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Fred Jerchel mit 83 Jahren verstorben

Über zwanzig Jahre setzte er sich unermüdlich für die Bürger und die Entwicklung von Bröthen/Michalken ein.

Fred Jerchel war von 1979 bis 1999
im Dienste der Bröthener und der Michalkener tätig.
Fred Jerchel war von 1979 bis 1999 im Dienste der Bröthener und der Michalkener tätig. © Archivfoto: Ralf Grunert

Bröthen/Michalken. Über 20 Jahre hat Fred Jerchel die Entwicklung im Doppel-Dorf geprägt, nun ist der ehemalige Bürgermeister und Ortsvorsteher verstorben. Wie der aktuelle Ortsvorsteher Lothar Kujasch sagt, habe Jerchels Familie die Ortsteilverwaltung am Montag in Kenntnis gesetzt.

„Er hat viel bewegt im Ort“, sagt Kujasch. Fred Jerchel ist 83 Jahre alt geworden. Geboren wurde er im August 1937 in Laubusch und begann sein berufliches Leben als Bergmann. Er lernte Hauer und war viele Jahre beim Aufschluss von Tagebauen in der Region um Hoyerswerda in der Entwässerung tätig. In den 1970ern absolvierte er ein Meisterstudium und arbeitete danach als Schichtleiter in Welzow/Süd.

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Parallel engagierte sich Fred Jerchel ehrenamtlich im heimischen WK IX in Hoyerswerda im Wohnbezirksausschuss. Am 1. Januar 1979 wurde er Bürgermeister von Bröthen/Michalken. Nach dem Ende der DDR fädelte er zunächst bereits 1991 eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Hoyerswerda ein. Im Juli 1993 folgte dann die Eingemeindung. „Wir sind freiwillig und schuldenfrei nach Hoyerswerda gekommen“, erinnerte er sich später.

Mit der Aufgabe der Eigenständigkeit wurde Fred Jerchel der erste Ortsvorsteher von Bröthen/Michalken. Das blieb er, bis er im August 1999 von Manfred Seifert abgelöst wurde. Zuvor hatte er vergeblich für den Stadtrat kandidiert.

Gewerbegebiet und Bürgerhaus

Lothar Kujasch erinnert daran, dass Jerchel sich auf verschiedenen Feldern für die Entwicklung des heutigen Ortsteils eingesetzt hat. Als er 1979 Bürgermeister wurde, waren nicht nur das Trinkwasser-, das Telefon- und das Stromnetz auf dem Niveau der 1920er. Besonders wenig Freude machten die kaputten Straßen. Dank der Eigeninitiative der Bröthener und der Michalkener sowie Fred Jerchels beharrlichem Einfordern von Mitteln zur Verbesserung der Infrastruktur begann sich das zu ändern. Gleichzeitig setzte der Bürgermeister auf die Entwicklung am Bröthener See.

Zu DDR-Zeiten sei ein Gemeindeoberhaupt jedoch eher eine Art Mädchen für alles gewesen, so Jerchels spätere Einschätzung: „Heute kann er mehr Eigeninitiative entwickeln.“ In Bröthen/Michalken wurde so nach 1990 unter anderem aus dem alten Ziegelei-Gelände ein Gewerbegebiet, und 1998 konnte das damals nagelneue Bürgerhaus eingeweiht werden. Auch bei Kanalisation, Telekommunikation und Straßenbau ging es schneller vorwärts.

„Die letzten zwanzig Jahre haben mein Leben wesentlich geprägt. Ich möchte diese Erfahrungen nicht missen“, erklärte Fred Jerchel 1999 zum Abschied, der ihm alles andere als leicht fiel. Er blieb freilich in Bewegung. Kurzzeitig zog er sogar zu seiner Tochter nach Baden-Württemberg um. Später lebte er in Lauta. Dort besuchte Lothar Kujasch seinen mittelbaren Vorgänger noch zum 80. Geburtstag. Zuletzt war Fred Jerchel dann allerdings wieder Hoyerswerdaer mit Wohnsitz in der Altstadt.

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