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Gemeinschaft und Zusammenhalt

Die Steinitzer Jugend arbeitet auch in schwieriger Corona-Zeit weiter. Die Planung für das Pfingsfest 2022 läuft.

Ein Willkommens-Gruß empfängt die Besucher an der Ortseinfahrt. Der Verein Steinitzer Jugend e. V. fertigte diesen Aufsteller an. 2022 soll das Pfingstfest wieder stattfinden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits intensiv und auf vielen Wegen.
Ein Willkommens-Gruß empfängt die Besucher an der Ortseinfahrt. Der Verein Steinitzer Jugend e. V. fertigte diesen Aufsteller an. 2022 soll das Pfingstfest wieder stattfinden. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits intensiv und auf vielen Wegen. © Foto: Andreas Kirschke

Steinitz. Jahr für Jahr organisieren sie das Pfingstfest. Im Heimatort Steinitz pflegen sie eine gute Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat, mit dem Kindergarten und mit anderen Partnern. In der Gemeinde Lohsa unterstützten sie bei Veranstaltungen mit Personal und Technik. Die Mitglieder des Vereins Steinitzer Jugend arbeiten in der Corona-Zeit weiter. Über aktuelle Situation sprach TAGEBLATT mit dem Vereinsvorsitzenden Steffen Münster.

Herr Münster, 2020 und 2021 musste das Pfingstfest wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Wie schmerzlich vermissen Sie es?

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Wir alle vermissen das Pfingstfest sehr. Für Steinitz ist es DER Höhepunkt im Jahr. Seit 1994 organisieren wir das Fest. Es bringt uns stets wichtige, wesentliche Einnahmen. So können wir das Dorfleben gestalten. Gerade zum Pfingstfest kommen Freunde, Helfer und Ehrenamtliche zusammen. Viele ehemalige Steinitzer kommen in die Heimat zurück. Sie nehmen sich extra Urlaub. Diese Gemeinschaft war uns jetzt zwei Mal nicht möglich.

Wie groß ist der finanzielle Verlust?

Das lässt sich schwer in Zahlen sagen. Fakt ist: Wir haben jedes Jahr hohe Kosten für Versicherungen für die Mitglieder, für unsere Technik, für Mobiliar wie den Toilettenwagen und weiteres zu zahlen. Diese Kosten fallen ohnehin weiter an – auch in der Corona-Zeit. Wir müssen sie jetzt aus den Reserven decken. Das ist nicht einfach.

Die Kosten müssen weiter gedeckt werden. Wie schaffen Sie das?

Wir haben in den vergangenen Jahren bei den Pfingstfesten immer wieder Rücklagen erwirtschaftet. Sie sind eigentlich vorgemerkt als „Schlechtwetter-Geld“ für den Ausgleich von Verlusten. Jetzt müssen wir sie grundsätzlich für den Fortbestand des Vereins nutzen. Außerdem haben wir zwei Toilettenwagen, mit denen wir einige Miet-Einnahmen erwirtschaften.

Gehen dem Verein wegen Corona sogar Mitglieder verloren?

Nein. Bislang nicht. Wir liegen stabil bei rund 60 Mitgliedern im Alter von 15 bis 45 Jahren. Im Unterschied zu früher, zur Zeit der Entstehung des Vereins, sehen wir uns nicht mehr nur als Jugendverein, sondern als Orts- und Kulturverein für Steinitz. Und in diesem Verein wiederum ist die Jugend fest mit integriert.

Wie geht der Verein mit den Einschnitten infolge der Pandemie um? Wann gab es die letzten Veranstaltungen?

Das war das Zampern 2020 im Januar. Traditionell zogen wir mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern durch das Dorf. Mit dabei waren wir auch im Februar 2020 beim Karnevals-Umzug am Rosenmontag in Wittichenau. Dafür gestalteten wir das Motiv „Ost-Kult mit dem Radio SKR 700“. Seit diesem Zeitpunkt war uns keine Veranstaltung mehr möglich.

Welche Folgen hat die Pandemie für den Verein?

Wie so viele Vereine konnten wir uns monatelang nicht mehr im größeren Kreis treffen. Das zehrt schon an der Seele. Das geht an die Substanz. Die direkte Begegnung, das Miteinander, ist für uns elementar. Dieses Jahr entfielen bereits das Zampern, das Rodeln am Lagerfeuer, der Karnevals-Umzug in Wittichenau, die Kinder-Ausfahren und das Pfingstfest.

Welche Termine kann der Verein dennoch wahrnehmen?

Wir hoffen auf den Sommer. Dann wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat einen Beachvolleyball-Platz im Ort errichten. In jedem Fall fangen wir dieses Jahr an. Wir wollen nach Möglichkeit auch Veranstaltungen in den Orten der Gemeinde Lohsa mit unterstützen, etwa den Herbstmarkt Lohsa und das Fischerfest Litschen. Geplant für 2021 ist ebenfalls die Übernahme des Vereinshauses des früheren Fußballsportvereins Steinitz. Im August 2020 wurde er aufgelöst. Der Verein hatte das Gebäude von der Gemeinde Lohsa gepachtet. Wir wollen es übernehmen und pachten. Derzeit verhandeln wir mit der Gemeinde über die finanziellen und die rechtlichen Fragen. Integriert im Gebäude ist der Jugendklub. Wenn alles klappt, hätten wir künftig Jugend und Verein an einem Punkt zusammen.

Welche Pläne hat der Verein langfristig?

In jedem Fall wollen wir das Steinitzer Pfingstfest weiterhin organisieren. Die Planung für 2022 läuft. Wir verhandeln aktuell mit den Interpreten. Erst sagten sie uns für 2020 zu. Wegen der Corona-Pandemie sagten sie dann für 2021 zu. Jetzt sagten sie uns für 2022 erneut zu. Sie halten uns also die Treue. Das ist eine gute und faire Geste. Zur Stange halten auch unsere Partner, Spender und Sponsoren. Das sind vor allem Handwerker, Gewerbetreibende und die Gemeinde Lohsa. Ihnen allen gilt dafür herzlicher Dank.

Geht der Verein gestärkt aus der Corona-Krise hervor?

Ich hoffe. Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt dürfen uns jetzt nicht verloren gehen. Wir alle spüren, wie wertvoll die Kultur und das dörfliche Leben für die Gemeinschaft sind. Daran halten wir fest.

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