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Fehlender Chorgesang und viel Hoffnung

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für Neulinge, es beim Frauenchor „musica viva“ Lauta-Torno zu probieren – sagt die Vereinsvorsitzende.

Ein Bild aus besseren Tagen. Da war die Welt für den Chor „musica viva“ noch in Ordnung. Nun liegt der Kurs auf dem Neustart.
Ein Bild aus besseren Tagen. Da war die Welt für den Chor „musica viva“ noch in Ordnung. Nun liegt der Kurs auf dem Neustart. © Archivfoto: Silke Richter

Von Silke Richter

Lauta-Torno. Die Corona-Zwangspause hat auch ihre Spuren im Chor „musica viva“ Lauta-Torno hinterlassen. Dennoch blicken die Chormitglieder optimistisch in die Zukunft, erzählt Regine Linke im Interview:

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Frau Linke, wie haben die Chormitglieder anfänglich auf die Corona-Pandemie reagiert?

Keiner hätte jemals damit gerechnet, dass es irgendwann verboten sein könnte zu singen. Wir waren fassungslos und traurig. Wir durften nicht proben und mussten demzufolge alle Konzerte und auch unser Probenlager 2020 absagen. Im September/ Oktober konnten wir dann wenigstens in kleinen Gruppen mit großen Abständen und unter Beachtung eines strengen Hygienekonzeptes einige wenige Proben durchführen. Aber ohne Gesamtproben war das nicht wirklich zielführend. Ende Oktober war dann auch das nicht mehr möglich! Uns allen fehlt ein Stückchen Normalität, denn viele von uns haben Jahrzehnte dieses schöne Hobby des Singens „gelebt“. Singen macht glücklich, und wir merken, dass uns dieses kleine Glück fehlt! Natürlich haben wir im Vorstand die Möglichkeit geprüft, online zu proben und uns nach langem Abwägen dagegen entschieden, denn dafür braucht es technische Voraussetzungen, die nicht jeder zur Verfügung hat.

Dennoch wurde versucht, untereinander Kontakt zu halten?

Der Vorstand bespricht sich alle vier bis fünf Wochen online. Wir versuchen, regelmäßig motivierende Worte an alle über Mail oder Handy zu richten. Im Moment prüfen wir gerade die Möglichkeit eines kleinen Sommerfestes im Freien. Da ja inzwischen einige Geimpfte und Genesene nicht „mitzählen“, wird das sicher unter Beachtung aller Regeln möglich sein. Alle freuen sich auf diesen kleinen Höhepunkt des Wiedersehens.

Das private Singen zu Hause oder im Garten war nicht verboten. Wurde also allein geübt?

Ja, auch das. Beim Putzen, beim Autofahren, unter der Dusche und wahrscheinlich hauptsächlich zu Weihnachten wurde gesungen. Doch das ist kein Trost. In der Gemeinschaft macht es einfach mehr Spaß!

Was passiert eigentlich, wenn man als Sänger seine Stimme nicht trainiert?

Wenn die Stimmbänder nicht regelmäßig trainiert werden, kommen sie, ähnlich wie beim Sportler, „aus der Übung“, und es wird sehr viel Zeit brauchen, ehe jeder einzelne Sänger wieder „fit“ ist und der Chor die gewohnte Qualität erreicht. Das ist unsere größte Sorge. Der Chorleiter des Kreuzchores Dresden sagte vor Wochen, dass es mindestens ein halbes Jahr nach Einsetzen der Proben dauern wird, bevor sein Chor die alte Qualität erreichen kann. Und das sind Profis. Wie lange wird es also bei uns dauern? Aber im Prinzip ist es ganz egal, wir wären froh, überhaupt wieder singen zu dürfen! Es wäre toll, wenn wir dann im April 2022 unser zwei Mal verschobenes Lions-Konzert in der Johanneskirche Hoyerswerda nachholen könnten. Außerdem haben wir Sorge, dass die eine oder andere Mitstreiterin so aus der Übung ist, dass sie sich gar nicht richtig zutraut, wieder zu singen und sich im schlimmsten Fall vom Chor abmeldet. Das wäre sehr schade.

Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Wir hoffen sehr, spätestens im September wieder in die Probenarbeit einsteigen zu können. Nachdem wir letztes Jahr im Oktober unser traditionelles Chorlager in der Windmühle Seifhennersdorf Corona-bedingt nicht durchführen durften, hoffen wir inständig, es dieses Jahr erleben zu dürfen. Vielleicht gelingt es uns da, die Stimmen wieder auf Vordermann zu bringen und uns auf die Frühlingssaison 2022 vorzubereiten. Ein Weihnachtskonzert können wir allerdings nicht versprechen, denn nach über einem Jahr Probenpause ist das nicht sehr realistisch. Das Wichtigste für uns ist nicht irgendein Konzert-Ziel, sondern dass wir uns endlich wieder alle treffen dürfen, dass wir uns sehen, uns umarmen, gemeinsam singen und die gewohnte „Chorfamilie“ genießen, eben all das, was wir über ein Jahr so sehr vermisst haben! Und ganz bestimmt geht es unseren befreundeten Chören der Umgebung und vielen anderen Vereinen genauso. Hoffen wir alle gemeinsam auf fröhlichere Zeiten, die uns ja nun glücklicherweise bevorstehen.

Das heißt konkret?

Kommende Woche treffen wir uns zu einem gemütlichen Gartenfest. Es ist noch nicht absehbar, wann wieder ganz normale Proben stattfinden dürfen. Deshalb werden wir nur langsam zum alten Leistungsvermögen zurückfinden. Unser Neustart hat aber auch einen Vorteil. Dies ist der beste Zeitpunkt für Neulinge, weil wir alle wieder quasi bei null anfangen. Wir bitten um vorherige Anmeldung auf unserer Homepage: www.frauenchor-musica-viva.de

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