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Episoden aus der Geschichte Sprembergs

Filmprojekt mit einem Adelsfräulein und dem Räuberhauptmann Lauermann.

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Filmproduzent Eric Schiesko (links) erhält vom Räuberhauptmann Lauermann, hier in Zivil als Frank Meisel, das Buch über seine Abenteuer und seine Liebe.
Filmproduzent Eric Schiesko (links) erhält vom Räuberhauptmann Lauermann, hier in Zivil als Frank Meisel, das Buch über seine Abenteuer und seine Liebe. © Foto: Sophie Riedel

Von Beowulf Kayser

Spremberg. Für einen rund 90 Minuten langen Episodenfilm, mit dem er seiner Geburtsstadt ein bleibendes Denkmal setzen will, haben Regisseur Eric Schiesko (*1986 in Spremberg / „Blaue Stunde“, „Holger und Hanna“) und seine Drehbuchautorin Sophie Riedel mit Unterstützung des Kinobetreibers Michael Apel erste Pflöcke in der „Perle der Lausitz“ eingeschlagen. Ein ausgedehnter Stadtspaziergang und eine Gesprächsrunde haben spannende Geschichten um die künftigen Filmakteure bereits angedeutet. „Diese Geschichten sollen bis Ende des Jahres ins Drehbuch aufgenommen werden“, sagte der heute in Cottbus lebende Filmemacher. Nächstes Jahr sollen die Dreharbeiten beginnen, Ende 2023 Premiere gefeiert werden – natürlich im Spremberger Spreekino, später bei einer Sommervorstellung auf der Freilichtbühne und dann vielleicht auch beim osteuropäischen Filmfestival Cottbus, bei dem Schiesko bereits Preise geholt hat.

Legenden und Zeitgenossen

Für Drehbuchautorin Sophie Riedel war der gemeinsame Spaziergang das Glanzlicht des Tages. „Dabei sind die SprembergerInnen in ihren Erzählungen besonders aufgeblüht“, so Riedel, die für ihr Drehbuch Anregungen gewonnen hat. Ideengeber sind neben geschichtlichen Figuren wie dem Adelsfräulein „Jutta von Kittlitz“, oder „Räuberhauptmann Lauermann“ auch gegenwärtige echte Spremberger: beispielsweise Michael Metag (Geschäftsführer des Hotels Georgenberg), Adelheid und Harry Krause (AG Heimatkalender Spremberg), Bernd Müller („Service rund um den Hund“) sowie Sylke Laubenstein-Polenz (Stiftung für das sorbische Volk und Luzycafilm-Netzwerk) und Norbert Langner (ehemaliger Gemeindereferent und Sieger der ostdeutschen Walking-Serie).

Zu den prominentesten Darstellern würden zweifellos Jutta von Kittlitz und Räuberhauptmann Lauermann gehören. In die Rolle der Grafentochter, die ihrem geliebten Ritter Seyfried von Loeben ob seiner glücklichen Rückkehr aus dem dritten Kreuzzug im 12. Jahrhundert eine Kapelle auf dem Spremberger Georgenberg errichten ließ, schlüpft seit nunmehr 16 Jahren die Touristenführerin Veronika Dubau. Ihr ist es zu danken, dass die Jutta-Sage nicht nur in Brandenburg und Sachsen, sondern bundesweit bekannt wurde.

Den einst mit Schimpf und Schande wegen der unstatthaften Liebe zu einer Tuchhändlertochter aus dem Rathaus geworfenen und zum Anführer der gefürchteten Spremberger Bande gewordenen Räuberhauptmann Lauermann verkörpert seit 1997 Reisebürochef Frank Meisel. Zu den Heimatfesten kommt er als fiktive Romanfigur des Schriftstellers Victor von Falk aus seinem Versteck und treibt mit seiner Bande sein Unwesen in Spremberg.

Man darf gespannt sein, ob und wie es beide ins Schiesko-Drehbuch schaffen.