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Erster Zoff Monate vor dem ersten Bus

Die Nutzung der Schule am Stadtrand als Grundschule wirft ihren Schatten voraus – zu wenig Bürgerbeteiligung?

Frische Asphaltoberfläche, neuer Gehweg und ab dem kommenden Schuljahr täglich reichlich Schülerverkehr im Bereich Am Stadtrand.
Frische Asphaltoberfläche, neuer Gehweg und ab dem kommenden Schuljahr täglich reichlich Schülerverkehr im Bereich Am Stadtrand. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Noch ist kein einziger Schulbus gefahren, noch hat kein Grundschüler die künftige Grundschule Handrij Zejler betreten. Schon gibt es Knatsch mit Anliegern. Zumindest mit einem. Der Mann hat sich an die Stadtverwaltung und mehrere, wenn nicht sogar alle Stadtratsfraktionen gewandt, wie Claudia Florian (CDU) am Dienstag in der Sitzung des Verwaltungsausschusses ansprach.

Offenbar geht es um die Linienführung der künftig verkehrenden Schulbusse, den damit verbundenen Wegfall von Pkw-Stellplätzen und den Verkehr insgesamt. Wäre es nicht zumutbar, die Kinder an der Steinstraße bzw. im Bereich des Schulplatzes aussteigen zu lassen? Dann gäbe es im Wohngebiet keine Probleme. Fakt ist, dass es den derzeitigen Straßen- und Gehwegbau in der westlichen Schulstraße, dem nördlichen Bereich von Am Stadtrand und der Straße An der Thrune nicht gegeben hätte, wenn nicht die Grundschule hier einziehen würde. Fakt ist auch, dass schon vor Jahren kontrovers und ganz gewiss nicht im stillen Kämmerlein der Umzug der Grundschule vom Adler hierher debattiert wurde. Schon damals wurde moniert, dass es verkehrstechnisch eine Herausforderung wird, wenn Schulbusse und Eltern-„Taxis“ täglich gleichzeitig die Schule ansteuern. Letztlich entschied man sich aber für die Nachnutzung der Oberschule als Grundschule. Seit Monaten wird sie umgebaut. Die jetzige Grundschule Am Adler soll hingegen abgerissen werden. Und eben weil die Straßen nicht sehr übersichtlich sind, will man die Schulbusse bis an die Schule heranführen, was auch zu Einbahnstraßenregelungen führen wird.

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Für die Stadtverwaltung ploppt jetzt einmal mehr das Problem auf, wie man jene Menschen erreicht, die keine lokale Tageszeitung lesen, das wöchentliche Anzeigenblatt nicht wahrnehmen und das Geschehen in der Stadt auch sonst offenbar kaum verfolgen. Bürgermeister Mirko Pink seufzte: „Bürgerbeteiligung ist eine echte Herausforderung. Das merken wir immer wieder.“ Olaf Dominick aus dem OB-Büro skizzierte, dass das Verkehrskonzept am 3. Februar 2021 öffentlich vorgestellt und darüber medial auch berichtet wurde. Schon da war klar, dass die Anwohner über die spätestens ab Sommer 2022 greifenden Verkehrsänderungen in diesem Bereich rechtzeitig informiert werden müssen. Das soll weit vor der entsprechenden verkehrsrechtlichen Anordnung und der geplanten Ausschilderung geschehen. Aber auch in Verwaltung und Rat gibt es im Detail nicht immer den gleichen Erkenntnisstand. So stellte Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh am Dienstag klar, dass zwar einige kostenlos nutzbare straßenbegleitende Stellplätze wegfallen, dafür aber seitens der Wohnungsgesellschaft deutlich mehr im Innenquartier geschaffen werden. Die könne man einerseits anmieten (um einen sicheren Parkplatz zu haben), alle anderen würden zur freien Verfügung stehen.

Die Verkehrsführung an der künftigen Grundschule wird Thema bleiben – vermutlich auch nach Schul-Inbetriebnahme.

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