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Fürst Pückler starb einsam

Restaurierte Orient-Räume erinnern an ihn im Schloss Branitz.

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Pücklers vermeintliches Sterbebett im Schloss Branitz. Hier entschlief er am 4. Februar 1871.
Pücklers vermeintliches Sterbebett im Schloss Branitz. Hier entschlief er am 4. Februar 1871. © Foto: Gabriela Weidner // (Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz)

Von Beowulf Kayser

Cottbus/Branitz. Er schüttete Hügel auf, wo keine waren. Er leitete Flüsse um. Er schuf malerische Brücken und einmalige Blick-Achsen in den brandenburgischen und sächsischen Parklandschaften. Die Rede ist von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871).

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„Es war fünf Minuten vor zwölf Uhr am 4. Februar 1871, als der schwerkranke Fürst im Schloss Branitz ohne jeglichen Todeskampf seinen letzten Atem aushauchte“, schilderte sein Leibarzt Ludwig Wilhelm Liersch später. Jetzt erinnern die von 1851 bis 1865 vom grünen Gartenfürsten, Weltenbummler und Literaten geschaffenen und persönlich ausgestatteten Orienträume auch an dieses letzte Begebnis zu Lebzeiten des Fürsten.

„Zum ersten Mal seit seinem Tod 1871 sind die drei Räume nun wieder so zu sehen, wie er sie vermutlich eingerichtet hatte“, so Stiftungssprecherin Catrin Winn-Janetz. Auch das erst jüngst identifizierte Sterbebett Pücklers (links) ist zu sehen.

Schon zu Lebzeiten schwärmten Zeitgenossen Fürst Pücklers in höchsten Tönen, wenn sie seine Orient-Räume betraten. Bis heute zeugen das Türkische Kabinett, das Pfeifenkabinett und das Türkische Zimmer von der Vorliebe des Fürsten für osmanische, maurische und arabische Kultur. „Ich freue mich sehr, dass Pücklers kleines Refugium annähernd wieder so zu sehen ist, wie er es um 1860 einrichten ließ“, sagte Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle bei der Wiedereröffnung der restaurierten Orienträume im Schloss Branitz.

Inspirationen für die opulenten Wand- und Deckengestaltungen sammelte der Fürst während seiner sechsjährigen Orient-Reise von 1834 bis 1840. Sie führte ihn damals unter anderem über Algerien, Tunesien, Griechenland und Ägypten bis nach Nubien, dem heutigen Sudan.

Von dieser Orient-Reise brachte Pückler zahlreiche Souvenirs mit. Darunter sind unter anderen ein kompletter Satz von vier Kanopen, die zur gesonderten Bestattung der Eingeweide dienten, verschiedene Uschebtis (Statuetten, die Verstorbene verkörpern), kleine Keramikgefäße und Gesteinsfragmente. Zu den exotischen Sammelgegenständen am ehemaligen Rückzugsort des Fürsten zählen besonders kostbare Altertümer sowie Waffen und Kunsthandwerk aus dem Osmanischen Reich. Alle Räume der „Orientalica“ und „Asiatica“ wurden anhand von alten Beschreibungen mühevoll in fast sechsjähriger, akribischer Restaurierungsarbeit wiederhergestellt.

Die Gesamtkosten für Restaurierung und Ausstattung im Interieurcharakter belaufen sich auf rund 700.000 Euro. Etwa 300.000 Euro steuerten das Deutsche Stifterzentrum sowie die Pückler-Stiftung aus eigenen Mitteln bei.

Schloss Branitz: Robinienweg 5 in 03042 Cottbus, geöffnet täglich (außer Di) 11-18 Uhr,
Tel. 0355 75150, www.pueckler-museum.de

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