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Freundschaften helfen, die Corona-Zeit zu überstehen

Eine Hoyerswerdaerin nutzt das Internet und die Post für den Austausch mit anderen Menschen.

Ute Hempel pflegt auch während des Lockdowns Freundschaften per Internet und mit Sendungen.
Ute Hempel pflegt auch während des Lockdowns Freundschaften per Internet und mit Sendungen. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Wer Freundschaften pflegt, ist niemals allein. Das weiß die Hoyerswerdaerin Ute Hempel, die mit Menschen aus allen Teilen Deutschlands, aus Spanien, der Türkei und anderen Ländern einen intensiven Austausch pflegt. Bekanntschaften findet sie auf Reisen, denn sie geht im Urlaub nicht nur an den Strand, sondern sucht immer Kontakte zu Touristen und Bewohnern der Urlaubsländer.

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Vor einigen Jahren hatte Ute Hempel in Marokko bei einem Leder-Schneider eingekauft. Das begleitende Gespräch, welches auf Englisch und mit dem Handyübersetzer geführt wurde, kreiste bald nicht mehr nur um Jacken und Taschen, sondern um die Lebenssituation der marokkanischen Familie und die der deutschen Touristin. „Aus dieser Begegnung ist eine Freundschaft entstanden“, erzählt Ute Hempel, denn sie hat die Familie danach mehrfach und auch in deren Zuhause besucht. Vor allem die Kinder haben sich von ihr immer neue deutsche Worte angeeignet und die Sprache später in der Schule gelernt. Heute kommuniziert die Seniorin mit den ältesten Kindern des Schneiders per Internet auf Englisch und Deutsch. „Die Marokkaner interessieren sich für das Leben in Deutschland und ich möchte wissen, wie die Corona-Situation in ihrem Land ist. Schließlich möchte ich bald wieder hinfahren“, sagt Ute Hempel.

2016 hat sie auf Teneriffa eine Urlauberin aus den alten Bundesländern kennengelernt und zwischen den beiden begann sofort ein reger Austausch von Kochrezepten. Als die Bekannte erwähnte, sich über das Internet mit Frauen aus aller Welt über das Thema zu unterhalten, hat sich Ute Hempel dort sofort eingeklinkt. In dem Netzwerk verbreitet sie nun ostdeutsche Rezepte, insbesondere welche mit getrockneten Waldpilzen. Diese besondere Zutat verschickt sie an ihre Partnerinnen und erhält im Gegenzug exotische Gewürze aus der Türkei und Thailand, um Gerichte aus diesen Ländern für sich selbst originalgetreu nachzukochen. Das ist die richtige Beschäftigung im Lockdown, um keine lange Weile zu haben, findet die Hoyerswerdaerin. Aber sie ist auch weiterhin Künstlerin, malt Bilder und verarbeitet Stoffe, Knöpfe sowie filigrane Spitze zu kleinen Kunstwerken. Erkrankten Menschen in ihrer Verwandtschaft und Bekanntschaft macht sie mit Schutzengeln in strahlendem Rot und Orange Mut, damit sie schneller gesund werden.

Da die Weihnachtsfeier 2020 im hiesigen Asylbewerberheim wegen der Corona-Schutzbestimmungen ausfallen musste, das Geld aber bewilligt war, hat Ute Hempel mit einer Freundin für die Kinder wenigstens Päckchen gepackt. Sie kennt die etwa 40 Jungen und Mädchen gut, weil sie sie im Spielzimmer regelmäßig betreut und ihnen beim Deutschlernen hilft. Die Geschenkaktion ist folgendermaßen abgelaufen: Ein Raumausstatter aus Hoyerswerda hat Nesselstoff gespendet. Daraus wurde für jedes Kind ein Beutel genäht, liebevoll mit Textilfarbe bemalt und weihnachtlich befüllt. Pfarrer Jörg Michel hat die Säckchen ins Heim gebracht, wo sie von Bewohnern an die Kinder verteilt wurden. „Hoffentlich kommen bald Lockerungen, damit ich die Kinder wieder sehen kann“, wünscht sich die ehemalige Erzieherin.

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