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Geduldsprobe am Märchenbrunnen

Das Kleinod in der Grundschule Am Markt in Laubusch soll in den Ursprungszustand versetzt werden – später mal.

So sah der mit Wandbildern gestaltete Brunnenraum mit dem Märchenbrunnen in der Laubuscher Schule einmal aus. Die Stadt Lauta und die Denkmalpflege sind daran interessiert, den Ursprungszustand wiederherzustellen.
So sah der mit Wandbildern gestaltete Brunnenraum mit dem Märchenbrunnen in der Laubuscher Schule einmal aus. Die Stadt Lauta und die Denkmalpflege sind daran interessiert, den Ursprungszustand wiederherzustellen. © Foto: Sammlung Heimatverein Laubusch

Laubusch. Der Märchenbrunnen mit Hans im Glück auf der Stele wird zur Wiedereröffnung der Schule am Laubuscher Markt definitiv nicht sprudeln. Immerhin soll der Brunnenraum begehbar sein. Was nichts daran ändert, dass das Interesse an diesem Schmuckstück groß ist. Wie die Lautaer Bauamtsleiterin Katrin Peter unlängst im Kreise der Ortschaftsräte informiert hat, habe sich ein Restaurator aus Dresden gemeldet, dessen Vater die inzwischen nicht mehr vorhandenen Märchenbilder im Brunnenraum restauriert hat. Es gibt offenbar auch noch Abbildungen davon. Der Dresdener sei daran interessiert, dass der Ursprungszustand wiederhergestellt wird.

Dieses Anliegen teilen die Denkmalpflege und die Stadt, betonte Katrin Peter, wobei es darum geht, den Brunnen selbst und die Märchenbilder im Brunnenraum in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. „Das schaffen wir aber nicht bis zur Eröffnung.“

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Es soll Trinkwasser sprudeln

Es gibt mehrere Probleme, wie die Bauamtsleiterin erläutert. „Wir müssen rein in den Brunnen. Das ist aber nicht so einfach.“ Bei der letzten Rekonstruktion sei Beton in den Brunnen hineingekommen. „Wir bekommen ihn nicht auseinandergenommen.“ Notwendig ist das aber, um die alten Leitungen austauschen zu können. Das wiederum ist die Voraussetzung, um Trinkwasser sprudeln zu lassen. Einfach nur Wasser im Brunnen laufen zu lassen, das lassen Hygiene-Vorschriften nicht zu. Für ein Schulhaus gibt es hohe Auflagen.

Immerhin: Trinkwasser liegt bereits an. Auch der Abfluss ist sichergestellt, sobald die entsprechenden Anschlüsse erfolgen.

Wann das passiert, lässt sich momentan nicht sagen. „Wir sollten das in Ruhe angehen und nichts übers Knie brechen.“ Derzeit komme es erst mal darauf an, den pünktlichen Beginn des Schulbetriebes sicherzustellen, stellt Katrin Peter klar.

Präpariert für spätere Bemalung

Ein sprudelnder Märchenbrunnen, der als Trinkbrunnen genutzt werden kann, wird dafür nicht benötigt, zumal dafür auch gar kein Geld vorgesehen ist. Projektbestandteil sei lediglich, dass die Wandflächen so vorbereitet werden, dass später mal eine Bemalung mit Märchenmotiven erfolgen könnte, erklärte Bürgermeister Frank Lehmann zuletzt im Kreise der Laubuscher Ortschafträte. Die Bauamtsleiterin hatte zuvor schon betont: „Alles, was wir darüber hinaus mit dem Brunnenraum machen, läuft nicht über die Schulförderung. Da brauchen wir andere Mitstreiter, vor allem natürlich die Denkmalpflege.“

Und das alles wird sich wohl auch nicht ohne Fördermittel bewerkstelligen lassen. Hier dürfte es dann darum gehen, wie der Eigenanteil gestemmt werden kann. Passend dazu informierte die Laubuscher Ortsvorsteherin Erika Wustmann kürzlich im Kreise der Lautaer Stadträte, dass bei ihr eine Spende einer ehemaligen Laubuscherin von 1.000 Euro zweckgebunden für den Märchenbrunnen eingegangen sei.

Dass dieses historische Wasserspiel vielen Menschen nicht nur in Laubusch selbst am Herzen liegt, hat eine von Ex-Ortsvorsteher Günter Schmidt im Jahr 2004 initiierte Spendenaktion gezeigt. Bei der waren rund 5.000 Euro zusammengekommen. Mit deren Hilfe gelang es, den Brunnen, der schätzungsweise ein halbes Jahrhundert trocken gelegen hat, wieder in Betrieb zu nehmen. Von 2011 an für ein paar Jahre sprudelte er zu besonderen Anlässen und zur Freude vieler Besucher. Das nötige Wasser stammte aber nicht aus einem Trinkwasseranschluss, sondern aus einem Brunnenbehälter im Keller der Schule, der zuvor aufgefüllt werden musste. Eine Pumpe sorgte schließlich für den Wasserkreislauf.

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