedene Anlaufpunkte, die sich in Hoyerswerda oder der näheren Umgebung befinden, denn das Ganze funktioniert standortbasiert. „Hoyerswerda – alte Stadt in neuer Landschaft“ heißt es wie auf der eigenen Homepage der Stadt. Eine Kacheloptik zeigt verschiedene Highlights, wie eine kulinarische Stadtführung oder die Energiefabrik Knappenrode. Die Krabatmühle wird mit einem Foto des Zentralparks garniert – der Link dahinter ist ungültig.

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Weiter unten laden verschiedene Themen zum Entdecken ein. Manches erklärt sich dabei sofort, wie Übernachtungen, Essen/Trinken, Veranstaltungen oder Touren. Hinter anderen Bereichen verbirgt sich schon mehr. Top-Angebote zeigen die Möglichkeiten eines Erlebnisurlaubes am Senftenberger See ebenso auf, wie das Besucherbergwerk F 60 oder die Confiserie Felicitas und die Klosteranlage Neuzelle – alles Highlights aus dem gesamten Gebiet des Seenlandes und darüber hinaus. Die Destination erstreckt sich schließlich über ein weites Gebiet.

Die Stele der Firma Navomax aus Kiel hat inklusive Anlieferung, Aufbau und Installation 12.900 Euro gekostet. Der Strom- und Datenanschluss sowie das Fundament haben Kosten in Höhe von etwa 2.040 Euro und 2.500 Euro verursacht. Gesamtkosten von 18.000 Euro wurden angesetzt. Wobei 6.500 Euro als maximaler Zuschuss bewilligt wurden. Erst nach der Schlussabrechnung wird die endgültige Höhe feststehen.

Grundlage für die Stele ist eine Software, die das Land Brandenburg gemeinsam mit huber media konzipiert hat und unter dem Namen „MeinBrandenburg“ läuft. In Hoyerswerda wird die Software allerdings unter dem Namen „MeinSeenland“, aber mit den gleichen Inhalten genutzt. Die umfangreiche Datenpflege im Hintergrund wird unter anderem durch die zahlreichen Touristinformationen der Region vorgenommen. Der Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V. beteiligt sich nach eigener Aussage schon „seit Jahren am Aufbau der touristischen Datenbank des Landes Brandenburg“. Es wird darauf hingewiesen, dass „alle sächsischen Anbieter den Service ebenso kostenfrei nutzen können wie alle Partner in Brandenburg“. Das ist dank der Förderung der Software des Landes Brandenburg möglich. Es heißt vom Tourismusverband, dass die Software für mindestens fünf Jahre zur Verfügung steht. Inhaber der Säule in der Altstadt ist die Touristinformation in direkter Nähe.

Viele kleine Touristinformationen

Mit der Nutzung ist konkret gemeint, dass sich jeder touristische Anbieter, jedes regionale Unternehmen oder jede Behörde mit Hardware ausstatten kann und so für Besucher ein Gästeinformationssystem bereitstellt. Das können neben Touristinformationen genauso Hotels, Museen oder Rathäuser sein. Software-Lizenzen stellt der Tourismusverband kostenlos zur Verfügung. Jede Einrichtung kann so zu einer kleinen Touristinformation werden. Denn die Abfrage ist, wenn es wie in Hoyerswerda der öffentliche Zugang erlaubt, 24/7 möglich – also rund um die Uhr und unabhängig von Öffnungszeiten.

Die Software allein ermöglicht, dass von jedem PC und Smartphone auf die gleichen Informationen zugegriffen werden kann. Vor Ort kann mit der Ergänzung von Hardware nicht nur eine Stele, sondern auch ein Touchscreen oder ein digitaler Außenmonitor zum Terminal werden. Ebenso ist die Verknüpfung mit der Wlan-Anmeldeseite eines Anbieters möglich. Webseiten können eine Minianwendung einbinden und Inhalte übernehmen, ohne die aufwendige Pflege jener leisten zu müssen.

Der Praxistest

Die Stele lässt sich zunächst intuitiv bedienen. Flächen sind anzuwählen, und der Inhalt baut sich auf. Etwas Geduld und Zeit ist allerdings bei der Bedienung gefragt. Ein Ladebalken ist schmal am oberen Rand sichtbar und kann schon mal übersehen werden. Das gesamte Menüband liegt ebenfalls oben. Eine gewisse Körpergröße ist zur Bedienung also notwendig. Es stellt sich auch die Frage, ob nicht eine Variante im Querformat besser gewesen wäre. Eine Karte kann zum Beispiel nur auf der Hälfte des Displays angezeigt werden und vergrößert sich nicht automatisch auf die gesamte Fläche. Sogar mit Handschuhen lässt sich die Stele in der Nähe der Braugasse 1 bedienen. Aus dieser Richtung kommend ist sie auch gut zu bemerken – durch die Größe und das leuchtende Display. Ein kurzer Halt ist immer möglich. Das Geschehen auf dem Fußweg wird dadurch nicht beeinträchtigt. Fahrräder können an einer der vielen Stangen vor dem Bürgerzentrum geparkt werden. Es ist jedoch zu beobachten, dass Touristen ihre Autos häufig vor dem Zoo parken. Von dort gibt es keinen Hinweis auf die Stele. Menschen mit Beeinträchtigungen haben vermutlich Probleme bei der Bedienung. Eine Audioausgabe ist nicht vorhanden, obwohl ein Button „Vorlesen“ in Unterkategorien angeboten wird.

Alles, was der Benutzer interessant findet, lässt sich markieren und findet sich anschließend in einer Merkliste wieder. Diese lässt sich per Scan eines QR-Codes direkt auf das Smartphone übertragen. Für gewöhnlich sind grundlegend überall die gleichen Informationen hinterlegt: Beschreibung, Adresse, Lage auf einer Karte, Bewertungen, Öffnungszeiten, Barrierefreiheit. Eine Übersicht des aktuellen Wetters erscheint ebenfalls. Überhaupt lassen sich Ergebnisse mit der Aktivierung des Punktes „schlechtwettergeeignet“ filtern. Auch der Umkreis und die Länge einer Tour kann bestimmt werden. Es kann auch nur angezeigt werden, was gerade geöffnet hat.

Für einen ersten Überblick bietet sich die Stele an. Details lassen sich wahrscheinlich besser auf dem eigenen Gerät festhalten und genauer koordinieren.

Anbieter, die nun selbst dargestellt werden möchten, können zu der hiesigen Touristinformation oder jeder anderen im Seenland Kontakt aufnehmen. Die Eintragung ist kostenlos möglich.

https://pages.destination.one/de/hoyerswerda/wlan/portal

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