merken
PLUS Hoyerswerda

Forderung nach klarer Perspektive

Lausitz-Center-Manager Dieter Henke ist überzeugt, dass Schutzmaßnahmen und Einzelhandel zusammen funktionieren.

Lausitz-Center-Manager Dieter Henke
Lausitz-Center-Manager Dieter Henke © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Dieter Henke kennt als Manager des Lausitz-Centers das Gefühl, für eine Entscheidung angegriffen zu werden. Wohl wissend, hätte er die Entscheidung genau andersherum getroffen, wäre der Angriff nur von einer anderen Seite gekommen. Deshalb möchte er kein Politiker sein, schon gar nicht jetzt. Er selbst ist vom Bund-Länder-Gipfel in der vorigen Woche schwer enttäuscht.

Nicht nur, weil es keinen konkreten Termin gibt für eine echte Wiederöffnung des Einzelhandels, sondern weil es auch keine belastbare Planungssicherheit gibt: „Bisheriges Statement war: Bei einer Inzidenz unter 50 wird gelockert. Jetzt heißt es, bei 35 werden wir darüber nachdenken, wann es geht.“ Aus Henkes Sicht geht das so nicht weiter. Laut Robert-Koch-Institut wurde am Freitag eine Inzidenz von rund 78 für den Landkreis Bautzen ausgewiesen, das Landratsamt selbst meldet 98,3, jedenfalls erstmals seit Anfang November wieder zweistellig.

Anzeige
Zeig dein Können und sei dabei!
Zeig dein Können und sei dabei!

Sport-Asse, Anfänger, Neugierige: der Moritzburger Schlosstriathlon bietet Strecken für Jedermann. Und Sponsor LandMAXX verlost Startplätze.

Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens erklärte gegenüber der Sächsischen Zeitung: „Die meisten Studien weisen darauf hin, dass in Läden und Gastronomie bei Befolgung der Hygienekonzepte kaum Ansteckungsrisiken vorhanden sind“. Es sei nicht zu rechtfertigen, wenn „in Lebensmittelfachgeschäften sich die Kunden stapeln, kleine Läden wie auf der Reichenstraße aber nicht öffnen dürfen“.

Dieter Henke beobachtet, dass es zwar zahlreiche Simulationen gebe, inwiefern sich Mutationen des Virus auswirken werden. „Ich kenne aber keine Simulation, wie lange der Einzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie diesem Druck standhalten“. Henkes Forderung an die Politik ist, dass zwingend die unterschiedlichen Folgen des Lockdowns berücksichtigt werden müssen. Auch er geht davon aus, dass ein längerer Lockdown alles andere als gut für die Volkswirtschaft ist. Öffentlicher Dienst für alle geht eben nicht. Dieter Henke ist, freie Tage selbstredend ausgenommen, auch jetzt jeden Tag auf Arbeit und in der Mall präsent. Anfang der Woche kurzes Krisenmanagement, weil Temperaturen von bis zu 29 Grad unter Null angesagt waren, die aber nicht eintraten. Man hätte dann beispielsweise zusätzliche Heizquellen organisiert. Ansonsten gibt es derzeit aber wenig zu planen und zu organisieren. Klar gemacht hat der Kaufmann aus Leidenschaft aber dennoch die Frühlingsdekoration. Ab dem 8. März wird die Osterdekoration mit üppiger Bepflanzung und einem Gehege mit Kaninchen aus der Jugendfarm wieder aufgebaut. Das alles in der Hoffnung, dass es ab dem 15. März tatsächlich wieder Handel in der Mall und anderswo geben kann.

Im Übrigen ist Dieter Henke ein großer Fan davon, dass Gastgeber des Handels bei der Einhaltung von Schutzmaßnahmen stärker in die Verantwortung genommen, ihnen aber auch Kompetenzen übertragen werden. Eben zum Beispiel bei der Kontrolle des Mund-Nasen-Schutzes. Henke, durchaus nicht zimperlich, was das Aussprechen von Hausverboten anbelangt, wünscht sich härtere Sanktionen gegen Regelbrecher.

Es geht ihm dabei weniger um eine alte Dame, die sichtbar verschnaufen muss, sondern eher um putzmunter und kerngesund wirkende provokant auftretende Mitbürger mit der Du-kannst-mich-mal-Attitüde, die gerne mal ein zweifelhaftes Attest vorzeigen. Letztlich sind sie seltene Ausnahmen, wie Dieter Henke betont. Doch er ist der absoluten Überzeugung, dass Schutzmaßnahmen und Einzelhandel und Gastronomie zusammen funktionieren.

Mehr zum Thema Hoyerswerda